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Organisationsentwicklung: Qualifizierung

Facility Management: Organisationsentwicklung » Strategie » Qualifizierung

Qualifizierung im Kontext betrieblicher Organisation

Qualifizierung im Kontext betrieblicher Organisation

Die betriebliche Organisation stützt sich maßgeblich auf gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte. Dabei gibt es eine Vielzahl an Qualifizierungswegen, die je nach Branche, Ausgangssituation und persönlichem Karrierewunsch in Betracht kommen. Deutschland bietet ein breit gefächertes System der beruflichen Bildung, das individuelle Qualifikationswege für nahezu alle Branchen und Karriereziele ermöglicht. Von der klassischen dualen Berufsausbildung über anerkannte Fortbildungen (Meister, Fachwirt, Techniker, Betriebswirt) bis hin zum Hochschulstudium oder internationalen Zertifizierungen: Jede Qualifikation hat einen eigenen Schwerpunkt, andere Zugangsvoraussetzungen und unterschiedliche zeitliche sowie finanzielle Anforderungen.

Aus Unternehmenssicht sind Weiterbildung und Qualifizierung entscheidende Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit und Innovation. Aus Mitarbeitendensicht ermöglicht eine gezielte Weiterbildung beruflichen Aufstieg, höhere Gehälter und mehr Sicherheit auf dem Arbeitsmarkt. Wichtig ist, die passende Qualifikation auszuwählen, die sowohl den persönlichen Neigungen und Zielen als auch den betrieblichen Erfordernissen gerecht wird. Gleichzeitig sollten Fragen der Finanzierung, der zeitlichen Gestaltung und der Anerkennung frühzeitig geklärt werden. So lassen sich die jeweiligen Qualifizierungsmaßnahmen erfolgreich und nachhaltig in die betriebliche Organisation integrieren.

Duale Berufsausbildung (Erstausbildung)

Überblick

Die duale Berufsausbildung ist in Deutschland ein zentrales Element für den Berufseinstieg. Jugendliche und junge Erwachsene erlernen in der Kombination aus betrieblicher Praxis und Berufsschulunterricht ihre zukünftige Tätigkeit.

Typische Beispiele:

  • Industriekaufmann/-frau

  • Kaufmann/-frau für Büromanagement

  • Mechatroniker/in

  • Elektroniker/in

  • Fachinformatiker/in

Befähigungen und Berechtigungen

  • Erwerb eines staatlich anerkannten Berufsabschlusses.

  • Voraussetzung für viele weiterführende Bildungswege (z. B. Meister, Fachwirt, Techniker).

Aufwand

  • Dauer: in der Regel 2–3,5 Jahre (je nach Beruf und Vorbildung).

  • Kosten: Für Auszubildende entstehen keine direkten Ausbildungskosten, da die Unternehmen in der Regel die Berufsausbildung finanzieren und eine Ausbildungsvergütung zahlen.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Erhalten qualifizierte Fachkräfte, die direkt mit betriebsspezifischen Abläufen vertraut sind.

  • Mitarbeitende: Einstieg in den Arbeitsmarkt mit einem anerkannten Abschluss, solide Grundlage für Weiterqualifizierung.

Was ist zu beachten?

  • Auswahl eines geeigneten Ausbildungsbetriebs.

  • Kombination aus Theorie und Praxis erfordert gute Organisation (Berufsschulzeiten, betriebliche Lernphasen).

  • Duale Ausbildung ist in vielen Branchen der Schlüssel für Fachkräfteentwicklung.

Überblick

Eine der bekanntesten Weiterbildungen in Deutschland ist der Meister-Abschluss. Dieser wird vor allem im Handwerk (HWK), aber auch in industriellen Bereichen (IHK) erworben.

Typische Beispiele:

  • Industriemeister/in (Metall, Chemie, Elektrotechnik etc.)

  • Handwerksmeister/in (z. B. Tischler, Bäcker, Friseur)

Befähigungen und Berechtigungen

  • Der Meisterbrief gilt als Nachweis einer gehobenen fachlichen Qualifikation mit Leitungs- bzw. Führungsfunktion.

  • Berechtigung zur Einstellung und Ausbildung von Auszubildenden (mit der Ausbildereignungsprüfung, oft im Meisterlehrgang integriert).

  • Im Handwerk: Berechtigung zum Führen eines eigenen Handwerksbetriebs in zulassungspflichtigen Gewerken.

Aufwand

  • Dauer: etwa 1–2 Jahre in Teilzeit oder Vollzeit (je nach Lehrgangsorganisation).

  • Kosten: zwischen 3.000 und 6.000 Euro, teilweise höher je nach Fachrichtung; oft besteht Anspruch auf Aufstiegs-BAföG oder weitere Förderungen.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Erhöhung der betrieblichen Kompetenz, Gewinn von Führungspersonal mit fundierter Fach- und Ausbildungskompetenz.

  • Mitarbeitende: Aufstiegsmöglichkeiten in Führungspositionen, höheres Gehalt, verbesserte Karriereperspektiven.

Was ist zu beachten?

  • Rechtzeitige Vorbereitung auf die Prüfungen: Fachtheorie, Betriebswirtschaft, Berufs- und Arbeitspädagogik.

  • Finanzierungsmodelle prüfen (Förderprogramme, Stipendien).

  • Für Selbstständige: Meistertitel kann für die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich sein.

Überblick

Fachwirt/in und Betriebswirt/in (IHK) sind betriebswirtschaftlich orientierte Weiterbildungsabschlüsse, die auf einer kaufmännischen Berufsausbildung oder entsprechenden Berufserfahrungen aufbauen.

Typische Fachwirte:

  • Wirtschaftsfachwirt/in

  • Handelsfachwirt/in

  • Industriefachwirt/in

  • Bankfachwirt/in

Geprüfte/r Betriebswirt/in (IHK) im Facility Management

Der/die „Geprüfte/r Betriebswirt/in (IHK)“ stellt in der IHK-Fortbildungsstruktur die höchste kaufmännische Stufe nach dem Fachwirt dar.

Befähigungen und Berechtigungen

  • Vertiefte Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Controlling, Personal und Organisation.

  • Vorbereitung auf leitende Positionen im mittleren Management.

  • Mit dem Betriebswirt (IHK) erwirbt man eine Qualifikation auf Master-Niveau (DQR-Stufe 7), jedoch ohne akademischen Grad.

Aufwand

  • Dauer: 1–2 Jahre, meist berufsbegleitend (Abend- oder Wochenendlehrgänge).

  • Kosten: etwa 2.000 bis 4.000 Euro für Fachwirte; Betriebswirt-Weiterbildungen können höher liegen. Förderungen (z. B. Aufstiegs-BAföG) sind verfügbar.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Qualifizierte Mitarbeiter mit umfassendem betriebswirtschaftlichem Know-how, die Organisations- und Führungsaufgaben übernehmen können.

  • Mitarbeitende: Höhere Einsatzmöglichkeiten im Management, bessere Vergütungschancen, oft Sprungbrett in Führungsrollen.

Was ist zu beachten?

  • Erforderliche Zulassungsvoraussetzungen prüfen (in der Regel abgeschlossene Berufsausbildung und Berufserfahrung).

  • Sinnvolle Kombination mit Praxiserfahrung im Unternehmen.

  • Betriebswirt (IHK) ist als „Meister-Abschluss“ in der kaufmännischen Laufbahn anerkannt.

Überblick

Der „Staatlich geprüfte Techniker“ ist eine anerkannte Aufstiegsfortbildung im technischen Bereich. Er richtet sich an Fachkräfte mit abgeschlossener technischer Berufsausbildung und praktischer Berufserfahrung.

Typische Fachrichtungen:

  • Maschinenbautechnik

  • Elektrotechnik

  • Bautechnik

  • Mechatronik

  • Informatiktechnik

Befähigungen und Berechtigungen

  • Vertiefte technische Fachkenntnisse, oft kombiniert mit wirtschaftlichen Inhalten.

  • Befähigung zur Übernahme von Führungs- und Leitungsaufgaben in technischen Abteilungen.

  • Mitunter kann der Technikerabschluss zu einem späteren Hochschulstudium (z. B. Bachelor) berechtigen, je nach Bundesland und Hochschule.

Aufwand

  • Dauer: meist 2 Jahre in Vollzeit oder 3–4 Jahre in Teilzeit.

  • Kosten: variieren je nach Schule (privat oder staatlich) und Bundesland. In öffentlichen Fachschulen oft gering, private Anbieter berechnen Lehrgangsgebühren im vierstelligen Bereich.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Qualifizierte Fachkräfte, die komplexe technische Aufgaben übernehmen und gleichzeitig koordinierende Funktionen ausüben können.

  • Mitarbeitende: Karriereaufstieg vom Facharbeiter in verantwortliche technische Positionen, Erweiterung des Gehaltsspektrums.

Was ist zu beachten?

  • Auswahl der Fachrichtung abhängig von Karrierewunsch und betrieblichen Anforderungen.

  • Zeitaufwand in Voll- oder Teilzeit sollte geplant und mit dem Arbeitgeber abgestimmt werden.

Überblick

Die Ausbildereignungsprüfung (AdA-Schein) ist für viele betriebliche Funktionen unverzichtbar, wenn es um die Ausbildung von Nachwuchskräften geht. Sie ist häufig in Meisterlehrgängen integriert oder kann separat bei einer IHK/HWK abgelegt werden.

Befähigungen und Berechtigungen

  • Befähigung, Auszubildende fachlich, pädagogisch und rechtlich fundiert anzuleiten und zu betreuen.

  • Gesetzliche Voraussetzung, um als Ausbilder/in tätig zu sein (z. B. §§ 28 ff. BBiG).

Aufwand

  • Dauer: etwa 3–6 Wochen in Vollzeit, berufsbegleitend länger.

  • Kosten: 300–600 Euro je nach Anbieter, teilweise übernimmt das Unternehmen die Kosten.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Sicherstellung einer qualifizierten betrieblichen Ausbildung, Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und Standards.

  • Mitarbeitende: Eröffnung neuer Verantwortungsbereiche, Ausbilder/in als Aufstiegsposition oder Zusatzqualifikation.

Was ist zu beachten?

  • Rechtzeitige Anmeldung bei der zuständigen IHK/HWK.

  • Didaktische und rechtliche Kenntnisse sind zentraler Bestandteil.

Überblick

Viele Unternehmen unterstützen ihre Mitarbeitenden bei einem (dualen) Studium, um akademische Abschlüsse zu erlangen. Dabei findet eine enge Verzahnung von Theorie (Hochschule) und Praxis (Unternehmen) statt.

Befähigungen und Berechtigungen

  • Mit einem Bachelor- oder Masterabschluss stehen akademische Karrierewege im Management oder in der Forschung offen.

  • Je nach Fachrichtung (z. B. Wirtschaftsingenieurwesen, BWL, Informatik) Ausbau der strategischen und analytischen Kompetenzen.

Aufwand

  • Dauer: Bachelor üblicherweise 3–4 Jahre, Master 1–2 Jahre.

  • Kosten: stark abhängig von der Hochschulart (staatlich, privat). Bei einem dualen Studium werden Studiengebühren oft (teilweise oder vollständig) vom Unternehmen übernommen, zusätzlich wird meist eine Vergütung gezahlt.

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Gewinn von hochqualifizierten Fach- und Führungskräften, starke Unternehmensbindung durch duales Studienmodell.

  • Mitarbeitende: Steigerung der Karrierechancen, Zugang zu höheren Positionen, oftmals größerer Verantwortungsbereich und höheres Gehalt.

Was ist zu beachten?

  • Auswahl einer passenden Hochschule oder Dualen Hochschule (DH).

  • Studiengang sollte zum Unternehmensbedarf und zu den beruflichen Interessen passen.

  • Organisation und Zeitmanagement bei paralleler Berufstätigkeit sind entscheidend.

Überblick

Neben den großen staatlich oder IHK/HWK-regulierten Abschlüssen gibt es eine Vielzahl von Zertifikatslehrgängen und fachspezifischen Fortbildungen.

Wichtige Zertifizierungen im Facility Management

  • Projektmanagement-Zertifizierungen (z. B. IPMA, PRINCE2, PMI)

  • IT-Zertifikate (z. B. Microsoft, Cisco, SAP)

  • Qualitätsmanagement (z. B. ISO, TQM, Six Sigma)

  • Personalmanagement-Zertifikate (z. B. Personalfachkaufmann/-frau IHK)

Befähigungen und Berechtigungen

  • Vermittlung von Spezialwissen in klar umrissenen Themenfeldern.

  • Offizielles Zertifikat erhöht die Anerkennung der Qualifikation im Beruf.

Aufwand

  • Dauer: Von wenigen Tagen (Intensiv-Workshops) bis zu mehreren Monaten (umfassendere Lehrgänge).

  • Kosten: Variieren stark nach Anbieter und Inhalt (z. B. einige Hundert Euro bis mehrere Tausend Euro).

Wert für Unternehmen und Mitarbeitende

  • Unternehmen: Fachspezifische Kompetenzen, die aktuelle betriebliche Anforderungen unterstützen (z. B. IT-Security, Projektmanagement).

  • Mitarbeitende: Qualifikation für bestimmte Rollen (z. B. Projektleiter/in), Verbesserung des beruflichen Profils.

Was ist zu beachten?

  • Qualität und Anerkennung des Zertifikats (Zertifizierungsstelle, Renommee).

  • Aktualität der Inhalte (Technologie und Methoden ändern sich schnell).

Umschulung

  • Eignet sich für Personen, die ihren ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen.

  • Dauer: Meist 2 Jahre.

  • Finanzierung: Häufig über die Agentur für Arbeit oder Rentenversicherung möglich.

Berufsbegleitendes Lernen (E-Learning, Blended Learning)

  • Online-Plattformen, Webinare, Lern-Apps und digitale Lernumgebungen bieten flexible Weiterbildungen.

  • Ideal für Unternehmen, die Kosten für Präsenzseminare reduzieren möchten und Mitarbeitenden orts- bzw. zeitunabhängige Lernmodelle anbieten wollen.

Finanzierung und Förderung

  • Aufstiegs-BAföG (ehemals Meister-BAföG)

  • Bildungsgutschein (Agentur für Arbeit)

  • Begabtenförderung berufliche Bildung (Stipendien)

  • Betriebliche Unterstützung (Freistellung, Kostenübernahme)

Zeitliche Organisation

  • Vollzeit- vs. Teilzeitweiterbildung

  • Kombination aus Präsenz- und Fernlehrformaten (Blended Learning)

  • Vereinbarkeit mit Beruf und Familie

Rechtliche Rahmenbedingungen

  • Berufsbildungsgesetz (BBiG)

  • Handwerksordnung (HwO)

  • Prüfungsordnungen der Kammern (IHK, HWK)

Qualität und Anerkennung

  • Prüfung der Anbieter und Lehrgangsinhalte (Akkreditierungen, IHK/HWK-Anerkennung).

  • Vergleich von Abschlussbezeichnungen und DQR-Stufen (Deutscher Qualifikationsrahmen).

Strategische Personalentwicklung

  • Langfristige Planung, um Qualifikationen gezielt auf betriebliche Ziele abzustimmen.

  • Mitarbeitende motivieren und an das Unternehmen binden.