GEFMA 604 definiert ein standardisiertes Zertifizierungsverfahren für Bildungsträger im Facility Management zur Sicherung von Qualität und Vergleichbarkeit. Die Richtlinie legt Anforderungen an Organisation, Inhalte und Lehrpersonal fest und schafft transparente Bewertungsmaßstäbe. Sie unterstützt die Professionalisierung der Aus- und Weiterbildung im FM und ermöglicht eine einheitliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Bildungsanbietern.
Ziel der Richtlinie ist die Festlegung eines standardisierten, nachvollziehbaren Zertifizierungsverfahrens zur Qualitätssicherung von Bildungsanbietern im Facility Management. Durch definierte Mindestanforderungen an Organisation, Inhalte und Lehrpersonal wird ein verlässlicher Qualitätsmaßstab geschaffen, der eine einheitliche Beurteilung der Leistungsfähigkeit von Bildungseinrichtungen ermöglicht und die Professionalisierung der FM-Weiterbildung unterstützt.
Anwendungsbereich - Die Richtlinie ist anwendbar auf:
Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung im Facility Management
Präsenz-, Online- und hybride Bildungsformate
Öffentliche und private Bildungseinrichtungen
Nationale Bildungsangebote mit eindeutigem FM-Bezug
Sie richtet sich an Organisationen, die strukturierte Qualifizierungsangebote für FM-Fach- und Führungskräfte bereitstellen und deren Leistungen einer unabhängigen Qualitätsbewertung unterzogen werden sollen.
Einordnung in die GEFMA-Richtlinienlandschaft
GEFMA 604 ist als bildungs- und qualifikationsbezogene Ergänzungsrichtlinie einzuordnen. Sie ergänzt bestehende Richtlinien zu Berufsprofilen, Kompetenzanforderungen und Zertifizierungsstandards im Facility Management, indem sie den Fokus nicht auf Einzelpersonen oder Inhalte, sondern auf die Leistungsfähigkeit der Bildungsorganisation als Ganzes legt.
Zweck der Zertifizierung
Die Zertifizierung dient als unabhängiger Nachweis, dass ein Bildungsanbieter definierte Qualitätsanforderungen hinsichtlich Organisation, Bildungsinhalten und Lehrpersonal erfüllt. Sie stellt keine Bewertung individueller Lernerfolge dar, sondern bestätigt die strukturellen und prozessualen Voraussetzungen für eine qualitätsgesicherte Wissensvermittlung im Facility Management.
Abgrenzung zu Produkt- und Personenzertifizierungen
Teilnehmer- oder Personenzertifizierungen, die individuelle Qualifikationen bestätigen
Produkt- oder Systemzertifizierungen, etwa für Software oder technische Lösungen
GEFMA 604 fokussiert ausschließlich die Organisation des Bildungsanbieters und dessen Fähigkeit, qualitativ hochwertige FM-Weiterbildung anzubieten.
Gegenstand der Zertifizierung
Gegenstand der Zertifizierung ist die Bildungseinrichtung als Organisation. Zertifiziert werden nicht einzelne Lehrgänge oder Personen, sondern die Gesamtheit der organisatorischen, fachlichen und didaktischen Strukturen, die den Bildungsbetrieb prägen.
Geltungsbereich und Reichweite
Zertifizierungsaspekt
Bezug
Zweck
Organisation
Bildungsanbieter
Qualitätssicherung
Inhalte
FM-Fachthemen
Fachliche Relevanz
Lehrpersonal
Dozierende
Kompetenznachweis
Organisatorische Anforderungen
Bildungsanbieter müssen eine klare Aufbau- und Ablauforganisation nachweisen. Dazu zählen geregelte Verantwortlichkeiten, dokumentierte Prozesse, ein systematisches Qualitätsmanagement sowie eine nachvollziehbare Dokumentation aller relevanten Abläufe im Bildungsbetrieb.
Didaktisch-methodische Anforderungen
Gefordert werden strukturierte Lehr- und Lernkonzepte, die sich an definierten Zielgruppen orientieren. Lernziele sind eindeutig zu formulieren, Lehrmethoden angemessen auszuwählen und der Wissenstransfer praxisnah und nachvollziehbar zu gestalten.
Fachliche Inhalte im Facility Management
Die vermittelten Inhalte müssen fachlich korrekt, aktuell und praxisorientiert sein. Sie haben sich an anerkannten deutschen Rechtsgrundlagen, technischen Regeln und etablierten FM-Praktiken zu orientieren.
Struktur und Umfang der Lehrprogramme
Inhaltsbereich
Thematischer Fokus
FM-Bezug
Technisches FM
Anlagen, Betrieb
Operativ
Kaufmännisches FM
Kosten, Verträge
Steuernd
Organisation & Recht
Betreiberpflichten
Rechtssicherheit
Fachliche Qualifikation
Dozierende müssen eine einschlägige fachliche Ausbildung, ausreichende Berufserfahrung sowie nachweisbare Kompetenzen im Facility Management vorweisen.
Pädagogische Eignung
Neben der fachlichen Qualifikation ist eine pädagogische und didaktische Eignung erforderlich, die eine zielgruppengerechte und verständliche Wissensvermittlung sicherstellt.
Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen
Bildungsanbieter haben interne Verfahren zur Evaluation, Feedback-Auswertung und kontinuierlichen Verbesserung ihrer Angebote vorzuhalten und systematisch anzuwenden.
Aktualisierung der Inhalte
Es ist sicherzustellen, dass Bildungsinhalte regelmäßig an neue technische, rechtliche und organisatorische Entwicklungen im Facility Management angepasst werden.
Antragstellung
Der Zertifizierungsantrag umfasst formale Angaben zur Organisation sowie inhaltliche Nachweise zu Struktur, Programmen und Lehrpersonal.
Prüf- und Bewertungsprozess
Der Prozess erstreckt sich von der Dokumentenprüfung über eine fachliche Bewertung bis zur abschließenden Entscheidungsfindung über die Zertifikatserteilung.
Dokumentenprüfung
Geprüft werden eingereichte Konzepte, Programme, Organisationsbeschreibungen und Qualifikationsnachweise.
Audits und Interviews
Ergänzend können Audits oder Interviews durchgeführt werden, um die Plausibilität und Umsetzung der Angaben zu verifizieren.
Zertifikat und Aussagekraft
Das GEFMA-Zertifikat dokumentiert die Einhaltung definierter Qualitätsstandards und dient als verlässlicher Orientierungsmaßstab im FM-Weiterbildungsmarkt.
10.2 Gültigkeitsdauer und Re-Zertifizierung
Die Zertifizierung ist zeitlich befristet und erfordert eine regelmäßige Re-Zertifizierung, um die fortdauernde Erfüllung der Anforderungen nachzuweisen.
Nutzung des Zertifikats
Die Nutzung des Zertifikats ist auf sachliche und korrekte Darstellungen beschränkt und darf nicht irreführend erfolgen.
Melde- und Mitwirkungspflichten
Wesentliche Änderungen in Organisation, Personal oder Programmen sind anzuzeigen und im Rahmen der Zertifizierung zu berücksichtigen.
Rolle der GEFMA-Zertifizierung
Die Zertifizierung bestätigt organisatorische Qualität, ersetzt jedoch keine individuelle Leistungs- oder Erfolgsgarantie für Teilnehmende.
Verantwortung der Bildungsanbieter
Die Verantwortung für Inhalte, Durchführung und Qualität der Bildungsmaßnahmen verbleibt vollständig beim jeweiligen Anbieter.
Nutzen für Bildungsanbieter
Die Zertifizierung bietet einen nachvollziehbaren Qualitätsnachweis, erhöht Markttransparenz und stärkt die Glaubwürdigkeit im FM-Umfeld.
Nutzen für Unternehmen und Teilnehmende
Unternehmen und Teilnehmende erhalten eine verlässliche Orientierung bei der Auswahl qualifizierter Bildungsangebote und profitieren von einem gesicherten Ausbildungsniveau.