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DIN EN 15221-5:2011-12 Leitfaden für Facility Management Prozesse

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DIN EN 15221 5 Leitfaden für Facility Management Prozesse und deren Optimierung

DIN EN 15221‑5:2011‑12 – Leitfaden für Facility‑Management‑Prozesse

Die DIN EN 15221‑5:2011‑12 liefert FM‑Organisationen einen umfassenden Leitfaden zur Entwicklung, Verbesserung und Bewertung von Facility‑Management‑Prozessen und verankert diese fest im EN‑15221‑Rahmen. Ziel ist es, Anforderungen und Bedarfe des Unternehmens systematisch in gesteuerte Abläufe umzusetzen, die als leistungsorientierte, nachfragegesteuerte Geschäftsprozesse über strategische, taktische und operative Ebenen hinweg organisiert sind. Die Norm etabliert grundlegende Prinzipien eines prozessorientierten Managementsystems (angelehnt an die EN ISO 9000). Jeder Prozess hat einen klaren Beginn und ein eindeutiges Ende und liefert messbare Ergebnisse. Dadurch werden eine transparente Steuerung, eine kontinuierliche Verbesserung der Facility‑Services und eine professionelle FM‑Governance ermöglicht.

Die Prüfung nach DIN EN 15221‑5 ermöglicht es, Stärken und Schwächen der FM‑Prozesse transparent aufzuzeigen. Durch kontinuierliches Monitoren und Anpassen wird gewährleistet, dass das FM wirksam zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Leitlinien für strategisches FM-Management

Anwendungsbereich

DIN EN 15221‑5 richtet sich an alle Organisationen, die ihre FM‑Prozesse systematisch gestalten möchten. Sie bietet Leitlinien zur kontextbezogenen Entwicklung und Optimierung dieser Prozesse, wobei sowohl Nutzer (Endanwender), Auftraggeber (Kunden) als auch FM‑Dienstleister einbezogen werden. Die Norm ist auf alle drei Prozessebenen des Facility Managements anwendbar – strategisch, taktisch und operativ – und zeigt, wie FM‑Prozesse mit der Unternehmensstrategie und den Primärprozessen verzahnt werden. Das Ziel ist, dass Organisationen ihre FM‑Bedürfnisse (Serviceanforderungen) erkennen und in standardisierte Abläufe überführen können. Die Norm ergänzt die übrigen Teile der EN‑15221‑Reihe und sorgt für eine konsistente Verbindung von Strategie, Standards und operativer Leistungserbringung im Facility Management.

Normative Verweisungen

Für die Anwendung der DIN EN 15221‑5 sind andere Teile der EN‑15221‑Serie als normative Grundlage zu beachten. Insbesondere werden die Teile 1 (Begriffe und Definitionen), 3 (Leitfaden für Qualität im FM) und 4 (Taxonomie und Klassifikation im FM) herangezogen. Diese Verweise stellen sicher, dass Terminologie, Qualitätsanforderungen und Prozessstrukturen nach einheitlichen Vorgaben festgelegt sind. So greifen die FM‑Prozesse auf die in Teil 1 definierten Begriffe zurück und orientieren sich bei der Beschreibung von Inputs, Outputs und Steuerungsinstrumenten an den Vorgaben der Teile 3 und 4.

Begriffe und Definitionen

Die Terminologie in DIN EN 15221‑5 ist mit der EN‑15221‑Reihe abgestimmt. Wichtige Begriffe wie „Facility Management“, „FM‑Dienstleister“, „Kunde“, „Leistungsniveau“ und „Service‑Level‑Agreement“ stammen aus DIN EN 15221‑1. Diese einheitlichen Definitionen gewährleisten, dass alle Beteiligten Prozessdokumentation, Verträge und Berichte gleich interpretieren. Dies umfasst Begriffe in Leistungsverzeichnissen, SLAs und Berichten und stellt eine gemeinsame Sprache sicher, die Missverständnisse vermeidet.

Zusammenfassung

FM‑Prozesse setzen den erkannten Bedarf der Organisation in konkrete Facility‑Services um. Sie sind so gestaltet, dass sie klare Abläufe mit definiertem Anfangs‑ und Endpunkt darstellen und eindeutig zugeordnete Inputs und erwartete Outputs aufweisen. Jeder FM‑Prozess beginnt mit Bedarfsanforderungen (z. B. Kundenanfragen oder strategische Vorgaben) und endet mit einem konkreten Ergebnis (etwa einer erbrachten Dienstleistung, einer Entscheidung oder einem Bericht). Die Ergebnisse müssen messbar sein – etwa durch festgelegte Service Levels oder Kennzahlen – damit Leistung und Qualität überprüft werden können. Schnittstellen zu anderen Prozessen und Organisationseinheiten werden eindeutig definiert, um reibungslose Übergaben zu gewährleisten. Diese Struktur ermöglicht kontrollierbare und effiziente Leistungen sowie eine kontinuierliche Prozessverbesserung.

Grundlegende Prinzipien

Zentrale Grundlage ist der prozessorientierte Ansatz: FM‑Prozesse werden durch Anforderungen ausgelöst und erzeugen klar definierte Ergebnisse. Prozesse bestehen aus aufeinanderfolgenden Aktivitäten, die nach dem Plan‑Do‑Check‑Act‑Prinzip (PDCA) gesteuert werden; jede Aktivität hat verantwortliche Personen, Ressourcen und Kontrollpunkte. Rollen und Zuständigkeiten sind klar festgelegt, um Qualität und Effizienz sicherzustellen. FM‑Prozesse sind leistungsorientiert: Sie definieren konkrete Service Levels und Kennzahlen (KPIs), anhand derer die Zielerreichung gemessen wird. Gleichzeitig sind sie bedarfsgesteuert: Anforderungen können auf jeder Ebene (strategisch, taktisch, operativ) entstehen und werden in FM‑Anforderungen überführt. Die Prozessebenen sind miteinander verknüpft; die strategische Planung liefert Input für taktische Entscheidungen, welche wiederum operative Maßnahmen steuern. Ein weiteres Prinzip ist die kontinuierliche Verbesserung: Prozesse werden regelmäßig überprüft und optimiert, um Effizienz und Servicequalität weiterzuentwickeln.

Aufbau von FM‑Prozessen

DIN EN 15221‑5 empfiehlt einen standardisierten Aufbau für FM‑Prozesse. Jeder Prozess wird als End‑to‑End‑Ablauf modelliert, dem ein Prozessverantwortlicher zugeordnet ist. Typische Eingaben (Inputs) in FM‑Prozesse sind Unternehmensziele, Nutzeranforderungen, rechtliche Vorgaben, Gebäudedaten oder Budgets. Die Aktivitäten im Prozess werden detailliert beschrieben (Aufgabe, Verantwortlichkeit, benötigte Ressourcen und Werkzeuge). Entscheidungs‑ und Eskalationspunkte sowie Schnittstellen zu anderen Prozessen werden festgelegt, um den Ablauf eindeutig zu steuern. Subprozesse können definiert werden, wenn ein komplexer Prozess in überschaubare Teilabschnitte gegliedert werden soll. Die Ausgaben (Outputs) jedes Prozesses können unterschiedlich sein, beispielsweise erbrachte FM‑Leistungen, strategische Pläne, Berichte, Genehmigungen oder Protokolle. Bei der Gestaltung wird berücksichtigt, auf welcher Ebene der Prozess angesiedelt ist: Strategische Prozesse zielen auf langfristige Planung und Steuerung, taktische Prozesse auf mittel- bis kurzfristige Planung und Beschaffung und operative Prozesse auf die tägliche Leistungserbringung. Durch diese Struktur und klare Schnittstellen wird sichergestellt, dass jeder Prozess zweckgerichtet, nachvollziehbar und verantwortbar ist.

Einführung

Die Entwicklung von FM‑Prozessen folgt dem Ziel, die Organisation mit strukturierten Abläufen zu unterstützen. Ausgehend von der Unternehmensstrategie und den primären Prozessen werden die FM‑Anforderungen analysiert und in konkrete Prozesslandschaften überführt. Typische Ergebnisse sind Prozesslandkarten, Prozessbeschreibungen, RACI‑Modelle (Verantwortlichkeitszuordnung) und geeignete Leistungskennzahlen. Diese Dokumente machen Abläufe transparent und dienen als Grundlage für Schulung, Steuerung und spätere Audits. Der Leitfaden liefert dafür die methodische Grundlage, indem er Definitionen, Prozessrahmen und Beispiele bereitstellt, sodass FM‑Organisationen eigene Prozesse normenkonform entwerfen und kontinuierlich verbessern können.

Bedeutung von FM‑Prozessen

Klare, dokumentierte Prozesse sind essenziell für das FM‑Governance. Sie schaffen Transparenz über Zuständigkeiten und Abläufe und ermöglichen ein effektives Controlling. Durch festgelegte Leistungsparameter werden Vergleiche von Servicequalität und -kosten möglich. Strukturierte FM‑Prozesse erleichtern zudem Entscheidungen über Eigen‑ oder Fremdvergabe, da klar ist, welche Anforderungen intern abgedeckt werden müssen. Ein weiterer Nutzen liegt im Risikomanagement: Einheitliche Prozesse machen Risiken (z. B. Ausfall von Leistungsträgern oder Compliance‑Verstöße) sichtbar und steuerbar. Insgesamt dienen die Prozesse als Fahrplan für die Kommunikation zwischen Auftraggebern und Dienstleistern und unterstützen die Einhaltung vertraglicher Vereinbarungen.

Prozesse auf strategischer Ebene

Die strategische Ebene im FM umfasst Leitungs- und Steuerungsaufgaben auf Unternehmensebene. Hier werden die langfristige Ausrichtung sowie Standards und Richtlinien festgelegt. Typische Prozesse sind: Ausrichtung der FM‑Strategie auf Unternehmensziele, Festlegung unternehmensweiter FM‑Anforderungen und -Standards, Steuerung von Investitionen in Immobilien und Infrastruktur, strategische Portfolio‑ und Flächenplanung sowie Reporting an die Geschäftsführung. Die strategische Ebene definiert den Bedarf – etwa der künftigen Büro- oder Produktionsflächen – und leitet daraus die Mindestanforderungen an Qualität und Leistung ab. Sie kontrolliert den FM‑Budgetrahmen und leitet Projekte wie Neugestaltung von Arbeitswelten oder große Instandhaltungsinvestitionen. Dabei berät sie die Geschäftsleitung, identifiziert Risiken (z. B. Markt‑ oder Standortrisiken) und initiiert Veränderungsprojekte. Somit legt die strategische Ebene die Grundlagen fest, um FM bedarfsgerecht mit der Unternehmensstrategie zu verzahnen.

Prozesse auf taktischer Ebene

Auf der taktischen Ebene werden die strategischen Vorgaben geplant und umgesetzt. Prozesse auf diesem Niveau umfassen mittelfristige Flächen- und Standortplanung, Vergabe von Diensten und Leistungen (Beschaffungsprozesse), Ausschreibungen und Vertragsverhandlungen, lebenszyklusorientiertes Vertragsmanagement sowie Anbieter- und Performance‑Management. Hier wird geprüft, ob Gebäude und Anlagen den Anforderungen (Zustand, Nachhaltigkeit, gesetzliche Vorgaben) entsprechen, und es werden Optimierungen umgesetzt (z. B. Revitalisierungen, Energiesparmaßnahmen). Die taktische Ebene koordiniert zudem die Zusammenarbeit mit den Fachbereichen, um Bedarfe zu bündeln und Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Sie sichert die Einhaltung der Standards und kontrolliert die Leistungserbringung der Dienstleister anhand der vereinbarten Kennzahlen. Sie sorgt dafür, dass die definierten Bedarfe erfüllt werden, und schafft die Voraussetzung für reibungslose operative Abläufe.

Prozesse auf operativer Ebene

Die operative Ebene steht für die konkrete Leistungserbringung im Tagesgeschäft. Hier laufen Prozesse wie Durchführung von Facility‑Services entsprechend den Leistungsvereinbarungen (SLA), Mängel- und Störungsmanagement, Wartung und Inspektion, Objektbetrieb und -überwachung sowie Tageskoordination und Schnittstellenmanagement. Die operative Ebene stellt sicher, dass Dienstleistungen wie Reinigung, Instandhaltung, Sicherheit, Catering etc. termingerecht und in der vereinbarten Qualität erbracht werden. Leistungskennzahlen werden fortlaufend überwacht, um Abweichungen früh zu erkennen. Die Dokumentation (z. B. Arbeitsberichte, Übergabeprotokolle) und das Reporting sorgen für Transparenz gegenüber den übergeordneten Ebenen. Tagesaktives Management und schnelle Reaktionsfähigkeit sind entscheidend. Auf der operativen Ebene wird das operative Facility Management kontrolliert abgewickelt – alle Schnittstellen werden so gestaltet, dass das Kerngeschäft des Unternehmens bestmöglich unterstützt wird.

Einführung

Die Bewertung (Audit) von FM‑Prozessen dient der systematischen Überprüfung der Prozessreife und -wirksamkeit. Sie definiert Untersuchungsgrenzen, Verantwortlichkeiten und geforderte Nachweise (z. B. Dokumente, Kennzahlen). Ziel ist es, festzustellen, wie gut die Prozesse mit den Unternehmenszielen harmonieren und wo Verbesserungspotenzial besteht. DIN EN 15221‑5 empfiehlt, die Bewertung in mehreren Schritten durchzuführen und die Ergebnisse in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess einzuspeisen (Management Review).

Grundsätze der FM‑Organisation

Die Organisation muss die Bewertung ermöglichen. Das heißt, Prozesse müssen dokumentiert, Verantwortlichkeiten festgelegt und Daten (Kennzahlen, Berichte) verfügbar sein. Eine stabile Datenbasis (hohe Datenqualität) und Nachvollziehbarkeit sind Voraussetzung für eine aussagekräftige Beurteilung. So sollten beispielsweise alle Prozessinputs und -outputs eindeutig erfasst und verantwortliche Stellen benannt sein. Ohne diese organisatorischen Grundlagen ist eine wirksame Prozessbewertung nicht möglich.

Schritt 1: Ausrichtung an der Unternehmensstrategie

Zunächst wird ermittelt, ob und wie die FM‑Prozesse die strategischen Ziele des Unternehmens unterstützen. Dabei wird analysiert, inwieweit Prozesse die Unternehmensstrategie reflektieren oder abweichen. Dazu werden Gap‑Analysen durchgeführt, um Lücken oder Überschneidungen zu identifizieren. FM‑Prozesse sollten stets an den Kernprozessen des Unternehmens ausgerichtet sein, denn nur so kann ihre Effektivität sichergestellt werden. Erkenntnisse aus diesem Schritt fließen direkt in die strategische Planung ein.

Schritt 2: Vernetzung der FM‑Prozesse

Im zweiten Schritt wird geprüft, wie FM‑Prozesse miteinander und mit anderen Organisationseinheiten vernetzt sind. Es wird beurteilt, ob Schnittstellen klar definiert und reibungslos gestaltet sind. Untersucht wird beispielsweise, ob Übergaben zwischen strategischer, taktischer und operativer Ebene sowie zu Fachbereichen oder externen Dienstleistern funktionieren. Störungen an den Übergabepunkten erhöhen das Risiko für Fehler. Die Norm betont, dass eine durchgängige Vernetzung nötig ist, da die Ebenen zusammenarbeiten müssen. In der Bewertung werden daher Schnittstellen, Abhängigkeiten und Zuständigkeiten analysiert und optimierungsbedürftige Übergänge identifiziert.

Schritt 3: Daten und Informationen

FM‑Prozesse sind datengetrieben. Hier wird geprüft, welche Daten als Grundlage für die Prozesse dienen (z. B. Raumbuchdaten, Anlagenhistorien, Kennzahlen) und wie deren Qualität ist. Wichtige Fragen sind: Sind die Daten vollständig, aktuell und eindeutig einer Verantwortlichkeit zugeordnet? Gibt es ein Reporting‑System mit validen Kennzahlen? Die Kontrolle der Datenqualität stellt sicher, dass Entscheidungen auf belastbarer Basis getroffen werden. Mängel in der Datenbasis führen zu fehlerhaften Bewertungen von Prozessen und müssen adressiert werden.

Schritt 4: Arbeitsabläufe

Im vierten Schritt werden die Prozessabläufe selbst untersucht. Bewertet werden Klarheit, Verständlichkeit und Steuerbarkeit der Workflows: Hat jeder Prozess einen klaren Anfangs- und Endpunkt? Sind Inputs, Aktivitäten, Entscheidungspunkte und Outputs dokumentiert? Sind Verantwortlichkeiten und Ressourcen bekannt? Die Norm legt nahe, Abläufe visuell darzustellen (z. B. mittels Flowcharts) und mit Protokollen von Entscheidungsregeln zu hinterlegen. Hier werden auch Kontrollpunkte überprüft: Gibt es definierte Prüfungen oder Berichtsmechanismen, mit denen Abweichungen erkannt werden? Mangelnde Dokumentation oder unklare Abläufe sind typische Verbesserungsfelder, die identifiziert und behoben werden.

Schritt 5: Steuerung und Kontrolle der FM‑Prozesse

Schließlich wird die Effektivität des Prozesscontrollings bewertet. Dabei stehen Kennzahlen, Soll‑Ist‑Vergleiche und Korrekturmaßnahmen im Mittelpunkt. Sind für jeden Prozess geeignete KPIs definiert? Werden Sollwerte (z. B. Reaktionszeiten, Kundenzufriedenheit) regelmäßig überwacht? Und werden bei Abweichungen entsprechende Maßnahmen (z. B. Eskalationsprozesse) ausgelöst? Die Ergebnisse dieser Prüfung werden in das Verbesserungsmanagement integriert: Prozesse, die Optimierungsbedarf aufweisen, erhalten einen Aktionsplan, der in Management‑Reviews dokumentiert wird. Dadurch wird sichergestellt, dass festgestellte Prozessschwächen systematisch behoben werden.