DIN 13080:2016-06 Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche und Funktionsstellen
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DIN 13080:2016-06 – Gliederung des Krankenhauses in Funktionsbereiche und Funktionsstellen
Die Norm DIN 13080:2016-06 definiert ein krankenhausspezifisches Klassifikationsschema, das Krankenhäuser in übergeordnete Funktionsbereiche und untergeordnete Funktionsstellen gliedert. Damit wird ein einheitlicher Ordnungsrahmen für Bedarfsplanung, Bauplanung, Flächenbewertung und vergleichende Analysen geschaffen. Wesentlicher Kern der Norm ist die Differenzierung von nutzungsbezogenen Bereichen und technischen Funktionsflächen nach krankenhausspezifischen Aufgaben. Die Ermittlung der Flächen selbst erfolgt nach den Regeln der DIN 277-1, sodass Klassifikation (DIN 13080) und Flächenmessung (DIN 277) in der Praxis methodisch konsistent sind. Dabei legt die DIN 13080 keine betrieblichen Organisationsstrukturen oder Zuständigkeiten fest – übliche Bezeichnungen wie Abteilung oder Station können weiterhin verwendet werden. Die Norm dient somit als gemeinsame Planungsgrundlage und Verständigungsbasis für Betreiber, Nutzer, Planer und Facility-Management-Teams.
Norm für Raum- und Flächenmanagement im FM
- Geltungsbereich
- Normative Verweise
- Begriffe und Definitionen
- Klassifizierungskonzept
- Gliederungsstruktur des Krankenhauses
- Funktionsbereiche
- Funktionsstellen
- Identifikationsprinzipien
- Beziehung zur Flächenberechnung
- Anwendung in Planungs-
- Dokumentationsanforderungen
Geltungsbereich
Die DIN 13080 gilt für Krankenhäuser, Hochschul- und Universitätskliniken sowie vergleichbare Gesundheitseinrichtungen jeder Größenordnung. Sie dient als Rahmenwerk für Bedarfsplanung und Bauplanung und ermöglicht eine vergleichende Auswertung und Beurteilung verschiedener Krankenhäuser. Maßgeblich ist dabei die funktionale Klassifikation von Krankenhausbereichen (Funktionsbereiche/-stellen), nicht die Flächenberechnung selbst. Die Flächenauswertung erfolgt nach DIN 277-1. Explizit legt die Norm keine organisatorischen Verantwortlichkeiten, keine bestimmten Betriebsstrukturen und keine konkrete Organisationsform fest. Gängige Bezeichnungen (etwa Abteilungen und Stationen) können somit unverändert bleiben. Ziel ist vielmehr, ein einheitliches Planungsinstrument bereitzustellen und die Kommunikation aller an Planung und Bewertung Beteiligten zu vereinfachen.
Normative Verweise
Für die Flächenermittlung in der DIN 13080 ist die DIN 277-1 maßgeblich Das bedeutet, dass die Norm festlegt, welche Krankenhausbereiche klassifiziert werden, während DIN 277 detailliert vorgibt, wie die entsprechenden Flächen zu berechnen sind. In der Praxis müssen in der Planungsdokumentation beide Normen stets konsistent angewendet werden – insbesondere sind Flächenangaben nach DIN 277 zu klassifizieren. Alle weiteren normativen Verweise sind integraler Bestandteil des Planungs- und Bewertungssystems nach DIN 13080.
Begriffe und Definitionen
Die DIN 13080 schafft ein einheitliches Begriffsverständnis für alle Beteiligten an Klinikplanung und FM. Wesentliche Begriffe sind „Funktionsbereich“ und „Funktionsstelle“. Ein Funktionsbereich bildet eine übergeordnete Gruppe krankenhausspezifischer Aufgaben (z. B. Diagnostik, Pflege, Verwaltung), während eine Funktionsstelle einen operativen Unterbereich mit zusammengehörigen Tätigkeiten darstellt. Die Norm unterscheidet dabei zwischen nutzungsbezogenen Funktionsbereichen (z. B. Diagnostik und Therapie, Pflegeeinheiten) und technischen Funktionsbereichen (z. B. Gebäudetechnik, Versorgung). Jede Funktionsstelle erhält eine eindeutige Kennung, sodass über einen standardisierten Zifferncode eine Vergleichbarkeit zwischen Kliniken ermöglicht wird. Durch die Standardisierung der Begriffe wird die Verständigung zwischen Auftraggeber, Klinikpersonal, Planern und Facility Managern erleichtert.
Klassifizierungskonzept und Planungsprinzipien
Die DIN 13080 setzt konsequent auf einen funktionsorientierten Aufbau: Die Klassifikation folgt den zu erbringenden Aufgaben im Krankenhaus, nicht der internen Abteilungsstruktur. Dies schafft eine standardisierte Struktur, die Klinik zu Klinik vergleichbar ist. Durch diese Norm wird eine gemeinsame Sprache für das Portfolio- und Benchmarking geschaffen. Gleichzeitig bleibt die Klassifikation planungsneutral – sie schreibt keine baulichen Lösungen oder betriebswirtschaftlichen Modelle vor. Ein weiteres Prinzip ist die Trennung von Klassifikation und Messung: DIN 13080 legt die funktionale Gliederung fest, während DIN 277 die Flächenberechnung definiert. Auf dieser Basis können FM-Abteilungen Flächenkennzahlen (z. B. Kosten pro m²) und Auslastungs-KPIs einheitlich erheben.
Gliederungsstruktur des Krankenhauses
Nach DIN 13080 wird ein Krankenhaus hierarchisch unterteilt: zuerst Gesamtkrankenhaus, dann Funktionsbereiche und schließlich Funktionsstellen. Diese Struktur wird in der Planungsphase konsequent genutzt – von der Bedarfsplanung über die Bau- und Funktionsplanung bis hin zur Raumprogrammerstellung. Für das Facility Management ist sie das steuerungsrelevante Gerüst: Beispielsweise dienen die Einheiten auf Hospital-, Bereichs- und Stellebene als Grundlage für Portfolioberichte, strategische Flächenallokation und Kosten-/Leistungsverrechnung.
| Strukturebene | Standardrolle | Typische FM-Nutzung |
|---|---|---|
| Krankenhaus (gesamt) | Referenzobjekt für Planung und Bewertung | Portfolioberichte, Standort-Kennzahlen, Kosten-/Flächenrelationen |
| Funktionsbereich | Übergeordneter Funktionscluster (vergleichbar) | Budgetplanung, strategische Flächenallokation, Benchmarking |
| Funktionsstelle | Operativ sinnvolle Planungseinheit | Raumprogramm-Module, Dienstleistungszuordnung, Auslastungstracking |
Funktionsbereiche
Die DIN 13080 definiert einen festen Satz von Funktionsbereichen als oberste Gliederungsebene. Diese bilden konsistente Gruppen für klinische und nicht-klinische Aufgaben. Jedem Funktionsbereich sind eindeutig einzelne Funktionsstellen zugeordnet. Die Hauptkategorien umfassen etwa: Diagnostik und Therapie (z. B. Radiologie, Labore, OP-Abteilungen), Pflege/Stationäre Versorgung (z. B. Normalstationen, Intensivstationen, Bettenaufbereitung), Ambulante und Aufnahmeleistungen (z. B. Notaufnahme, Ambulanzen, Aufnahmestationen), Verwaltung und Management (z. B. Verwaltungsbüros, IT-Abteilung, Personalwesen), Versorgung und Logistik (z. B. Lager, Zentralküche, Sterilisationszentrum), Allgemeine Dienste (z. B. Personalverpflegung, Hauswirtschaft, Textilservice), Erschließung und gemeinsame Bereiche (z. B. Flure, Treppenhäuser, Aufenthaltsbereiche) sowie Technische Gebäudetechnik (z. B. Heizungs-, Lüftungs- und Elektrotechnikzentralen). Jeder Funktionsstelle muss genau ein solcher Funktionsbereich zugewiesen werden.
| Funktionsbereich (Kategorie) | Kategorie-Zweck (grundlegend) | Beispiel-Funktionsstellen (nicht abschließend) |
|---|---|---|
| Diagnostik und Therapie | Diagnose- und Behandlungsfunktionen | Bildgebung (Radiologie), Labore, Endoskopie, OP |
| Pflege / Stationäre Versorgung | Patientenunterbringung und pflegerische Versorgung | Normalstationen, Intensivstationen, Geriatrie, Dialyse |
| Ambulante/Aufnahmeleistungen | Zuweisung, Notaufnahme und ambulante Versorgung | Notaufnahme, Ambulante Sprechstunden, Aufnahmestationen |
| Verwaltung und Management | Führungs- und Verwaltungsfunktionen | Klinikverwaltung, Personalwesen, Medizintechnik-Management |
| Versorgung und Logistik | Interne Versorgung und Materialfluss | Lager, Zentralküche, Sterilisationszentrum, Bettenversorgung |
| Allgemeine Dienste | Unterstützende Einrichtungen | Personalrestaurant, Wäscherei, Hauswirtschaft |
| Erschließung/Gemeinschaftsbereiche | Verkehrs- und Gemeinschaftsflächen | Flure, Treppenhäuser, Patienten- und Personalaufenthaltsräume |
| Technische Gebäudetechnik | Versorgungstechnik und Gebäudetechnik | Heizungszentrum, Lüftungs- und Klimaanlagen, IT-Räume, Aufzugsanlagen |
Funktionsstellen
Funktionsstellen sind die konkreten Planungseinheiten innerhalb eines Funktionsbereichs. Jede Funktionsstelle fasst fachlich eng zusammenhängende Räume und Abläufe zusammen. Sie dienen als Bausteine für das Raumprogramm und die operative Planung: Räumen werden Funktionsstellen zugeordnet, um Dienstleistungsprozesse abzubilden. Durch die standardisierte Gliederung der Funktionsstellen können Flächenberichte und Leistungskennzahlen über verschiedene Kliniken hinweg vergleichbar erstellt werden. Die klare Zuordnung von Räumen zu Funktionsstellen stellt sicher, dass die Planungsannahmen und Leistungspflichten eindeutig definiert sind.
Kodierungs- und Identifikationsprinzipien
Jede Funktionsstelle erhält gemäß DIN 13080 eine eindeutige Kennung. Dieses Nummernschema ermöglicht das Vergleichen von Flächendaten unabhängig von der lokalen Abteilungsstruktur. Sonder- oder gemeinsame Einheiten (etwa übergreifende Serviceeinrichtungen) werden nach festgelegten Regeln einem Funktionsbereich zugeordnet, um Mehrfachzuweisungen zu vermeiden.
| Dokumentationsfeld | Warum es für FM-Planung/-Steuerung wichtig ist | Typisches Ausgabedokument |
|---|---|---|
| Funktionsstellen-Name/Kennung | Vergleichbarkeit und eindeutige Referenzierung | Flächenregister bzw. Masterliste |
| Zugeordneter Funktionsbereich | Konsistente Aggregation der Flächenmeldungen | Hierarchieebene im Flächenreporting |
| Betriebszweck der Einheit | Korrekte Dienstleistungszuordnung und KPI-Basis | Leistungskatalog bzw. Leistungsverrechnung |
| Raumprogramm-Referenz | Nachvollziehbarkeit der Bedarfsplanung | Modul im Raumprogramm |
| Schnittstellenabhängigkeiten | Koordination zwischen Einheiten | Schnittstellen-Matrix |
Beziehung zur Flächenberechnung (DIN 277-Schnittstelle)
Für die Flächenermittlung ist gemäß DIN 13080 die DIN 277-1 maßgeblich. Die Norm schafft die funktionale Gliederung der Krankenhausflächen, die Messtechnik liefert die Fläche selbst. Für das Facility Management bedeutet das: Mit bekannten Flächenarten nach DIN 277 (Nutzflächen, Verkehrsflächen, Funktionsflächen) lassen sich einheitliche Controlling-Kennzahlen bilden. So ermöglicht die Kombination aus DIN 13080 und DIN 277 etwa die Berechnung von Kosten pro Quadratmeter nach Funktionsbereichen oder die Ermittlung von Auslastungen auf Basis der Netto-Grundfläche.
Anwendung in Planungs- und Bewertungsprozessen
Die funktionsorientierte Struktur der DIN 13080 kommt in allen Planungsphasen zum Einsatz. Sie dient der Bedarfsplanung (Ermittlung des Flächenbedarfs pro Funktion) und bildet die verbindliche Basis für die Bau- und Funktionsplanung. Durch die standardisierte Gliederung kann die Flächenstruktur verschiedener Krankenhäuser verglichen werden, was Benchmarking und Szenarioanalysen ermöglicht. Auch für das Facility Management ist die Norm ein geeignetes Steuerungsinstrument: Die einheitliche Funktionsstruktur unterstützt Flächendaten-Governance, servicebasierte Kostenallokation und ein rollierendes Portfolio-Reporting auf Klinik-Ebene.
Dokumentationsanforderungen und Ergebnisse
Zur konsistenten Anwendung der Klassifikation sollten die betroffenen Bereiche dokumentiert und gepflegt werden. Typische Vorgaben sind ein kontrolliertes Verzeichnis aller Funktionsbereiche und -stellen mit deren Codes sowie eine Zuordnungsmatrix von Räumen zu Funktionsstellen. Diese Unterlagen legen fest, welche Räume wie klassifiziert sind und wie Mehrdeutigkeiten entschieden wurden. Typische Ergebnisdokumente in einem FM-Governance-System sind etwa: eine Funktionsstrukturliste (offizielle Auflistung aller Codes), eine Zuordnungsmatrix (Räume → Funktionsstellen), ein Bewertungsrahmen für Vergleichsanalysen und ein Änderungsprotokoll zur Nachvollziehbarkeit von Klassifizierungsänderungen.
| Dokument / Ergebnis | Inhalt (grundlegend) | Hauptverwendungszweck |
|---|---|---|
| Masterliste Funktionsstruktur | Offizielle Liste aller Funktionsbereiche und -stellen mit Kennzahlen | Einheitliche Planungsgrundlage |
| Zuordnungsmatrix Räume | Abbildung der Raumzuordnungen auf Funktionsstellen | Flächencontrolling und Reporting |
| Bewertungsrahmen | Vorgaben zur funktionalen Vergleichsanalyse | Benchmarking und Szenarioanalyse |
| Änderungsprotokoll | Dokumentation von Klassifizierungsentscheidungen über die Zeit | Nachvollziehbarkeit und Governance |
