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GEFMA 270-1: Ressourcenbemessung im FM

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GEFMA 270-1 Ressourcenbemessung im Facility Management Budget und Personalplanung für den Gebäudebetrieb

GEFMA 270-1: Systematische Ressourcenplanung als Steuerungsinstrument im FM

Die systematische Ressourcenplanung im Facility Management bildet ein zentrales Steuerungsinstrument für Organisationen und Betreiber. Die Richtlinie GEFMA 270-1 (Ausgabe 2021-02) stellt dazu einen methodisch fundierten Ordnungsrahmen für die Personal- und Budgetplanung bereit. Ziel ist es, den ressourcenbezogenen Bedarf von FM-Leistungen nachvollziehbar, vergleichbar und kennzahlenbasiert zu ermitteln, um sowohl operative Leistungsfähigkeit als auch wirtschaftliche Steuerbarkeit sicherzustellen. Die GEFMA 270-1 richtet sich an Eigentümer, Betreiber, FM-Leitungen und Controlling-Funktionen und unterstützt die bedarfsgerechte Dimensionierung von Personal- und Sachressourcen im Spannungsfeld von Qualität, Kosten, Verfügbarkeit und rechtlichen Anforderungen.

Vorgaben zur quantitativen Bemessung des Personal- und Ressourcenbedarfs im Facility Management

Zielsetzung der Richtlinie

Die Richtlinie verfolgt das Ziel, eine strukturierte Methodik zur Ermittlung des Ressourcenbedarfs im Facility Management zu etablieren. Sie bietet einen praxisorientierten Leitfaden, der eine enge Abstimmung zwischen Leistungsanforderungen, Leistungsdefinition und Ressourcenbedarf ermöglicht. Durch systematische Vorgehensweisen werden die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Planung und Steuerung gelegt. Die GEFMA 270-1 dient damit als unterstützendes Instrument für FM-Leitungen und Controlling im Sinne einer planvollen Ressourcenallokation.

Der Geltungsbereich umfasst:

  • Technisches, infrastrukturelles und kaufmännisches Facility Management

  • Eigen- und Fremdleistungsmodelle

  • Einzelobjekte, Standorte und größere Immobilienportfolios

Nutzen für das Facility Management

  • Schaffung von Transparenz bezüglich des Ressourcenbedarfs

  • Grundlage für eine fundierte und bedarfsgerechte Budgetplanung

  • Nachhaltige Sicherstellung der Leistungsqualität im Betrieb

Begriff und Verständnis von Ressourcen

Im Facility Management werden Ressourcen als alle notwendigen Mittel und Kapazitäten zur Erbringung der FM-Leistungen verstanden.

Dazu zählen insbesondere:

  • Personalressourcen: Qualifizierte Mitarbeiter und deren Arbeitszeitkapazitäten

  • Sachressourcen: Betriebsmittel, Einrichtungen, technische Ausstattungen und Verbrauchsmaterialien

  • Finanzressourcen: Budgetierte Finanzmittel für Betrieb, Instandhaltung und Dienstleistungen

Bedeutung der Ressourcenplanung

Die Ressourcenplanung bildet im FM den verbindenden Baustein zwischen Leistungsanforderungen, Organisation und wirtschaftlicher Steuerung. Sie stellt sicher, dass das geforderte Leistungsportfolio mit den vorhandenen oder geplanten Ressourcen realisiert werden kann. Durch eine gezielte Ressourcenplanung lassen sich Effizienzpotenziale heben, Über- oder Unterdimensionierungen vermeiden und die Wirtschaftlichkeit der Serviceerbringung steigern. Dadurch unterstützt sie eine belastbare Abstimmung von Qualität, Kosten und Verfügbarkeit im Facility Management.

Objekt- und nutzungsbezogene Einflussgrößen

  • Gebäudetyp und Nutzung: Unterschiedliche Gebäudetypen (z.B. Büro, Wohnen, Industrie, Bildung) und die Nutzungsart beeinflussen direkt den Leistungsumfang. Büro- und Verwaltungsgebäude erfordern andere Servicekonzepte als Schulen, Krankenhäuser oder Produktionsanlagen.

  • Flächengröße und -layout: Größere Flächen und komplexe Raumaufteilungen steigern typischerweise den Reinigungs- und Wartungsaufwand.

  • Technische Ausstattung: Umfangreiche technische Gebäudeausstattung (z.B. Heizung, Lüftung, Aufzüge, IT-Systeme) und ein hoher Automatisierungsgrad erhöhen den Wartungsbedarf und die Komplexität der Betreuung.

  • Betriebs- und Nutzungszeiten: Längere Betriebszeiten (z.B. 24/7-Betrieb) und Mehrschichtbetrieb führen zu einem deutlich höheren Instandhaltungs- und Personalbedarf im Vergleich zu starren Tagesbetriebszeiten.

Zu den organisatorischen und vertraglichen Rahmenbedingungen zählen:

  • Organisationsform: Je nach Aufbau der FM-Organisation (zentral, dezentral, Shared-Services-Modelle) variieren die Zuständigkeiten und damit der Personalbedarf. In Eigenleistung erbrachte Services erfordern mehr internes Personal, während ausgelagerte Leistungen Steuerungs- und Managementkapazitäten beanspruchen.

  • Leistungsumfang: Der festgelegte Umfang der Facility Services – von einfacher Instandhaltung bis zum kompletten Gebäudebetrieb – definiert, welche Ressourcen benötigt werden.

  • Service-Level-Vereinbarungen (SLAs): Vereinbarte Leistungsniveaus (z.B. garantierte Reaktionszeiten, Qualitätsstandards) legen fest, mit welcher Intensität und Schlagzahl Leistungen erbracht werden müssen, und beeinflussen unmittelbar den Ressourcenbedarf.

  • Betreiberpflichten und rechtliche Vorgaben: Gesetzliche Betreiberverantwortungen und Vorschriften (z.B. Arbeitssicherheit, Umweltauflagen, technische Normen) können zusätzliche Aufgaben (Wartungen, Prüfungen, Kontrollen) erzeugen und damit Personal- und Kostenbedarf erhöhen.

Abgrenzung der FM-Leistungen

Eine präzise Abgrenzung der zu erbringenden Facility Services bildet die Basis jeder Ressourcenplanung. Dazu werden die einzelnen Leistungen systematisch beschrieben, inklusive ihrer Inhalte, Häufigkeiten und Qualitätsanforderungen. Nur so lassen sich Aufwand und erforderliches Personal für jede Leistung transparent ermitteln. Typische FM-Leistungen sind beispielsweise die technische Betreuung von Anlagen, die Reinigung, Sicherheitsdienste oder kaufmännische Aufgaben wie Vertrags- und Rechnungsmanagement. Eine klare Leistungsdefinition verhindert Unklarheiten und sichert die Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Objekten und Planungsperioden.

Leistungsstruktur im FM

Leistungsbereich

Typische Inhalte

Ressourcenrelevanz

Technisches FM

Betrieb, Instandhaltung

Hoch

Infrastrukturelles FM

Reinigung, Sicherheit

Mittel

Kaufmännisches FM

Controlling, Verträge

Indirekt

Vorgehensweise der Richtlinie

Die Richtlinie beschreibt einen systematischen Ablauf von der Leistungsdefinition bis zur Ressourcenbewertung. Zunächst werden die zu erbringenden Leistungen klar definiert und quantifiziert (z.B. Flächenangaben, Nutzung, Servicehäufigkeiten). Auf dieser Basis folgt die eigentliche Bedarfsermittlung: Unter Einbeziehung der objektspezifischen Einflussfaktoren wird der erforderliche Personal- und Sachaufwand berechnet. Abschließend werden die ermittelten Aufwände in monetäre Budgets überführt und einer Bewertung unterzogen, um Konsistenz und Plausibilität sicherzustellen. Dieser strukturierte Prozess gewährleistet Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Ressourcenplanung.

Die Bedarfsermittlung kann mit verschiedenen Ansätzen erfolgen:

  • Erfahrungsbasierte Methoden: Nutzung von Branchenrichtwerten oder Erfahrungswerten, z.B. pauschale Personalkennzahlen (Personal je m², Wartungsfälle pro Jahr), um schnell Näherungswerte zu erhalten.

  • Kennzahlenorientierte Methoden: Einsatz spezifischer Kennzahlen und Benchmarks, etwa aus Vergleichsgruppen oder GEFMA-Empfehlungen, die den Ressourcenbedarf bezogen auf definierte Leistungsgrößen ausdrücken.

  • Analytische Methoden: Detaillierte Zerlegung der Prozesse und zeitliche Kalkulation (z.B. mittels Prozesszeiten oder Zeitstudien), um den Personalbedarf präzise zu berechnen.

Ermittlung des Personalbedarfs

Zur Personalbedarfsplanung werden zunächst die Leistungsvolumen ermittelt (z.B. zu reinigende Fläche, Anzahl der Instandhaltungsaufträge, Büroarbeitsstunden). Anhand von Prozesszeiten oder standardisierten Zeitrichtwerten wird dann der Aufwand pro Leistung berechnet. Die Summe aller Aufwände ergibt den Gesamtbedarf an Arbeitsstunden. Durch Division durch die verfügbare Arbeitszeit eines Vollzeitmitarbeiters (unter Berücksichtigung von Urlaub, Krankheit und weiteren Ausfallzeiten) lässt sich der erforderliche Personalbestand bestimmen. Auf diese Weise wird der notwendige Personaleinsatz aus quantitativen Leistungskennzahlen und Zeitanforderungen abgeleitet.

Qualitative Anforderungen an Personalressourcen

Bei der Festlegung des Personalbedarfs spielen neben quantitativen Größen (Leistungsmenge, Zeitaufwand) auch qualitative Merkmale (z.B. fachliche Qualifikationen) eine zentrale Rolle.

Die folgende Übersicht illustriert wesentliche Parameter und ihren Planungszweck:

Parameter

Beschreibung

Zweck

Leistungsmenge

Umfang der FM-Leistungen

Bedarfsermittlung

Zeitaufwand

Prozess- und Einsatzzeiten

Kapazitätsplanung

Qualifikation

Fachliche Anforderungen

Rechtssicherheit

Ableitung des Budgetbedarfs

Der aus der Ressourcen- und Personalplanung abgeleitete Personal- und Sachaufwand wird in einen monetären Budgetplan überführt. Dazu werden die ermittelten Vollzeitstellen mit marktüblichen Gehalts- und Gemeinkostensätzen bewertet, und geplante Material- und Fremdkosten (z.B. für Instandhaltung, Fremdfirmen) ergänzen die Kalkulation. So entsteht ein gesamtheitliches Budget, das sowohl Lohn- und Gehaltskosten als auch alle weiteren betrieblichen Aufwendungen abbildet. In der Budgetplanung werden zudem zukünftige Kostensteigerungen (z.B. Inflation) und Rücklagen für Unvorhergesehenes berücksichtigt.

Verbindung von Personal- und Sachkosten

Für eine sinnvolle Budgetplanung müssen Personal- und Sachkosten zusammen betrachtet werden. Nur in der Gesamtschau ist eine wirtschaftliche Steuerung möglich, beispielsweise bei Abwägungen zwischen Inhouse-Personal und der Fremdvergabe von Leistungen. Die gemeinsame Betrachtung erlaubt es, Auswirkungen von Personalkapazitäten auf Sachkosten abzuschätzen (z.B. führt mehr eigenes Personal zu weniger Fremdvergaben) und eine ausgewogene Kostenstruktur zu planen. Dies schafft Transparenz über die volle Kostenbasis der FM-Leistungen und erleichtert fundierte Entscheidungen bei Verschiebungen zwischen Personal- und Sachkostenanteilen.

Rolle von Kennzahlen

Kennzahlen spielen im Facility Management eine zentrale Rolle als Steuerungs-, Vergleichs- und Prognoseinstrumente. Sie erlauben eine objektive Bewertung des Personal- und Ressourcenaufwands sowie der Kostenstruktur. Mit Hilfe von Kennzahlen lassen sich Soll-Ist-Vergleiche durchführen, Trends erkennen und Effizienzpotenziale ableiten. Durch regelmäßiges Monitoring unterstützen sie die frühzeitige Erkennung von Abweichungen und bilden die Grundlage für fundierte Managemententscheidungen im FM.

Typische Kennzahlen für die Ressourcenplanung im FM sind:

Kennzahl

Aussage

Anwendungszweck

m² pro FM-Mitarbeiter

Personalintensität

Vergleich

Kosten je m²

Wirtschaftlichkeit

Budgetsteuerung

Typische FM-Kennzahlen zur Ressourcenplanung

Die Kennzahl „m² pro FM-Mitarbeiter“ drückt aus, welchen Flächenbereich ein Mitarbeiter im Durchschnitt betreut (Personalintensität) und wird zum internen oder externen Vergleich genutzt. Die Kennzahl „Kosten je m²“ gibt Auskunft über die Wirtschaftlichkeit der Facility Services und ist besonders für die Budgetsteuerung relevant.

Plausibilitätsprüfungen

Die ermittelten Ressourcenbedarfe werden einer Plausibilitätsprüfung unterzogen, um ihre Angemessenheit sicherzustellen. Dabei werden Kennzahlenvergleiche mit internen Vorjahren oder branchenüblichen Werten durchgeführt und auf offensichtliche Abweichungen überprüft. Unrealistisch hohe oder niedrige Werte deuten auf mögliche Planungsfehler oder übersehene Einflussgrößen hin und müssen nachgeprüft werden. Diese Überprüfung erhöht die Verlässlichkeit der Planung und beugt einer Fehllokation von Ressourcen vor.

Interne und externe Vergleiche

Vergleichsmaßstäbe spielen bei der Ressourcenplanung eine wichtige Rolle. Im internen Vergleich werden ähnliche Objekte oder Standorte innerhalb der Organisation gegenübergestellt, um Inkonsistenzen aufzudecken oder Best-Practice-Beispiele zu identifizieren. Externe Benchmarks, etwa branchenspezifische Kennzahlen und Statistiken, erlauben die Einordnung in einen überregionalen Kontext. Durch Benchmarking lässt sich ermitteln, ob der eigene Ressourcenansatz unter oder über dem Branchendurchschnitt liegt, und es können Ansatzpunkte für Optimierungen abgeleitet werden.

Verknüpfung mit Budget-, Leistungs- und Kapazitätsplanung

Die Ergebnisse der Ressourcenplanung fließen in übergeordnete FM-Planungs- und Steuerungsprozesse ein. Beispielsweise werden sie mit der Budgetplanung verzahnt, indem die ermittelten Kostenpositionen in den Finanzplan übernommen werden. Ebenso ergänzen sie die Leistungsplanung, da aus dem Ressourcenplan die erbringbare Servicequalität abgeleitet werden kann. Auf Kapazitätsebene ermöglicht die Planung eine vorausschauende Dienstplan- oder Schichtplanung, weil die benötigten Personalstunden für anstehende Aufgaben bekannt sind. Die enge Verknüpfung steigert die Konsistenz aller Managementprozesse und sorgt für ein ganzheitliches Controlling.

Unterstützung strategischer Entscheidungen

Eine fundierte Ressourcenplanung liefert entscheidungsrelevante Informationen für strategische FM-Fragen. Zum Beispiel dient sie als Grundlage für Make-or-Buy-Entscheidungen, indem sie aufzeigt, ob der Eigenbetrieb oder die Fremdvergabe von Leistungen kosteneffizienter ist. Sie beeinflusst auch die Wahl des Organisationsmodells (z.B. zentrales vs. dezentrales Facility Management) durch Transparenz über Kapazitäten und Verantwortlichkeiten. Langfristig unterstützt die Ressourcenplanung damit die strategische Ausrichtung des Facility Managements und die nachhaltige Optimierung der Betriebsstruktur.

Dynamische Anpassung

Die Ressourcenplanung muss dynamisch an veränderte Rahmenbedingungen angepasst werden. Neue Nutzungen, erweiterte Serviceanforderungen oder gesetzliche Änderungen können dazu führen, dass sich der Ressourcenbedarf verschiebt. Deshalb sind regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen der Planung unerlässlich, um zeitnah auf Veränderungen zu reagieren. So bleibt sichergestellt, dass Personal- und Budgetplanung stets den aktuellen Anforderungen entspricht.

Skalierung auf Portfolioebene

Die vorgestellten Planungsprinzipien lassen sich auch auf größere Immobilienportfolios skalieren. Durch die Aggregation von Objektdaten können übergreifende Analysen und einheitliche Benchmarks für verschiedene Standorte erstellt werden. So lassen sich Synergien und Effizienzsteigerungen im gesamten Bestand erkennen, etwa durch Zentralisierung von Teilbereichen oder Standardisierung von Abläufen. Die Methodik der GEFMA 270-1 bietet hierfür den Rahmen, um die Ressourcenplanung auf Portfolioebene strukturiert zu gestalten.

Operativer Nutzen

  • Bedarfsgerechter Personaleinsatz ohne Über- oder Unterkapazitäten

  • Transparente und belastbare Budgetplanung mit nachvollziehbarer Kostenzuordnung

  • Sichergestellte und messbare Leistungsqualität durch abgestimmte Ressourcen

Strategischer Nutzen

  • Verbesserte Steuerbarkeit des Facility Managements durch fundierte Entscheidungsgrundlagen

  • Nachhaltige Ressourcennutzung und Effizienzsteigerung über den gesamten Lebenszyklus

  • Erhöhte Transparenz für Management und Stakeholder, was langfristig Wettbewerbsvorteile schafft