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ISO 22313 Sicherheit und Resilienz -BCM-System

Facility Management: Organisationsentwicklung » Normen » ISO » ISO 22313 Business Continuity Management System

Darstellung des Business Continuity Management Systems nach ISO 22313 zur Aufrechterhaltung kritischer Geschäftsprozesse im Facility Management

ISO 22313: Business Continuity in die Organisation übersetzen

Die ISO 22313:2020 „Security and resilience – Business continuity management systems – Guidance on the use of ISO 22301“ unterstützt Organisationen bei der praktischen Anwendung eines Business Continuity Management Systems (BCMS). Während ISO 22301 die Anforderungen an ein BCMS definiert, erläutert ISO 22313, wie diese Anforderungen organisatorisch umgesetzt, aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert werden können.

Für das Facility Management besitzt dieser Ansatz besondere Bedeutung. Gebäude, technische Anlagen und Facility Services bilden häufig die physische Voraussetzung dafür, dass kritische Geschäftsprozesse überhaupt fortgeführt werden können.

Business Continuity mit ISO 22313 systematisch stärken

Kritische FM-Leistungen identifizieren

Business Continuity beginnt mit der Frage, welche Leistungen innerhalb welcher Zeit wieder verfügbar sein müssen. Im Facility Management können beispielsweise kritisch sein:

  • Strom- und Ersatzstromversorgung,

  • Wärme-, Kälte- und Medienversorgung,

  • Gebäudeautomation und Leitstände,

  • Brand- und Sicherheitstechnik,

  • Zutrittsorganisation,

  • Rechenzentrums- und Serverraumversorgung,

  • Trinkwasser und Sanitärversorgung,

  • technische Rufbereitschaften,

  • Sicherheits-, Reinigungs- und Logistikleistungen,

  • verfügbare Ersatzarbeits- oder Ausweichflächen.

Nicht jede FM-Leistung benötigt dabei dieselbe Wiederherstellungspriorität.

Business Impact und technische Abhängigkeiten verbinden

Fragestellung

Bedeutung für das Facility Management

Welcher Prozess ist kritisch?

Kritische Nutzer und Funktionen identifizieren

Welche Infrastruktur benötigt er?

Gebäude, Anlagen und Services zuordnen

Wie lange darf der Ausfall dauern?

Wiederherstellungspriorität bestimmen

Welche Abhängigkeiten bestehen?

Energie, IT, Personal und Dienstleister betrachten

Welche Alternativen existieren?

Redundanzen und Ersatzverfahren festlegen

Wer entscheidet im Ereignisfall?

Rollen und Eskalationswege definieren

Damit wird aus einer allgemeinen Notfallplanung ein konkretes Kontinuitätsmodell für Gebäude und technische Infrastruktur.

Für wesentliche Anlagen und Services sollten realistische Ausfallszenarien betrachtet werden, beispielsweise:

  • längerfristiger Stromausfall,

  • Ausfall zentraler Gebäudeautomation,

  • Brand oder Wasserschaden,

  • Ausfall von Wärme- oder Kälteversorgung,

  • IT- und Kommunikationsstörungen,

  • Nichtverfügbarkeit eines Gebäudes,

  • Lieferengpässe bei kritischen Ersatzteilen,

  • Ausfall wesentlicher Dienstleister oder Fachkräfte.

Für diese Szenarien sind Verantwortlichkeiten, Ersatzmaßnahmen, Kommunikationswege und Wiederanlaufstrategien festzulegen.

Business Continuity regelmäßig erproben

Dokumentierte Notfallpläne allein schaffen noch keine Resilienz. Verfahren müssen geübt, bewertet und nach Veränderungen aktualisiert werden. Umbauten, neue technische Systeme, Organisationsänderungen oder neue Dienstleister können bestehende Kontinuitätskonzepte erheblich beeinflussen.

ISO 22313 unterstützt damit einen kontinuierlichen Kreislauf aus Analysieren – Vorsorgen – Reagieren – Wiederherstellen – Lernen und Verbessern.

Für Facility-Management-Organisationen entsteht daraus eine zentrale Aufgabe: technische Verfügbarkeit nicht isoliert zu betrachten, sondern Gebäude, Anlagen, Personal, Dienstleister und Notfallorganisation konsequent an den kritischen Geschäftsprozessen der Organisation auszurichten.