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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Das passende FM-Organisationsmodell nachvollziehbar auswählen

Facility Management: Organisationsentwicklung » Change » Organisationsentwicklung » Organisationsmodell

Vergleichbare Organisationsalternativen entwickeln

Für die Auswahl eines FM-Organisationsmodells empfiehlt sich ein Vergleich mehrerer tatsächlich umsetzbarer Varianten. Ausgangspunkt sind der bestätigte Organisationsauftrag, die Standorte, die kritischen Leistungen und die verfügbaren Kompetenzen. Verglichen werden können eine überwiegend zentrale, eine überwiegend standortbezogene und eine hybride Aufgabenverteilung. Dabei geht es nicht um die schönste Darstellung, sondern um die Frage, welches Modell Entscheidungen, Ausführung und Kontrolle im Alltag zuverlässig zusammenführt. Die Varianten sollten denselben Leistungsumfang abdecken, damit der Vergleich belastbar bleibt.

FM-Organisationsmodell fundiert auswählen

Eignung vor Wirtschaftlichkeit prüfen

Vor einer wirtschaftlichen Bewertung sollten Ausschlusskriterien feststehen. Ein Modell ohne erforderliche Fachkompetenz, wirksame Vertretung oder gesicherte Zuständigkeit für kritische Aufgaben erhält keine positive Bewertung allein wegen niedriger Kosten. Für den Arbeitsschutz verpflichtet § 3 ArbSchG den Arbeitgeber zu einer geeigneten Organisation, erforderlichen Mitteln und der Überprüfung der Maßnahmenwirksamkeit. Als praktische Konsequenz empfiehlt sich eine getrennte Prüfung: Zunächst wird die grundsätzliche Eignung beurteilt, anschließend werden die geeigneten Alternativen hinsichtlich Aufwand und Nutzen verglichen.

Variante

Zu prüfende Stärke

Entscheidende Prüffrage

Überwiegend zentral

Gebündelte Fachkompetenz und Standards

Ist die örtliche Handlungsfähigkeit gesichert?

Überwiegend standortbezogen

Nähe zum Betrieb und zu Nutzern

Sind Fachkompetenz und Vertretung tragfähig?

Hybrid

Verbindung gemeinsamer Standards mit lokalen Entscheidungen

Sind Entscheidungsgrenzen eindeutig geregelt?

Modelle an Betriebsszenarien erproben

Die Bewertung sollte anhand derselben Betriebsszenarien erfolgen. In einem fiktiven Standortverbund fällt beispielsweise außerhalb der Kernzeit eine technische Versorgung aus. Für jede Variante wird durchgespielt, wer die Meldung bewertet, wer vor Ort handeln kann, wer eine Fachfirma beauftragt und wer den Wiederanlauf koordiniert. Eine zweite gleichzeitige Störung und die Abwesenheit einer Schlüsselperson dienen als Belastungsfälle. Offene Übergaben werden dokumentiert. So werden Unterschiede der Organisationsmodelle sichtbar, die sich aus Stellenzahlen allein nicht ableiten lassen.

Zentrale und lokale Aufgaben abgrenzen

Bei einem hybriden Modell sollten zentrale Standards und lokale Entscheidungen ausdrücklich auseinandergehalten werden. Beispielsweise kann die Zentrale Vertragsgrundsätze und Datenstandards verantworten, während die Standortfunktion Abschaltungen mit dem örtlichen Betrieb abstimmt. Fachliche Vorgaben, personelle Führung und Budgetbefugnisse sind dabei getrennt zu beschreiben. Ein Konflikt zwischen Standortinteresse und übergeordnetem Standard benötigt einen festgelegten Entscheider. Die Vertiefung zur verbleibenden Auftraggeberfunktion findet sich unter Retained FM Organisation und Auftraggebersteuerung. Eine reine Verlagerung operativer Aufgaben beantwortet diese Steuerungsfragen noch nicht.

Konsequenzen und Annahmen offenlegen

Die Entscheidungsvorlage sollte die bevorzugte Variante, verworfene Alternativen, Annahmen, Übergangskosten und verbleibende Risiken enthalten. Zur Wirtschaftlichkeit gehören neben Personal- und Dienstleistungskosten auch Koordinationsaufwand, Systeme, Qualifizierung und Vertretung. Eine Sensitivitätsprüfung zeigt, ob die Entscheidung bei verändertem Leistungsumfang oder Personalausfall Bestand hat. Der Beschluss benennt zudem die Bedingungen, unter denen das Modell erneut geprüft wird. Der Mehrwert liegt in einer erklärbaren Organisationsentscheidung: Beschäftigte verstehen Zuständigkeiten, Standorte erhalten Handlungsfähigkeit und die Leitung erkennt die tatsächlichen Konsequenzen ihrer Wahl.