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GEFMA 610: FM-Studiengänge

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Detaillierte Darstellung der GEFMA 610 Richtlinien für die Zertifizierung von Studiengängen im Facility Management

GEFMA 610 FM-Studiengänge: Zielsetzung, Anwendungsbereich und Stellenwert

Die GEFMA 610 – FM-Studiengänge (Ausgabe 2021-11) stellt eine strukturierte Marktübersicht sowie eine fachliche Richtlinie für akkreditierte Bachelor- und Masterstudiengänge im Facility Management im deutschsprachigen Raum dar. Ziel der Richtlinie ist es, Transparenz, Vergleichbarkeit und Qualitätsorientierung in der akademischen FM-Ausbildung zu schaffen und zugleich eine systematische Anbindung der Hochschullehre an die GEFMA-Richtlinien, das Berufsbild Facility Management sowie die Anforderungen der Praxis sicherzustellen. Die GEFMA 610 dient damit als Referenzrahmen für Hochschulen, Studierende, Arbeitgeber, öffentliche Auftraggeber und FM-Organisationen.

Als anerkannter Branchenstandard genießt die GEFMA 610 einen hohen Stellenwert: Sie bildet die gemeinsame Grundlage, an der sich sowohl Hochschulen bei der Gestaltung ihrer FM-Studiengänge als auch Arbeitgeber bei der Bewertung von Abschlüssen orientieren.

GEFMA 610 – FM-Studiengänge, Zielsetzung und Nutzen

Zielsetzung der Richtlinie

  • Definition von Mindestanforderungen an FM-Studiengänge: Die Richtlinie legt verbindliche inhaltliche und formale Mindeststandards fest, die ein Bachelor- oder Masterstudiengang im Facility Management erfüllen sollte. Dadurch wird ein einheitliches Qualitätsniveau sichergestellt. Gleichzeitig schafft diese Festlegung die Grundlage für eine mögliche GEFMA-Zertifizierung von Studiengängen – in der Praxis müssen beispielsweise rund 70 % der empfohlenen Inhalte abgedeckt sein, damit ein Programm das Prädikat "Facility Manager (GEFMA)" erhalten kann.

  • Unterstützung der Qualitätssicherung und Vergleichbarkeit akademischer Programme: GEFMA 610 dient als Instrument, um die Qualität verschiedener FM-Studiengänge vergleichbar zu machen. Hochschulen können ihre Curricula an den Richtlinien ausrichten und so die Anerkennung durch GEFMA und die Branche erreichen. Für Studierende und Arbeitgeber wird durch die transparenten Kriterien deutlich, dass ein Abschluss, der nach GEFMA 610 ausgerichtet ist, bestimmten Qualitätskriterien entspricht.

  • Förderung einer einheitlichen fachlichen Terminologie und Systematik im FM: Die Richtlinie trägt dazu bei, dass in Lehre und Praxis eine gemeinsame "Sprache" gesprochen wird. Zentrale Begriffe und Strukturen des Facility Management – etwa die Unterteilung in technisches, kaufmännisches und infrastrukturelles FM – werden durch GEFMA 610 vereinheitlicht vermittelt. Dies erleichtert das Verständnis zwischen Absolventen verschiedener Hochschulen und zwischen Hochschule und beruflicher Praxis.

Abgrenzung zu anderen GEFMA-Richtlinien

Die GEFMA 610 steht in Ergänzung zu anderen Richtlinien des Verbands und grenzt sich gleichzeitig klar in ihrem Fokus ab. Insbesondere definiert GEFMA 600 das Berufsbild "Facility Manager" und damit die notwendigen Kompetenzfelder und Tätigkeiten in der Praxis – GEFMA 610 baut auf diesen Vorgaben auf und übersetzt sie in akademische Ausbildungsinhalte. Während GEFMA 600 das Ziel hat, ein umfassendes Anforderungsprofil für FM-Fachkräfte zu liefern, gibt GEFMA 610 vor, wie Hochschulcurricula gestaltet sein sollten, um diese Anforderungen abzudecken.

Zudem gibt es Schnittstellen zu Richtlinien, die das Facility Management aus prozessualer und lebenszyklusorientierter Perspektive betrachten. GEFMA-Standards wie etwa jene zur FM-Prozessmodellierung oder zum Lebenszyklusmanagement fließen implizit in die Studiengangskonzeption mit ein. Das bedeutet, dass ein nach GEFMA 610 ausgerichtetes Studium die typischen FM-Prozesse über alle Phasen des Gebäudelebenszyklus abdeckt (von der Planung und Bauphase über den Betrieb bis zur Verwertung) und die entsprechenden Kompetenzen vermittelt. So wird eine konsistente Einbindung von bewährten Branchenstandards in die Lehre gewährleistet, ohne dass GEFMA 610 selbst diese Themen im Detail dupliziert.

Adressatenkreis

  • Hochschulen und Studiengangsleitungen: Die Richtlinie richtet sich an Fakultäten und Verantwortliche von FM-Studiengängen, um ihnen Vorgaben und Empfehlungen für die Gestaltung und Weiterentwicklung der Curricula zu geben. Durch die Einhaltung der GEFMA-610-Standards können Hochschulen die Qualität ihrer Programme nachweisen und ggf. eine GEFMA-Zertifizierung erlangen.

  • Studierende und Studieninteressierte: Für angehende und aktuell eingeschriebene Studierende bietet GEFMA 610 Orientierung bei der Wahl des Studiengangs bzw. der Bewertung des eigenen Curriculums. Ein Studienprogramm, das den GEFMA-Kriterien entspricht, signalisiert den Lernenden, dass sie eine umfassende und praxisgerechte Ausbildung im FM erhalten.

  • FM-Arbeitgeber, Auftraggeber und öffentliche Institutionen: Unternehmen der FM-Branche sowie öffentliche Auftraggeber profitieren von der Transparenz, die GEFMA 610 schafft. Sie können einschätzen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten Absolventen mit einem bestimmten Studium mitbringen. Dies erleichtert sowohl Personalentscheidungen (Recruiting, Personalentwicklung) als auch die Definition von Anforderungen in Ausschreibungen oder Stellenprofilen im Facility Management.

Facility Management als akademische Disziplin

Facility Management hat sich als eigenständige akademische Disziplin etabliert, die interdisziplinär ausgerichtet ist. Sie vereint Managementwissen, ingenieurwissenschaftliche Grundlagen und wirtschaftswissenschaftliche Aspekte, um die Planung, Bewirtschaftung und Verwaltung von Gebäuden und Liegenschaften ganzheitlich zu optimieren. Im Studium des Facility Management erwerben die Studierenden Kenntnisse sowohl in technischen Fächern (z.B. Baukonstruktion, Gebäudeausrüstung, Instandhaltung) als auch in betriebswirtschaftlichen Themen (z.B. Immobilienökonomie, Controlling, Vertragsmanagement) und Managementmethoden.

Abgegrenzt wird Facility Management von klassischen Baudisziplinen wie Bauingenieurwesen oder Architektur, die primär auf die Errichtung und Gestaltung von Bauwerken fokussieren. Während Architekten und Ingenieure Gebäude planen und bauen, übernimmt der Facility Manager vor allem die Phase der Nutzung: Er sorgt dafür, dass ein Gebäude im laufenden Betrieb effizient, sicher und nutzerorientiert funktioniert. Auch zur Immobilienwirtschaft gibt es eine Schnittmenge, doch liegt der Schwerpunkt der Immobilienwirtschaft eher auf der Finanzierung und Immobilie als Kapitalanlage sowie dem Transaktionsmanagement, während Facility Management auf die operative Betreuung und das technische, infrastrukturelle und kaufmännische Management der Immobilie im Gebrauch ausgerichtet ist.

Studiengangsarten im Kontext der GEFMA 610

Grundsätzlich wird zwischen Bachelor- und Masterstudiengängen im Facility Management unterschieden, da beide unterschiedliche Funktionen und Zielgruppen haben.

Bachelor-Studiengänge sind grundständige, berufsqualifizierende Programme, die typischerweise sechs bis acht Semester dauern. Sie vermitteln eine breite Basisausbildung im FM, sodass Absolventen direkt ins Berufsleben einsteigen können. Ein Bachelorabschluss im Facility Management (je nach Hochschule z.B. Bachelor of Science, Bachelor of Arts oder Bachelor of Engineering) legt das Fundament fachlicher Kompetenz über alle relevanten FM-Bereiche.

Master-Studiengänge im Facility Management schließen entweder konsekutiv an einen Bachelor an oder werden als weiterbildende Angebote für Berufserfahrene durchgeführt. Konsekutive Master (i.d.R. 3–4 Semester) dienen der Vertiefung und Spezialisierung des zuvor im Bachelor erworbenen Wissens und führen zu einem höheren Qualifikationsniveau (Master of Science/Engineering/Arts). Weiterbildende Masterprogramme hingegen richten sich an Fachkräfte mit einschlägiger Erfahrung, die parallel zum Beruf einen weiteren akademischen Abschluss erwerben möchten – oft mit spezifischen Schwerpunkten oder in Teilzeit-/Fernstudienformaten. Beide Formen des Masters ermöglichen eine Erweiterung der fachlichen und methodischen Fähigkeiten und qualifizieren oftmals für Führungsaufgaben oder eine akademische Laufbahn.

Akkreditierung und Qualitätssicherung

Ein zentrales Qualitätsmerkmal eines Studiengangs ist seine Akkreditierung. In Deutschland müssen Hochschulprogramme entweder eine Programmakkreditierung durchlaufen oder die Hochschule verfügt über eine Systemakkreditierung, welche die Qualität aller Studiengänge sicherstellt. Eine erfolgreiche Akkreditierung – durchgeführt von unabhängigen Agenturen nach einheitlichen Standards – bestätigt, dass der Studiengang hinsichtlich Aufbau, Inhalten, Ressourcen und Prüfungswesen den fachlichen und didaktischen Anforderungen genügt.

Für Facility-Management-Studiengänge ist die staatliche bzw. institutionelle Akkreditierung besonders wichtig, da sie die Anerkennung des Abschlusses sicherstellt. Nur akkreditierte Abschlüsse werden etwa im öffentlichen Dienst oder bei weiterführenden Studien (z.B. Promotion) voll anerkannt. Aus Sicht des Arbeitsmarkts signalisiert ein akkreditierter FM-Studiengang, dass die Absolventen eine geprüfte Qualität der Ausbildung genossen haben. Zusätzlich zur staatlichen Akkreditierung können FM-Studiengänge auch das GEFMA-Zertifikat anstreben (siehe Abschnitt 1.1), um ihre Ausrichtung an Branchenstandards zu dokumentieren. Insgesamt erhöht die Akkreditierung – kombiniert mit der GEFMA-Orientierung – die Arbeitsmarktfähigkeit der Absolventen, weil Arbeitgeber auf die Verlässlichkeit der vermittelten Kompetenzen vertrauen können.

Strukturierungslogik der Studiengangsdarstellung

Die Marktübersicht in GEFMA 610 ist systematisch aufgebaut, um einen schnellen Vergleich der verschiedenen Studienangebote zu ermöglichen. Jeder aufgeführte FM-Studiengang wird nach einheitlichen Beschreibungskriterien dargestellt. Typische Merkmale, die in den Profilen enthalten sind, umfassen etwa: den Hochschulstandort und den anbietenden Fachbereich, den genauen Studiengangstitel und Abschlussgrad (Bachelor/Master of Science, Arts, Engineering etc.), die Studiendauer und ECTS-Punkte, den Akkreditierungsstatus, besondere Schwerpunkte im Curriculum (z.B. technische oder wirtschaftliche Ausrichtung) sowie Informationen zu Praxisanteilen oder Dualitätsmodellen. Durch diese standardisierte Struktur lassen sich Profile, Inhalte und Abschlüsse unterschiedlicher Hochschulen direkt gegenüberstellen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten – etwa hinsichtlich Spezialisierungen oder Abschlussbezeichnungen – werden transparent, was Studieninteressierten und Arbeitgebern einen guten Überblick über die Bildungslandschaft im FM ermöglicht.

Erhebungs- und Auswahlkriterien

Damit ein Studiengang in die GEFMA-610-Übersicht aufgenommen wird, muss er bestimmte Kriterien erfüllen. An erster Stelle steht der Akkreditierungsstatus: Es werden nur staatlich anerkannte und regulär akkreditierte Studiengänge berücksichtigt, da diese für eine qualitätsgesicherte Ausbildung stehen. Zweitens muss ein expliziter FM-Bezug im Curriculum erkennbar sein. Das heißt, der Studiengang sollte eindeutig auf Facility Management fokussiert sein (oft erkennbar am Namen oder an einem entsprechend ausgelegten Curriculum) und nicht nur marginal FM-Themen enthalten. Drittens spielt die Relevanz für den deutschen FM-Markt eine Rolle. Das Programm sollte für die hiesige Branche von Bedeutung sein – beispielsweise im deutschsprachigen Raum angeboten werden und Kompetenzen vermitteln, die von Arbeitgebern in der Region nachgefragt werden. Diese Auswahlkriterien stellen sicher, dass die Marktübersicht aussagekräftig bleibt und sich auf qualitativ hochwertige und für die Praxis relevante Studienangebote konzentriert.

Bachelorstudiengänge im Facility Management

Bachelorstudiengänge im Facility Management vermitteln ein Qualifikationsniveau auf Ebene 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens (Bachelor) und sind darauf ausgerichtet, Absolventen direkt für das Berufsfeld zu befähigen. Die Kompetenzziele eines FM-Bachelors umfassen eine solide fachliche Breite: Die Studierenden sollen die technischen Grundlagen (z.B. Gebäudeausrüstung, Instandhaltung), kaufmännischen Prinzipien (z.B. Kostenrechnung, Vertragswesen) und organisatorischen Fähigkeiten (z.B. Projektmanagement, Rechtsgrundlagen) erwerben, die für das ganzheitliche Facility Management erforderlich sind. Nach Abschluss kennen die Absolventen die wesentlichen Prozesse über den Lebenszyklus von Immobilien und können operative FM-Aufgaben eigenständig übernehmen.

Typische Berufseinstiegsprofile für Bachelor-Absolventen liegen im operativen Facility Management. Viele starten als Facility Manager für ein Gebäude oder Objekt (Objektmanager/Objektleiter), als Technischer Facility Manager vor Ort, als Koordinator für infrastrukturelle Dienstleistungen oder als Assistenz der FM-Bereichsleitung in größeren Unternehmen. Durch die praxisorientierte Ausrichtung des Bachelors (inklusive Praxissemester und Projektarbeiten, siehe Abschnitt 5.3) sind die Absolventen in der Regel schnell in der Lage, konkrete Aufgaben in der Bewirtschaftung von Gebäuden und Anlagen zu übernehmen und sich in interdisziplinären Teams einzubringen. Insgesamt steht beim Bachelor die Anwendungsorientierung im Vordergrund – er dient als berufsqualifizierender Abschluss, der breite Grundlagen und erste Spezialisierungen kombiniert.

Masterstudiengänge im Facility Management

Masterstudiengänge im Facility Management heben die Qualifikation auf die nächsthöhere Stufe (DQR 7 für Master) und erlauben eine inhaltliche Vertiefung sowie Spezialisierung. Die Studieninhalte eines Masters gehen über die Grundlagen hinaus und behandeln komplexere und strategischere Aspekte des FM. Typischerweise setzen Masterprogramme Schwerpunkte, z.B. in Richtung strategisches Facility Management, Immobilienstrategie, FM-Consulting, Nachhaltigkeitsmanagement oder Digitalisierung im FM. Dadurch erweitern die Studierenden ihr Fachwissen in ausgewählten Bereichen und schulen gleichzeitig analytische und wissenschaftliche Kompetenzen.

Ein Masterstudium zeichnet sich zudem durch einen stärkeren Management-, Strategie- und Forschungsbezug aus. Die Studierenden lernen, FM-Themen nicht nur operativ, sondern auch auf Leitungsebene zu betrachten – etwa das Entwickeln von FM-Konzepten für ganze Liegenschaftsportfolios, das Optimieren von Service-Level-Agreements oder das Einführen neuer Technologien und Prozesse im Unternehmen. Oft sind auch Projektarbeiten auf hohem Niveau oder Forschungsanteile (bis hin zur Masterarbeit) Bestandteil, die eigenständiges wissenschaftliches Arbeiten fördern.

Durch diese Ausrichtung bereitet ein FM-Master gezielt auf Leitungs- und Steuerungsfunktionen vor. Absolventinnen und Absolventen können Positionen im gehobenen Management übernehmen, beispielsweise als Gesamtleiter Facility Management in einer Organisation, als Objektportfolio-Manager, als Berater in der FM-Branche oder als Projektleiter für komplexe FM-Projekte. Zudem eröffnet der Master den Zugang zum höheren Dienst und ggf. zur Promotion, sodass auch eine weitere akademische Karriere oder Lehrtätigkeit möglich wird.

Fachliche Kernmodule

Die Richtlinie GEFMA 610 gibt einen Rahmenstudienplan vor, in dem bestimmte fachliche Kernmodule definiert sind. Diese lassen sich grob in vier Modulbereiche gliedern, die die wesentlichen Tätigkeitsfelder des Facility Managements widerspiegeln.

Die folgende Tabelle zeigt diese Modulbereiche, deren inhaltlichen Schwerpunkt sowie den Bezug zum Lebenszyklus einer Immobilie:

Modulbereich

Inhaltlicher Schwerpunkt

Bezug zum FM-Lebenszyklus

Technisches FM

TGA, Instandhaltung, Betriebssicherheit

Betrieb, Nutzung

Kaufmännisches FM

Kosten, Verträge, Wirtschaftlichkeit

Planung, Betrieb

Infrastrukturelles FM

Services, Qualität, Nutzerorientierung

Nutzung

Recht & Organisation

Betreiberpflichten, Compliance

Gesamter Lebenszyklus

Methodische und überfachliche Kompetenzen (5.2)

Neben den fachlichen Modulen legt die Richtlinie auch Wert auf den Erwerb methodischer und überfachlicher Kompetenzen. Dazu zählen insbesondere: Projekt- und Prozessmanagement (die Fähigkeit, FM-Projekte effektiv zu steuern und Abläufe zu optimieren), Digitalisierung, CAFM, Datenkompetenz (der Einsatz moderner Technologien und Datenanalyse im FM, z.B. Umgang mit CAFM-Software und Smart-Building-Anwendungen) sowie Kommunikation, Führung, Schnittstellenmanagement (Soft Skills für die Mitarbeiterführung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Abstimmung mit verschiedenen Stakeholdern).

Methodische und überfachliche Kompetenzen

  • Projekt- und Prozessmanagement: Fähigkeit, Projekte im FM-Bereich zu planen, zu steuern und erfolgreich abzuschließen, sowie Verständnis für die Analyse und Gestaltung von Geschäftsprozessen im Immobilienbetrieb.

  • Digitalisierung, CAFM, Datenkompetenz: Umgang mit modernen Technologien und IT-Systemen im FM (z.B. Computer Aided Facility Management-Software), Fähigkeit zur Auswertung von Daten (etwa für Benchmarking oder Energiecontrolling) und allgemeine digitale Kompetenz, um aktuelle Entwicklungen wie Smart Buildings und IoT im FM anzuwenden.

  • Kommunikation, Führung, Schnittstellenmanagement: Ausgeprägte Soft Skills, um im interdisziplinären Umfeld des FM erfolgreich zu agieren. Dazu gehören Kommunikationsfähigkeiten (im Umgang mit Mietern, Nutzern oder Dienstleistern), Führungs- und Teamkompetenzen (für das Leiten von Mitarbeitern oder externen Servicekräften) sowie das Management von Schnittstellen zwischen verschiedenen Fachbereichen (z.B. Abstimmung zwischen Technik, Verwaltung und Nutzeranforderungen).

Praxisanteile und Anwendungsbezug

Ein weiteres Kennzeichen der FM-Studiengänge nach GEFMA 610 ist der hohe Praxisbezug. In vielen Curricula sind Praxisphasen fest integriert – etwa in Form von Pflichtpraktika oder einem längeren Praxissemester, in dem die Studierenden in Unternehmen der Branche arbeiten und Erfahrungen sammeln. Diese praktische Tätigkeit ermöglicht es, die im Studium erworbenen Kenntnisse anzuwenden und reale Einblicke in betriebliche Abläufe und Herausforderungen des Facility Managements zu gewinnen.

Zudem legen die Richtlinie und die Hochschulen Wert darauf, dass Projektarbeiten und Abschlussarbeiten (Bachelor- oder Masterthesen) einen direkten FM-Bezug haben und idealerweise in Kooperation mit Unternehmen oder öffentlichen Einrichtungen entstehen. Durch solche praxisorientierten Abschlussarbeiten bearbeiten Studierende konkrete Fragestellungen oder Projekte aus der Berufspraxis. Dies fördert nicht nur den Transfer von Theorie in die Praxis, sondern schafft auch für Arbeitgeber einen Mehrwert, da die Arbeiten oft Lösungen für aktuelle Probleme liefern. Insgesamt wird so sichergestellt, dass die Absolventen bereits während des Studiums umfangreiche Praxiserfahrung sammeln und das Gelernte in einem realen Kontext erproben.

Rolle der GEFMA-Richtlinien im Curriculum

GEFMA-Richtlinien spielen innerhalb des Curriculums eine wichtige Rolle. Den Studierenden werden die normativen Grundlagen des Facility Management vermittelt – das beinhaltet die Kenntnisse relevanter Standards, Definitionen und Regelwerke der Branche. So lernen sie beispielsweise die Terminologie und Struktur kennen, wie sie in GEFMA 100 (FM-Grundlagen) oder im Berufsbild (GEFMA 600) festgelegt sind, und verstehen verbindliche Vorgaben etwa zur Betreiberverantwortung oder zu FM-Prozessen, wie sie in einschlägigen Richtlinien beschrieben werden.

Darüber hinaus werden GEFMA-Systematiken aktiv im Unterricht eingesetzt, etwa im Rahmen von Fallstudien. Dozierende integrieren praxisnahe Übungen, in denen die Studierenden die Anwendung von GEFMA-Standards üben – beispielsweise die Nutzung eines GEFMA-Kostenmodells, die Orientierung an GEFMA-Qualitätskriterien für Services oder das Arbeiten mit einem Mustervertrag nach GEFMA-Vorgaben. Durch diese Einbindung der GEFMA-Normen in die Lehre verinnerlichen die angehenden Facility Manager bereits während des Studiums die branchenweiten Standards.

Verbindung von Theorie, Normung und Praxis

Insgesamt fördert die Verzahnung von Theorie, Normung und Praxis in FM-Studiengängen ein durchgängiges Verständnis des Fachs. Die Hochschulen leiten aus den geltenden Standards praxisnahe Lehrinhalte ab – beispielsweise werden aktuelle Branchenthemen wie Nachhaltigkeit oder Digitalisierung nicht isoliert gelehrt, sondern stets in Bezug zu vorhandenen Richtlinien und Best Practices gesetzt. Dies stellt sicher, dass die Studierenden die Theorie immer im Lichte praktischer Anwendung und geltender Normen betrachten.

Gleichzeitig entsteht durch die Verwendung einheitlicher Konzepte ein homogenes FM-Verständnis. Absolventen verschiedener Hochschulen, die alle nach GEFMA 610 ausgebildet wurden, teilen dieselben Grundbegriffe und methodischen Ansätze. Das erleichtert den Übergang in die Praxis erheblich, denn Unternehmen können darauf bauen, dass neue Mitarbeiter mit den im Markt verbreiteten Systematiken vertraut sind. Theorie und Praxis werden also nicht als Gegensätze empfunden, sondern ergänzen einander innerhalb der Ausbildung – was die Professionalität im Berufsalltag steigert.

Studienformate

FM-Studiengänge werden in verschiedenen Studienformaten angeboten, um den unterschiedlichen Bedarf der Zielgruppen gerecht zu werden. Im Vollzeitstudium absolvieren Studierende das Programm als tägliches Präsenzstudium über die Regelstudienzeit hinweg, was sich vor allem an klassische Schulabgänger richtet. Daneben existieren Teilzeitstudiengänge, die berufsbegleitend organisiert sind – hier verteilen sich Vorlesungen und Lernphasen z.B. auf Abende oder Wochenenden, sodass Studierende einer parallelen Berufstätigkeit nachgehen können. Eine weitere Variante sind duale Studiengänge, bei denen eine enge Verzahnung von Studium und praktischer Ausbildung erfolgt. Im dualen Modell wechseln sich Theoriephasen an der Hochschule mit Praxisphasen in einem Unternehmen ab; Studierende haben oft einen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag mit dem Praxispartner und erhalten so kontinuierlich berufliche Erfahrung während des Studiums.

Auch hinsichtlich der Lehr- und Lernmethoden existieren verschiedene Modelle. Klassische Präsenzstudiengänge setzen auf Vorlesungen und Übungen vor Ort an der Hochschule. Moderne Konzepte integrieren Blended Learning – eine Mischform, bei der ein Teil der Lehrinhalte online (z.B. über E-Learning-Plattformen oder virtuelle Klassenräume) vermittelt wird, während andere Teile weiterhin in Präsenz stattfinden. Schließlich gibt es reine Fernstudiengänge im Facility Management, bei denen die Lehre weitgehend ortsunabhängig über Online-Medien und Selbststudium erfolgt. Diese Flexibilität in den Formaten trägt dazu bei, dass sowohl Schulabgänger als auch Berufstätige oder Quereinsteiger einen passenden Weg ins FM-Studium finden können.

Zugangsvoraussetzungen

Die Zugangsvoraussetzungen für ein FM-Studium unterscheiden sich je nach Abschlussziel. Für ein Bachelorstudium im Facility Management wird in der Regel eine schulische Hochschulzugangsberechtigung vorausgesetzt. Das umfasst typischerweise das Abitur oder die Fachhochschulreife. Allerdings gibt es in vielen Bundesländern auch Möglichkeiten, mit einer abgeschlossenen einschlägigen Berufsausbildung und Berufserfahrung (z.B. Meisterbrief oder staatlich geprüfter Techniker) ein Studium aufzunehmen. Einige Hochschulen verlangen zudem ein Vorpraktikum im Bau- oder FM-Bereich, um praktische Vorkenntnisse sicherzustellen, wobei dies nicht überall obligatorisch ist.

Für die Zulassung zu einem Masterstudiengang im Facility Management ist ein erster Hochschulabschluss erforderlich, meist in einer passenden Fachrichtung. Konsekutive Master setzen in der Regel einen Bachelor in Facility Management oder einem nahen Feld (etwa Immobilienmanagement, Architektur, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen) voraus. Oft ist auch ein Mindestnotendurchschnitt definiert. Weiterbildende Masterprogramme haben darüber hinaus besondere Anforderungen: Neben einem ersten Abschluss müssen Bewerber meist eine mehrjährige einschlägige Berufspraxis vorweisen. Teilweise können bei weiterbildenden Masterstudiengängen auch Quereinsteiger mit fachfremdem Erststudium zugelassen werden, sofern die Berufserfahrung im FM-Bereich ausreichend ist. Da weiterbildende Master oft kostenpflichtig sind und berufsbegleitend ablaufen, ist die Teilnehmerzahl häufig kleiner und die Gruppenzusammensetzung erfahrener. Insgesamt achten die Hochschulen bei der Zulassung darauf, dass die Studierenden die nötigen Vorkenntnisse und die Eignung mitbringen, um das Studium erfolgreich zu durchlaufen.

Anschlussfähigkeit an das Berufsbild Facility Manager

Ein zentrales Anliegen der GEFMA 610 ist die Anschlussfähigkeit der akademischen Ausbildung an das Berufsbild "Facility Manager" und damit an die Erfordernisse der Praxis. In der Richtlinie wird explizit darauf geachtet, dass die Kompetenzanforderungen der Branche sich in den Studieninhalten widerspiegeln. So decken die Curricula alle wesentlichen Bereiche ab, die im Berufsalltag eines Facility Managers relevant sind – von der technischen Gebäudeausrüstung über das kaufmännische Gebäudemanagement bis zur Nutzerbetreuung und rechtlichen Betreiberverantwortung. Dieser Abgleich zwischen Studium und Praxisanforderungen gewährleistet, dass Absolventen nicht an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbei ausgebildet werden, sondern genau die Fähigkeiten mitbringen, die moderne FM-Organisationen erwarten.

Dadurch leistet die akademische FM-Ausbildung nach GEFMA 610 einen Beitrag zur Professionalisierung des Facility Managements. Die klare Definition von Qualifikationszielen und Ausbildungsinhalten sorgt dafür, dass das Berufsbild mit Leben gefüllt wird: Arbeitgeber können sich auf die Fähigkeiten von Hochschulabsolventen verlassen und komplexere Aufgaben an akademisch ausgebildetes Personal übertragen. Langfristig erhöht dies den Professionalisierungsgrad der Branche, da immer mehr Positionen mit speziell dafür qualifizierten Fachleuten besetzt werden und das Rollenverständnis des "Facility Managers" geschärft wird.

Nutzen für Arbeitgeber und Auftraggeber

Die Transparenz, die GEFMA 610 in Bezug auf Qualifikationsprofile schafft, ist ein großer Vorteil für Arbeitgeber und Auftraggeber in der FM-Branche. Unternehmen können anhand des Abschlusses und einer eventuellen GEFMA-Zertifizierung eines Bewerbers unmittelbar einschätzen, welche Inhalte dieser im Studium behandelt hat. Das erleichtert den Vergleich von Bewerbern aus verschiedenen Hochschulen – wenn alle eine GEFMA-konforme Ausbildung genossen haben, kann der Arbeitgeber sicher sein, dass bestimmte Grundkompetenzen vorhanden sind. Insbesondere beim Recruiting von Nachwuchskräften dient das GEFMA-610-Profil als Qualitätssiegel: Ein Bewerber mit einem "Facility Manager (GEFMA)"-Abschluss signalisiert Praxisnähe und breites Grundlagenwissen.

Auch für die Personalentwicklung in Unternehmen bietet diese Standardisierung Nutzen. Arbeitgeber können gezielt in Weiterbildungsmaßnahmen investieren, um eventuelle Lücken zu schließen, da sie wissen, welches Know-how die Mitarbeiter aus dem Studium mitbringen. Zudem erleichtert das Vorhandensein definierter Qualifikationsprofile die Planung von Karrierepfaden: So kann etwa vorgesehen werden, dass Führungspositionen von Mitarbeitern mit Masterabschluss oder spezifischer FM-Weiterbildung besetzt werden, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

Öffentliche Auftraggeber und Kunden profitieren ebenfalls von der durch GEFMA 610 geschaffenen Transparenz. Bei Ausschreibungen von Facility Services können sie in den Anforderungen z.B. einen bestimmten Qualifikationsnachweis fordern (etwa einen FM-Hochschulabschluss nach GEFMA-Standard), um sicherzustellen, dass die beauftragten Dienstleister qualifiziertes Personal einsetzen. Insgesamt fördert dies ein höheres Qualitätsniveau in der Branche, da Auftraggeber klar kommunizieren können, welche Ausbildung sie erwarten, und Anbieter entsprechend ausbilden bzw. Mitarbeiter einstellen.

Einsatz als Orientierungshilfe

Die GEFMA-610-Richtlinie wird in der Praxis vielfältig als Orientierungshilfe genutzt. Studieninteressierte können das Dokument heranziehen, um sich einen Überblick über die verfügbaren FM-Studienangebote zu verschaffen. Die darin enthaltene Marktübersicht listet die relevanten Hochschulen und Studiengänge auf, wodurch Bewerber gezielt nach einem passenden Studienplatz im FM suchen können. Gleichzeitig zeigt die Richtlinie, welche Inhalte und Schwerpunkte ein guter FM-Studiengang abdecken sollte. Das hilft potenziellen Studierenden, die Qualität und Ausrichtung verschiedener Angebote einzuschätzen. Auch für aktuell Studierende ist es nützlich zu wissen, dass ihr eigener Studiengang den Branchenempfehlungen entspricht – das gibt Sicherheit, die richtigen Kompetenzen zu erlernen.

Für Hochschulen und Studiengangsplaner ist GEFMA 610 ein maßgebliches Referenzdokument bei der (Weiter-)Entwicklung von FM-Studiengängen. Wer einen neuen Studiengang konzipiert, kann sich an den Vorgaben orientieren, um nichts Wesentliches zu übersehen und die Anerkennung der Fachgemeinschaft zu erlangen. Bestehende Programme nutzen die Richtlinie, um ihre Curricula regelmäßig zu überprüfen und ggf. anzupassen, sodass sie weiterhin den aktuellen Standards genügen. Zudem dient GEFMA 610 als Grundlage, um eine freiwillige Zertifizierung des Studiengangs durch GEFMA zu erlangen, was den Absolventen einen zusätzlichen Vorteil am Arbeitsmarkt verschaffen kann (vgl. Abschnitt 1.1). Insgesamt fungiert die Richtlinie in Hochschule und Praxis als gemeinsamer Bezugsrahmen, der Angebot und Nachfrage im Bildungsbereich zusammenbringt.

Bedeutung für strategisches FM- Personalmanagement

Im strategischen Personalmanagement von Organisationen, die eigenes FM-Personal beschäftigen, spielt die langfristige Qualifikationsplanung eine entscheidende Rolle. Die GEFMA 610 hilft Personalverantwortlichen dabei, den Weiterbildungsbedarf ihrer Mitarbeiter systematisch zu planen. Anhand der definierten Kompetenzfelder können Unternehmen Soll-Profile für verschiedene Rollen entwickeln – etwa welche Fähigkeiten ein Objektmanager vs. ein FM-Teamleiter haben sollte – und diese mit den vorhandenen Qualifikationen der Mitarbeiter abgleichen. So lässt sich erkennen, in welchen Bereichen ggf. zusätzliche Schulungen oder Fortbildungen notwendig sind.

Für die Gestaltung von Weiterbildung und Karrierepfaden liefert GEFMA 610 ebenfalls wertvolle Anhaltspunkte. Ein Arbeitgeber kann z.B. feststellen, dass ein Mitarbeiter mit Bachelorabschluss im FM nach einigen Jahren Praxis durch einen Masterstudiengang seine Kompetenzen erweitern sollte, um in höhere Positionen aufzusteigen. Die Richtlinie macht transparent, welche zusätzlichen Qualifikationen ein Master im Vergleich zum Bachelor vermittelt (siehe Abschnitt 4.2) – etwa mehr strategisches und führungsorientiertes Wissen. Auf dieser Basis können Unternehmen Karrierepfade definieren: z.B. Einstieg als Bachelor-Absolvent im operativen FM, später Aufstieg in eine Führungsposition nach ergänzendem Masterabschluss oder zertifizierter Weiterbildung. Auch für individuelle Mitarbeiter wird so ersichtlich, welche Ausbildungs- und Entwicklungsschritte sinnvoll sind, um bestimmte Karrierestufen im Facility Management zu erreichen.

Letztlich unterstützt GEFMA 610 damit Organisationen dabei, ihr FM-Personal strategisch aufzubauen und zu entwickeln. Die klaren Vorgaben zu Qualifikationen tragen zur besseren Planung von Nachfolgeregelungen, Beförderungen und Personalentwicklungsprogrammen bei – immer mit dem Ziel, die richtigen Kompetenzen zur richtigen Zeit am richtigen Ort im Unternehmen verfügbar zu haben.

Dynamik von Markt, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit verändern das Facility Management in hohem Tempo. Neue Technologien – von Smart-Building-Sensorik über KI-gestützte Analysen bis hin zu digital vernetzten Serviceprozessen – stellen veränderte Anforderungen an FM-Fachkräfte. Gleichzeitig wächst der Druck, Immobilien nachhaltiger zu bewirtschaften, Energie effizient einzusetzen und rechtliche Vorgaben (z.B. zu Klimaschutz oder Betreiberpflichten) einzuhalten. Auch die Arbeitswelt wandelt sich (Stichwort: New Work, flexible Büro- und Arbeitsformen), was Einfluss auf das Aufgabenprofil im FM hat.

Vor diesem Hintergrund müssen auch die Studieninhalte dynamisch weiterentwickelt werden. GEFMA 610 trägt dem Rechnung, indem bei Überarbeitungen der Richtlinie solche neuen Entwicklungen berücksichtigt werden. Zukünftige Kompetenzfelder – etwa Datenanalyse und Datenmanagement im FM, Kenntnisse im Bereich ESG (Environment, Social, Governance) und Nachhaltigkeitszertifizierungen oder auch Soft Skills für Change- und Innovationsmanagement – rücken verstärkt in den Fokus. Hochschulen stehen vor der Aufgabe, diese Themen in ihre Curricula zu integrieren, um die Studierenden für kommende Herausforderungen fit zu machen. Die FM-Ausbildung bleibt so ein Spiegel der Marktanforderungen: Wenn sich der Markt wandelt, wird auch das Qualifikationsprofil der Absolventen entsprechend angepasst werden müssen.

Rolle der GEFMA 610 als lebendes Regelwerk

Die GEFMA 610 wird bewusst als "lebendes" Regelwerk verstanden. Das bedeutet, dass sie nicht statisch bleibt, sondern in regelmäßigen Abständen überprüft und aktualisiert wird, um mit den Entwicklungen in Branche und Hochschulwelt Schritt zu halten. GEFMA hat etablierte Prozesse, um die Richtlinien an neue Gegebenheiten anzupassen – typischerweise unter Einbezug von Experten aus Hochschulen, Fachgremien und der Industrie. Wenn sich zum Beispiel bestimmte Aufgabengebiete im FM stark weiterentwickeln (wie zuletzt im Bereich Digitalisierung) oder sich Bildungsstandards ändern (z.B. neue Akkreditierungsrichtlinien oder Studienformate), fließen diese Erkenntnisse in eine Neuauflage der Richtlinie ein. So erschien die aktuelle Ausgabe 2021 mit diversen Anpassungen, und auch künftig ist vorgesehen, dass die Richtlinie in gewissen Abständen fortgeschrieben wird.

Diese kontinuierliche Weiterentwicklung der GEFMA 610 ist ein Schlüsselfaktor für die langfristige Qualitätssicherung der FM-Lehre. Nur indem die Richtlinie stets aktuell gehalten wird, bleibt sie ein verlässlicher Maßstab für Hochschulen und ein Garant dafür, dass "FM nach GEFMA-Standard" auch morgen noch den Anforderungen der Praxis entspricht. Für Hochschulen bedeutet dies die Verpflichtung, ihre Studiengänge ebenfalls laufend zu überprüfen und mit den neuesten Richtlinienänderungen in Einklang zu bringen. Für die Branche insgesamt entsteht dadurch die Sicherheit, dass die akademische Ausbildung im Facility Management dauerhaft auf einem hohen Niveau bleibt und mit dem Wandel Schritt hält. Die GEFMA 610 fungiert somit als flexibles Qualitätsgerüst, das die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Berufsbilds Facility Management in Einklang bringt.