DIN EN ISO 41011:2023-02 - Facility Management - Begriffe
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ISO 41011:2024 Begriffsbestimmungen für Facility-Management-Systeme
ISO 41011:2024 Facility Management – Begriffe ist das zentrale Terminologie-Nachschlagewerk für die ISO-41000-Normenfamilie und die formale Praxis des Facility Managements in Deutschland. Diese Norm enthält selbst keine Anforderungen; sie definiert vielmehr die Schlüsselfachbegriffe, die von FM-Organisationen, Bedarfs- bzw. Nachfrageorganisationen (den internen Kunden) und Serviceanbietern einheitlich in Richtlinien, Prozessen, Verträgen, Datenmodellen und Managementsystemen verwendet werden sollten. Die zweite Ausgabe 2024 aktualisiert die ISO 41011:2017, ergänzt zahlreiche neue Begriffe (z. B. aus den Bereichen Technologie, Finanzen und Nachhaltigkeit) und fasst alle Begriffe in zehn thematische Gruppen von FM-Konzepten zusammen. Veröffentlicht im Februar 2024, richtet sich diese Norm an FM-Fachleute, Normungsgremien sowie Verantwortliche für nationale oder branchenspezifische FM-Richtlinien. Es wird erwartet, dass die definierten Begriffe künftig einheitlich in FM-Normen und -Leitlinien, sowie in Verträgen, verwendet werden.
Normierte Definitionen für Facility Management
- Anwendungsbereich
- Normative Verweisungen
- Begriffe zum Facility Management
- Begriffe zu Anlagen und Infrastruktur
- Begriffe zu Personen
- Begriffe zu Sourcing
- Begriffe zu Prozessen
- Begriffe zu Finanzen
- Begriffe zu allgemeinem Geschäft
- Begriffe zu Messung
- Begriffe zu Technologie
- Begriffe zu Nachhaltigkeit
Anwendungsbereich
ISO 41011:2024 definiert die Begriffe im Facility Management. Sie ist dafür konzipiert, gemeinsam mit anderen FM-Normen (wie ISO 41001 für FM-Managementsysteme) und mit internen FM-Dokumenten angewendet zu werden, damit alle Beteiligten dieselben Worte in identischer Bedeutung verwenden. Die Norm legt keine technischen oder organisatorischen Anforderungen fest, sondern dient ausschließlich der Begriffsklärung und -harmonisierung.
Verwendung in der FM-Praxis: In einem formellen FM-Managementsystem sollte in Handbüchern oder Prozessbeschreibungen explizit festgehalten werden, dass ISO 41011:2024 die autoritative Quelle der FM-Terminologie ist. So wird sichergestellt, dass unternehmensweit eine einheitliche Sprachregelung im Facility Management gilt.
Normative Verweisungen
Die Norm stellt ausdrücklich klar, dass keine normativen Verweisungen enthalten sind. Das heißt, ISO 41011:2024 referenziert keine weiteren Normdokumente, die für ihr Verständnis oder ihre Anwendung verpflichtend wären.
Verwendung in der FM-Praxis: Sie können ISO 41011:2024 als Terminologie-Grundlage einführen, ohne dass dieses Dokument Sie dazu verpflichtet, andere spezifische Normen zu verwenden. Die Begriffsnorm kann also isoliert als Vokabular-Referenz dienen und in bestehende Systeme integriert werden, ohne zusätzliche Normauflagen.
Facility Management (FM)
Funktion einer Organisation, die Menschen, Prozesse und Orte innerhalb der gebauten Umgebung integriert, um die Lebensqualität der Menschen und die Produktivität des Kerngeschäfts zu verbessern. Die Begriffe Facility Management und Facilities Management werden synonym verwendet.
Kerngeschäft
Der primäre Tätigkeitsbereich einer Organisation, aus dem sich die Bedarfe für Unterstützungsleistungen ableiten. Das Kerngeschäft umfasst die Aktivitäten, die den unmittelbaren Wertschöpfungszweck der Organisation ausmachen.
Nachfrage
Ausgesprochener oder festgestellter Bedarf an Dienstleistungen oder Produkten, die erbracht werden sollen. Nachfrage im FM bezeichnet den Abruf von Leistungen durch die Bedarfsorganisation.
Facility-Management-Organisation
Organisationseinheit, die Facility Management betreibt oder verantwortet. Sie kann eine eigenständige FM-Abteilung innerhalb der nachfragenden Organisation oder ein externer FM-Dienstleister sein.
Facility-Management-Prozess
Ein Prozess, der von einer Facility-Management-Organisation integriert gesteuert wird. Facility-Prozess bezeichnet eine Abfolge von Aktivitäten im FM, die zur Erbringung einer Facility Service beitragen.
3.1.6 Facility Service
Eine vom Facility Management bereitgestellte Dienstleistung – im Grunde die Summe von Aktivitäten und Ressourcen, die zur Erfüllung einer bestimmten Unterstützungsfunktion erbracht werden. Facility Service umfasst beispielsweise Reinigung, Catering, Wartung, Sicherheitsdienst etc., die der Unterstützung des Kerngeschäfts dienen. (In ISO 41011 wird der Begriff facility service als Sammelbegriff für alle Leistungen verwendet, die eine Facility-Management-Organisation erbringt.)
Interne Leistungserbringung (In-house)
Erbringung und Management eines Services durch Personal, das bei der nachfragenden Organisation selbst angestellt ist. Interne Service Provision (auch In-house-Leistung) bedeutet, dass die Facility Services nicht extern vergeben, sondern im eigenen Haus durchgeführt werden.
Bedarf
Ein erwartetes oder erforderliches Ergebnis, das für die Erreichung des Organisationsziels wesentlich ist. Need wird in ISO 41011 als „Erwartung (spezifisch oder abstrakt) der Bedarfsorganisation, die wesentlich ist, um den Kernzweck und die Hauptziele zu erreichen“ beschrieben.
Anforderung
Eine ausformulierte Forderung oder ein Kriterium, das erfüllt werden muss. Requirement im FM ist die konkretisierte Erwartung, die z.B. in Leistungsbeschreibungen oder Verträgen festgehalten ist, um den identifizierten Bedarf zu erfüllen.
Service Level (Leistungsniveau)
Vollständige Beschreibung der Anforderungen an ein Produkt, einen Prozess oder ein System und seiner Eigenschaften. Service Level bezeichnet das vereinbarte Leistungsniveau bzw. die Qualitätsstufe, mit der ein Service erbracht wird.
Service-Level-Agreement (SLA)
Schriftliche Vereinbarung zwischen der Bedarfsorganisation und einem Serviceanbieter über das Leistungsniveau, die Messung der Performance und die Bedingungen der Servicebereitstellung. Ein SLA hält fest, was zu welchem Niveau geleistet wird und wie dies gemessen und sanktioniert wird.
Dienstleister (Service Provider)
Organisation, die eine oder mehrere Facility Services für eine Bedarfsorganisation erbringt. Ein Service Provider im FM ist also der Leistungserbringer – intern oder extern – für definierte Unterstützungsleistungen.
Unterstützung- sdienstleistung
Eine Unterstützungsdienstleistung (engl. support service) ist eine nicht zum Kerngeschäft gehörende Aktivität, die zur Unterstützung des Kerngeschäfts erbracht wird. Sie stellt sicher, dass die primären Geschäftsprozesse reibungslos funktionieren, ohne selbst Teil der Wertschöpfung des Kerngeschäfts zu sein.
Arbeitsplatz (Arbeitsumgebung)
Physischer Ort, an dem Arbeit verrichtet wird. Workplace umfasst die Arbeitsumgebung eines Mitarbeiters, also z.B. das Büro, die Werkstatt, das Labor oder jede Einrichtung, in der Personen ihrer Tätigkeit nachgehen. Der Begriff kann auch das räumliche Umfeld einschließen (Licht, Klima, Möbel etc.).
Arbeitsbereich (Workspace)
Ein definierter Bereich innerhalb der Arbeitsumgebung, der für die Nutzung durch eine oder mehrere Personen für Arbeitsaktivitäten vorgesehen ist. Workspace kann z.B. ein einzelnes Büro, ein Schreibtischbereich in einem Großraumbüro, ein Projektraum oder ein temporärer Co-Working-Bereich sein.
Arbeitsstation
Ein spezifischer Ort innerhalb eines Arbeitsbereichs, ausgestattet mit Möbeln und Geräten, der für die dauerhafte Ausführung von Arbeitsaufgaben ausgelegt ist. Work Station umfasst typischerweise einen Schreibtisch oder Arbeitsplatz mit Stuhl, IT-/Telefonanschluss und weiterer Infrastruktur, der einer Person für die Arbeitszeit zur Verfügung steht.
Asset (Anlagegut)
Ein Gegenstand, Element oder Objekt, das für eine Organisation potentiellen oder aktuellen Wert hat. Asset im FM-Kontext bezeichnet alle Vermögensobjekte – insbesondere Gebäude, bauliche Anlagen, technische Einrichtungen, aber auch bewegliche Güter –, die bewirtschaftet, genutzt und erhalten werden müssen.
Anlagenmanagement
Koordinierte Tätigkeiten einer Organisation, um aus Assets Wert zu schöpfen. Asset Management umfasst alle strategischen und operativen Aufgaben, die sicherstellen, dass Anlagen über ihren Lebenszyklus optimal genutzt, instand gehalten und letztlich ersetzt oder entsorgt werden, um den Organisationszielen zu dienen.
Gebaute Umwelt
Gesamtheit der baulichen Anlagen, Außenflächen, Infrastruktur und sonstigen Bauwerke innerhalb eines bestimmten Gebiets. Die gebaute Umwelt (built environment) umfasst also alle vom Menschen errichteten physischen Umgebungen – Gebäude, Straßen, Versorgungseinrichtungen etc. – im Gegensatz zur natürlichen Umwelt.
Bauliche Anlage
Ein einzelnes Bauwerk oder Infrastrukturwerk, das für einen bestimmten Zweck errichtet wurde. Constructed Asset (auch built asset) umfasst Gebäude sowie Ingenieurbauwerke (Straßen, Brücken, Versorgungsleitungen etc.). Es handelt sich um ortsfeste, errichtete Objekte.
Facility (Einrichtung)
Eine Einrichtung oder ein Ensemble von Anlagen, das gebaut, installiert oder etabliert wurde, um die Bedarfe einer Entität zu erfüllen. Facility im Sinne der Norm ist die Zusammenfassung von Assets, die gemeinsam einen Zweck für den Nutzer erfüllen – oft synonym mit Standort oder Objekt gebraucht.
Infrastruktur
Gesamtheit der grundlegenden physischen Systeme und Versorgungsnetze, die den Betrieb einer Einrichtung ermöglichen. Infrastruktur schließt z.B. Energie- und Wasserversorgung, IT-Netzwerke, Verkehrswege auf dem Gelände, Entsorgungs- und Sicherheitssysteme ein.
Kommunikationsplan
Ein dokumentierter Plan, der regelt, welche Informationen zwischen welchen Parteien, auf welche Weise und in welchen Abständen ausgetauscht werden. Ein Kommunikationsplan im FM legt also fest, wie die Kommunikation z.B. zwischen FM-Organisation, Nutzern, Auftraggebern und Dienstleistern erfolgen soll.
Kompetenz
Fähigkeit, Wissen und Fertigkeiten anzuwenden, um beabsichtigte Ergebnisse zu erzielen. Kompetenz im FM bezieht sich auf die Qualifikation und Befähigung von Personen (z.B. Facility Manager, Techniker, Dienstleister-Mitarbeiter), ihre Aufgaben sachgerecht und effektiv auszuführen.
Interkulturelle Auswirkungen
Einfluss kultureller Unterschiede auf Prozesse, Kommunikation und Zusammenarbeit im Facility Management. Cross-cultural impact bezeichnet die Effekte, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe von Beteiligten (z.B. Nutzer, Dienstleister, internationale Teams) auf die FM-Leistungen und -Strategien haben.
Bedarfsorganisation
Rechtsträger oder organisatorische Einheit, die einen Bedarf hat und berechtigt ist, Kosten zu verursachen, um Anforderungen zu erfüllen. Die demand organization (Bedarfsorganisation) ist also die Organisation, welche die FM-Leistungen benötigt und in Auftrag gibt.
Organisation
Eine Person oder Gruppe von Personen mit eigenen Funktionen, Verantwortlichkeiten, Befugnissen und Beziehungen, um Ziele zu erreichen. Organisation in ISO 41011 entspricht der allgemeinen ISO-Definition (z.B. ISO 9000) und kann ein Unternehmen, Behörde, Verein etc. sein.
Verantwortlichkeits- matrix (RAM)
Übersichtliche Zuordnung von Verantwortungen für Aufgaben oder Ergebnisse in Form einer Matrix (z.B. RACI-Matrix). Die Responsibility Assignment Matrix ordnet Personen oder Rollen bestimmten Aufgaben die Verantwortungsgrade zu (Responsible, Accountable, Consulted, Informed).
Stakeholder (Interessierte Partei)
Person oder Organisation, die ein Interesse an oder einen Einfluss auf Entscheidungen oder Tätigkeiten hat. Stakeholder im FM sind alle relevanten Anspruchsgruppen – z.B. Mitarbeiter/Nutzer, Eigentümer, Auftraggeber, Kunden, Lieferanten, Behörden – die vom Facility Management betroffen sind oder Anforderungen daran stellen. ISO 41011 ergänzt, dass interested party als Synonym zugelassen ist.
Stakeholder-Auswirkungsanalyse
Systematische Bewertung, wie geplante Aktivitäten oder Veränderungen die verschiedenen Stakeholder beeinflussen und welche Reaktionen oder Risiken daraus entstehen könnten. Stakeholder Impact Assessment identifiziert positive wie negative Auswirkungen auf die Anspruchsgruppen.
Top-Management (oberste Leitung)
Die Person oder Personengruppe, die die höchste Führungsverantwortung in einer Organisation trägt (z.B. Geschäftsführung, Vorstand). Top Management bestimmt die strategische Ausrichtung und stellt Ressourcen bereit, auch für das Facility Management.
Nutzer (Endnutzer)
Person oder Organisation, die Produkte oder Dienstleistungen eines Anbieters in Anspruch nimmt. Im FM sind Nutzer (engl. user, vormals end user) die tatsächlichen Verwender der bereitgestellten Infrastruktur und Services – z.B. die Mitarbeiter, Mieter oder Besucher, die Gebäude und FM-Leistungen nutzen.
Vereinbarung
Eine schriftliche Abmachung zwischen den Parteien, die den Umfang und die Bedingungen der Bereitstellung von Dienstleistungen oder Produkten festlegt.
Vertrag
Eine rechtlich bindende Vereinbarung zwischen zwei oder mehr Parteien über Leistungen, Gegenleistungen, Pflichten und Rechte.
Co‑Sourcing (kombinierte Leistungserbringung)
Ein partnerschaftliches Modell, bei dem Auftraggeber und Dienstleister die Erbringung von Dienstleistungen gemeinsam organisieren und Personal bzw. Ressourcen teilen.
Demobilisierung
Geordnete Beendigung einer Dienstleistungsphase und Rückführung von Personal, Anlagen und Dokumenten an den Auftraggeber oder an einen Folgeanbieter.
Due Diligence (Sorgfaltsprüfung)
Gründliche Bewertung und Prüfung aller relevanten Informationen (rechtlich, technisch, finanziell) über ein Objekt oder eine Dienstleistung vor Vertragsabschluss.
Verfahrensanweisung (Method Statement)
Detailliertes Dokument, das beschreibt, wie eine bestimmte Arbeit auszuführen ist, einschließlich Methoden, Materialien, Ressourcen und Sicherheitsmaßnahmen.
Mobilisierung
Systematischer Aufbau von Personal, Ressourcen und Prozessen, um eine Dienstleistung zum vereinbarten Starttermin aufnehmen zu können.
Outsourcing (Fremdvergabe)
Fremdvergabe von internen Funktionen oder Dienstleistungen an einen externen Anbieter mit dem Ziel, Kosten, Risiken oder Komplexität zu verringern.
Out‑Tasking (Einzelauftragsvergabe)
Vergabe einzelner Aufgaben oder Teilleistungen an einen externen Anbieter, während der Auftraggeber die Gesamtverantwortung behält.
Beschaffungsplan
Strukturierter Plan, der festlegt, welche Güter oder Dienstleistungen wann, von wem und wie beschafft werden sollen, inklusive Zeitplan und Verantwortlichkeiten.
Leistungsbeschreibung (Performance Specification)
Beschreibung der erwarteten Ergebnisse oder Leistungsmerkmale eines Services auf Basis von Output‑ oder Leistungsparametern, ohne die Durchführung im Detail vorzuschreiben.
Beschaffung (Procurement)
Alle Aktivitäten zur Ausschreibung, Auswahl und Beauftragung von Lieferanten oder Dienstleistern zur Deckung des Bedarfs an Gütern und Dienstleistungen.
Eigenleistung (Self‑Delivery Service)
Dienstleistungen, die der Auftraggeber mit eigenem Personal erbringt und nicht an einen Dritten vergibt.
Sourcing (Bezugsstrategie)
Strategische Entscheidung, wie eine Organisation Dienstleistungen beschafft und welche Anteile intern, extern oder in Partnerschaft bereitgestellt werden.
Spezifikation
Dokument, das die Anforderungen und Eigenschaften eines Produkts oder einer Dienstleistung detailliert beschreibt, um einen einheitlichen Standard für die Leistungserbringung sicherzustellen.
Subcontracting (Weitervergabe)
Weitergabe vertraglich vereinbarter Leistungen von einem Hauptauftragnehmer an einen weiteren Dienstleister, der im Auftrag des Hauptauftragnehmers arbeitet.
Aktivität
Eine Aktivität ist ein Satz zusammenhängender oder interagierender Handlungen, die als Teil eines Prozesses ausgeführt werden.
Bezugswert (Baseline)
Ein Bezugswert ist ein Ausgangs‑ oder Referenzwert, mit dem zukünftige Messwerte oder Leistungen verglichen werden.
Kontinuierliche Verbesserung
Eine kontinuierliche Verbesserung ist eine wiederkehrende Tätigkeit zur Steigerung der Leistung.
Korrekturmaßnahme
Eine Korrekturmaßnahme ist eine Aktion zur Beseitigung der Ursache einer festgestellten Nichtkonformität, um deren Wiederauftreten zu verhindern.
Facility‑Planung
Facility‑Planung bezeichnet den Prozess der Erstellung eines Plans zur Entwicklung, Nutzung oder Bewirtschaftung einer Facility im Einklang mit den strategischen Zielen.
Lebenszyklusbewertung (LCA)
Die Lebenszyklusbewertung ist ein Verfahren zur Beurteilung der Umweltauswirkungen eines Produkts oder einer Dienstleistung über seinen gesamten Lebenszyklus.
Outcome
Outcome bezeichnet die erzielte Wirkung oder den Nutzen, der über das unmittelbare Output eines Prozesses hinausgeht.
Output
Output ist das konkret bereitgestellte Ergebnis eines Prozesses, beispielsweise ein fertiges Produkt oder eine erbrachte Dienstleistung.
Nutzungsbewertung nach Bezug (Post‑Occupancy Evaluation)
Eine Nutzungsbewertung nach Bezug ist die systematische Bewertung der Leistung eines Gebäudes oder Arbeitsplatzes und der Nutzerzufriedenheit nach einer Phase der Nutzung.
Produkt
Ein Produkt ist das Ergebnis eines Prozesses, das ohne weitere interne Aktivitäten an den Kunden übergeben werden kann.
Prozess
Ein Prozess ist ein Satz von in Wechselbeziehung stehenden oder interagierenden Aktivitäten, der Eingaben in Ergebnisse umwandelt.
Anschaffungskosten
Kosten, die entstehen, um einen Vermögenswert zu erwerben und in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen, einschließlich Kaufpreis, Transport, Installation und Schulung.
Business Case (Wirtschaftlich- keitsbetrachtung)
Dokument, das den Umfang, den Nutzen, die Kosten, Risiken und die Wirtschaftlichkeit einer vorgeschlagenen Investition zusammenfasst, um eine Entscheidungsgrundlage zu liefern.
Kreislaufwirtschaft
Wirtschaftsmodell, das auf Wiederverwendung, Aufbereitung und Recycling von Materialien abzielt, um Abfall zu minimieren und Ressourcen langfristig im Kreislauf zu halten.
Baukosten
Alle Aufwendungen für die Errichtung eines Bauwerks, von der Planung über Material und Ausführung bis zur Fertigstellung.
Kosten‑Nutzen‑Analyse
Systematische Gegenüberstellung der erwarteten Kosten und der erwarteten Nutzen einer Maßnahme zur Bewertung ihrer Wirtschaftlichkeit.
End‑of‑Life‑Kosten (Entsorgungskosten)
Netto‑Kosten für die Stilllegung und Entsorgung eines Vermögenswerts am Ende seiner Nutzungsdauer, einschließlich Abbau, Recycling, Transport und Wiederherstellung.
Lebenszykluskosten
Summe aller Kosten eines Vermögenswerts über seine gesamte Nutzungsdauer, also Anschaffungs‑, Betriebs‑, Instandhaltungs‑, Erneuerungs- und Entsorgungskosten, jeweils abgezinst auf den Betrachtungszeitpunkt.
Instandhaltungskosten
Kosten für Wartung, Inspektion, Instandsetzung und vorbeugende Erneuerungen, um die Funktionsfähigkeit eines Vermögenswerts über seinen Lebenszyklus zu sichern.
Open‑Book‑Prinzip
Transparente Offenlegung der Kostenkalkulation und der Gewinnmargen eines Dienstleisters gegenüber dem Auftraggeber, um eine vertrauensbasierte Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Betriebskosten
Regelmäßig anfallende Kosten für den laufenden Betrieb und Unterhalt eines Gebäudes oder einer Anlage, einschließlich Energie, Wasser, Reinigung, Wartung und Verwaltung.
Erneuerungskosten
Kosten für den Austausch oder die grundlegende Sanierung von Bauteilen oder Anlagen nach Ablauf ihrer Nutzungszeit innerhalb des Betrachtungszeitraums.
Best Practice (Bewährte Vorgehensweise)
Eine bewährte Vorgehensweise ist eine dokumentierte und weithin anerkannte Methode oder Lösung, die in der Branche als besonders effektiv und effizient gilt.
Business Continuity (Geschäftskontinuität)
Geschäftskontinuität bezeichnet die Fähigkeit einer Organisation, ihre Produkte oder Dienstleistungen nach einem störenden Vorfall auf einem zuvor festgelegten akzeptablen Niveau fortzuführen.
Ergebnisobjekt (Deliverable)
Ein Ergebnisobjekt ist ein messbarer, prüfbarer Output oder Gegenstand, der innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens als Resultat eines Projekts oder Teilprojekts zu liefern ist.
Dokumentierte Information
Dokumentierte Information umfasst alle im Managementsystem gelenkten Unterlagen und Aufzeichnungen, die als Nachweis für Prozesse, Anforderungen oder Ergebnisse dienen.
Effektivität
Effektivität beschreibt, inwieweit geplante Tätigkeiten und erzielte Ergebnisse übereinstimmen und ob die gesteckten Ziele erreicht werden.
Notfallvorsorge
Notfallvorsorge ist die Fähigkeit, wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die die Auswirkungen eines Notfalls abmildern; sie umfasst die Planung, Bereitstellung von Ressourcen und Schulungen für Krisensituationen.
Einheit (Entität)
Eine Einheit ist ein Gegenstand, Ding oder konzeptionelles Objekt (z. B. Organisation oder Person), das eigenständig existiert und behandelt werden kann.
Facility‑Lebenszyklus
Der Facility‑Lebenszyklus umfasst alle Phasen, die eine bauliche Einrichtung von der Konzeption über Planung, Bau, Nutzung, Umnutzung bis zur Außerbetriebnahme durchläuft.
Facility‑Management‑ Politik
Die Facility‑Management‑Politik ist eine von der obersten Leitung formulierte Absichtserklärung, die die grundlegenden Prinzipien und Ausrichtungen des FM festlegt.
Facility‑Management‑ Strategie
Die Facility‑Management‑Strategie ist ein langfristiger Plan, der die FM‑Ziele mit den Unternehmenszielen verknüpft und die Maßnahmen und Ressourcen definiert, um diese Ziele zu erreichen.
Instandhaltung
Instandhaltung ist die Kombination aller technischen und administrativen Maßnahmen, um den funktionsfähigen Zustand eines Vermögenswerts zu bewahren oder bei Ausfall wiederherzustellen; sie umfasst Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.
Managementsystem
Ein Managementsystem besteht aus miteinander in Wechselwirkung stehenden Elementen (Politik, Ziele, Prozesse), mit denen eine Organisation ihre Politik und Ziele festlegt und diese Ziele erreicht.
Ziel (Objective)
Ein Ziel ist ein angestrebtes Ergebnis, das erreicht werden soll; es wird aus der Politik und Strategie abgeleitet und ist in der Regel spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und zeitgebunden.
Operative Ebene
Die operative Ebene ist die Ebene, auf der Tätigkeiten routinemäßig durchgeführt werden, um die Funktionen der Organisation zu unterstützen; hier steht die tägliche Umsetzung der Prozesse im Vordergrund.
Primäraktivität
Primäraktivitäten sind die unverzichtbaren, unterscheidenden Kernkompetenzen einer Organisation innerhalb ihrer Wertschöpfungskette; sie werden direkt vom Facility Management unterstützt, gehören aber nicht zum FM selbst.
Qualität
Qualität ist der Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale eines Objekts die Anforderungen erfüllt; im FM bezieht sie sich auf die Beschaffenheit von Services, Flächen und Anlagen entsprechend den Erwartungen.
Resilienz
Resilienz ist die Fähigkeit eines Systems oder einer Organisation, Störungen zu absorbieren und sich anzupassen, sodass die erforderlichen Funktionen und Strukturen erhalten bleiben.
Risiko
Risiko ist der Effekt von Ungewissheit auf Ziele; im FM umfasst es potenzielle Ereignisse oder Bedingungen, die das Erreichen von FM‑ oder Unternehmenszielen beeinträchtigen können.
Strategischer Facility‑Plan
Der strategische Facility‑Plan ist ein umfassender Plan auf strategischer Ebene, der die langfristige Entwicklung der Facilities beschreibt und wie diese die Geschäftsziele unterstützen.
Strategische Ebene
Die strategische Ebene ist die Führungsebene, auf der die Organisation ihre langfristigen Ziele und ihre Politik festlegt sowie Pläne entwickelt und bewertet, um diese Ziele zu erreichen.
Messung
Die Messung ist die systematische Ermittlung eines Wertes durch definierte Methoden und Hilfsmittel.
Überwachung
Überwachung bezeichnet die fortlaufende Beobachtung oder Datenerfassung, um den Zustand oder die Leistung von Prozessen, Anlagen oder Services zu beurteilen.
Indikator
Ein Indikator ist eine messbare Größe, die als Hinweis auf den Zustand, die Qualität oder die Leistung eines Prozesses oder Systems dient.
Key Performance Indicator (KPI)
Leistungskennzahl – Eine Leistungskennzahl (KPI) ist ein ausgewählter Indikator, der den Erfüllungsgrad eines Zielwerts oder einer Vorgabe präzise beschreibt und sich für die Leistungssteuerung eignet.
Treibhausgas (GHG)
Treibhausgase sind gasförmige Stoffe in der Atmosphäre, die Wärmestrahlung absorbieren und abgeben können und dadurch den natürlichen Treibhauseffekt verstärken; dazu zählen beispielsweise Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Distickstoffoxid (N₂O) und fluorierte Gase.
Treibhausgas‑Emission
Treibhausgas‑Emission bezeichnet die Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre durch menschliche oder natürliche Aktivitäten, etwa bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe, in der Landwirtschaft, bei industriellen Prozessen oder durch Landnutzungsänderungen.
Nachhaltige Entwicklung
Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken; sie berücksichtigt wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen.
Wohlbefinden
Wohlbefinden beschreibt den Zustand eines Individuums in Bezug auf Gesundheit, Zufriedenheit und Lebensqualität; im Facility Management umfasst es physische, psychische und soziale Faktoren, die das Erleben am Arbeitsplatz beeinflussen, wie zum Beispiel Raumklima, Ergonomie, Sicherheit und soziale Interaktion.
