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GEFMA 620: Ausbildung zum Fachwirt Facility Management

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GEFMA 620 – Ausbildung zum Fachwirt Facility Management (GEFMA)

Die GEFMA 620 – Ausbildung zum Fachwirt Facility Management (GEFMA) ist eine anerkannte Richtlinie, welche den inhaltlichen, didaktischen und organisatorischen Rahmen für die berufliche Weiterbildung zum geprüften Fachwirt Facility Management (IHK/GEFMA) vorgibt. Sie richtet sich an Fach- und Führungskräfte im Facility Management und stellt sicher, dass die Qualifizierung praxisnah, kompetenzorientiert und an aktuelle betriebliche Anforderungen angepasst erfolgt. Durch die Verknüpfung von kaufmännischen, technischen, rechtlichen und organisatorischen Kompetenzfeldern schafft die GEFMA 620 eine einheitliche Grundlage für eine standardisierte und bundesweit vergleichbare Weiterbildung im FM-Bereich. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Professionalisierung des Berufsbildes und definiert einen klaren Qualifikationsrahmen für angehende Facility Manager.

GEFMA 620 – Ausbildung Fachwirt FM

Stellung innerhalb der GEFMA-Richtlinien

Die Richtlinie GEFMA 620 nimmt innerhalb des Gefüges der GEFMA-Richtlinien eine besondere Rolle ein. Während viele GEFMA-Richtlinien prozess- oder leistungsorientierte Standards und Best Practices für das Facility Management beschreiben (z.B. Richtlinien zu FM-Definitionen, Kostengliederungen oder Qualitätsmaßstäben), fungiert die GEFMA 620 ausdrücklich als Qualifizierungs- und Ausbildungsrichtlinie. Das bedeutet, sie legt fest, welche Kenntnisse und Fähigkeiten im Rahmen der Fortbildung zum Fachwirt FM vermittelt werden sollen. Im Gegensatz zu technischen Richtlinien, die etwa Abläufe oder Kennzahlen im FM regeln, konzentriert sich GEFMA 620 auf die Qualifikationsinhalte und Lernziele für Personen, die Führungs- und Koordinationsaufgaben im FM übernehmen wollen. Diese Ausrichtung macht GEFMA 620 zu einem zentralen Instrument für die Professionalisierung und die Karriereentwicklung im Facility Management: Durch den definierten Standard können Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen auf einen verlässlichen Weiterbildungsrahmen zurückgreifen, der klare Kompetenzprofile schafft und Karrierepfade im FM transparenter gestaltet.

Adressatenkreis und Anwendungsbereich

Die GEFMA-620-Weiterbildung richtet sich an Fachkräfte aus sämtlichen Sparten des Facility Managements – unabhängig davon, ob ihr Hintergrund eher kaufmännisch, technisch oder infrastrukturell geprägt ist. Typische Teilnehmer sind z.B. technische Gebäude-Manager, kaufmännische Objektverwalter, Servicebereichsleiter oder auch Quereinsteiger mit einschlägiger Berufserfahrung, die ihre Kompetenzen im FM ausbauen möchten. Der Anwendungsbereich der Qualifikation erstreckt sich vor allem auf das operative und taktische Facility Management: Absolventen sollen in der Lage sein, die FM-Aufgaben auf Objektebene bzw. in Teilbereichen eines Unternehmens eigenverantwortlich zu steuern und umzusetzen. Entsprechend ist die Weiterbildung sowohl für Mitarbeiter auf Seiten von Eigentümern bzw. Betreibern von Immobilien (die Auftraggeberseite) relevant, als auch für Beschäftigte von FM-Dienstleistern, die operative Dienstleistungen erbringen. Durch das breite Themenspektrum stellt der Fachwirt FM eine wichtige Qualifikation dar, um in unterschiedlichen Organisationsformen – sei es im eigenen Unternehmen als Betreiber oder in einem Serviceunternehmen – leitende Funktionen im Gebäudebetrieb zu übernehmen.

Qualifikationsprofil und Kompetenzanspruch

Das Qualifikationsziel des geprüften Fachwirts für Facility Management ist ein ganzheitliches Verständnis des Facility Managements in Verbindung mit ausgeprägter Handlungskompetenz. Absolventen dieses Lehrgangs beherrschen sowohl strategische Grundprinzipien als auch die operative Umsetzung von FM-Maßnahmen im Betriebsalltag. Sie fungieren als Schnittstellenmanager zwischen technischen, kaufmännischen und organisatorischen Bereichen: Das heißt, sie können die Sprache der Technik (z.B. Gebäudebetrieb, Instandhaltung) ebenso sprechen wie die der Betriebswirtschaft (z.B. Kostencontrolling, Budgetierung) und der Verwaltung (z.B. Vertrags- und Rechtsfragen). Durch diese breite Aufstellung sind Fachwirte FM befähigt, koordinierende und steuernde Aufgaben zu übernehmen – etwa die Leitung einer Objektmanagement-Einheit, die Koordination externer Dienstleister oder die Umsetzung von FM-Konzepten in Projekten. Ihr Kompetenzanspruch umfasst dabei, Kundenbedarfe im FM auf taktischer und operativer Ebene zu realisieren und dafür geeignete Steuerungssysteme und Managementmethoden einzusetzen. Kurz gesagt: Der Fachwirt FM soll als Generalist im Hintergrund dafür sorgen, dass die verschiedenen FM-Leistungen reibungslos ineinandergreifen und wirtschaftlich erbracht werden.

Berufliche Handlungskompetenzen

Im Rahmen der GEFMA-620-Weiterbildung werden vier zentrale Kompetenzdimensionen entwickelt, die zusammen das berufliche Handlungsprofil eines Fachwirts FM ausmachen.

Diese Dimensionen und ihre Schwerpunkte lassen sich wie folgt darstellen:

Kompetenzdimension

Inhaltlicher Schwerpunkt

Fachkompetenz

Fachliches Know-how zu FM-Prozessen, technischen Grundlagen der Gebäudebewirtschaftung und kaufmännischer Steuerung

Methodenkompetenz

Fähigkeit zur Analyse, Planung und zum Controlling von FM-Aufgaben sowie professionelle Dokumentation und Berichtswesen

Sozialkompetenz

Kommunikationsstärke, Führungsfähigkeiten und Geschick in der Steuerung von Dienstleistern und Teams

Selbstkompetenz

Eigenverantwortliches Handeln, Bewusstsein für Qualitätssicherung und Bereitschaft zur kontinuierlichen eigenen Weiterentwicklung

Durch diese ganzheitliche Kompetenzvermittlung stellt die Qualifikation sicher, dass Fachwirte FM nicht nur fachlich-inhaltlich Bescheid wissen, sondern ihre Kenntnisse auch methodisch umsetzen, im Team kommunizieren und sich selbst organisiert weiterentwickeln können.

Gesamtkonzeption der Ausbildung

Die Weiterbildung zum Fachwirt Facility Management nach GEFMA 620 ist modular aufgebaut und didaktisch so konzipiert, dass Theorie und Praxis eng verzahnt werden. Die einzelnen Module decken unterschiedliche Themenfelder (technisch, kaufmännisch, rechtlich usw.) ab und erlauben es den Teilnehmern, Schritt für Schritt ein umfassendes FM-Wissen aufzubauen. Neben der reinen Wissensvermittlung legt die Gesamtkonzeption großen Wert auf praktische Anwendung: Fallstudien, Übungen und Projektarbeiten sorgen dafür, dass die erlernten Inhalte direkt in berufliche Handlungssituationen übertragen und erprobt werden. Gleichzeitig wird eine gezielte Prüfungsvorbereitung in den Ablauf integriert, damit die Teilnehmer am Ende des Lehrgangs optimal auf die Abschlussprüfung (schriftlich und mündlich) vorbereitet sind. Insgesamt orientiert sich der Lehrgang konsequent an den Anforderungen der beruflichen Praxis im FM – jede Lerneinheit zielt darauf, Kompetenzen zu vermitteln, die im Arbeitsalltag eines Facility Managers benötigt werden.

Zeitlicher und organisatorischer Rahmen

Der zeitliche Umfang der Qualifizierung ist beträchtlich und unterstreicht den hohen Anspruch der Weiterbildung. In der Regel umfasst der Lehrgang mehrere hundert Unterrichtsstunden. So wird beispielsweise in Vollzeit-Lehrgängen oft ein Pensum von rund 700–750 Unterrichtseinheiten (UE) angesetzt, verteilt über einige Monate, plus eine betreute Projektphase (häufig etwa 6 Wochen) zur praktischen Anwendung. Alternativ werden berufsbegleitende Formate angeboten, bei denen die Präsenzzeiten geringer (z.B. ca. 200–250 UE) sind und durch Selbstlernphasen ergänzt werden – diese Kurse erstrecken sich dafür über einen längeren Zeitraum (typisch 12–18 Monate), häufig in modularen Blockveranstaltungen oder regelmäßigen Wochenendseminaren.

Organisatorisch wird die Weiterbildung von zertifizierten Bildungsträgern durchgeführt, die von GEFMA anerkannt sind. Diese Bildungsträger – etwa Akademien, Fachschulen oder Weiterbildungseinrichtungen – stellen die Infrastruktur, Dozenten und betreuen die Teilnehmer durch den Lehrgang. Die Prüfungen selbst erfolgen in Abstimmung mit der GEFMA-Prüfungskommission (und in Zusammenarbeit mit der IHK, wo erforderlich). Dadurch wird gewährleistet, dass die Prüfungsanforderungen einheitlich bleiben und der Abschluss überall denselben Wert besitzt. Insgesamt sorgt der vorgegebene Rahmen dafür, dass – egal ob Vollzeit oder berufsbegleitend – alle Teilnehmer vergleichbare Lerninhalte und Prüfungsbedingungen vorfinden.

Überblick über die Lernfelder

Die GEFMA 620 definiert einen Rahmenlehrplan mit mehreren Lernfeldern, der als roter Faden für alle Weiterbildungskurse dient. Jedes Lernfeld fasst thematisch zusammengehörige Inhalte zusammen.

Im Überblick ergeben sich folgende fünf Lernfelder mit ihren Schwerpunkten:

  • FM-Grundlagen: Einführung in das Facility Management, grundlegende Begriffe und Rollen, Verständnis des Immobilien-Lebenszyklus sowie Überblick über FM-Prozesse und Leistungsbereiche.

  • Technisches FM: Technische Aspekte des FM, inklusive baulicher Grundlagen und Technischer Gebäudeausrüstung (TGA), Betrieb von gebäudetechnischen Anlagen, Wartung und Instandhaltungskonzepte.

  • Kaufmännisches FM: Betriebswirtschaftliche Grundlagen im FM, insbesondere Kostenrechnung und Budgetierung, Controlling von FM-Leistungen sowie finanzielle Steuerung der Immobilienbewirtschaftung.

  • Recht und Organisation: Juristische und organisatorische Rahmenbedingungen, z.B. Vertragswesen im FM (Dienstleistungsverträge, Ausschreibungen), Betreiberpflichten und Haftung, Arbeits- und Gesundheitsschutzvorschriften, sowie Aufbau von Organisationsstrukturen im FM.

  • Führung und Kommunikation: Personalführung und Teammanagement im FM-Kontext, Kommunikation mit Nutzern, Kunden und Dienstleistern, sowie Methoden des Qualitätsmanagements und der Verbesserung von Serviceprozessen.

Diese Lernfelder stellen sicher, dass alle relevanten Themengebiete des modernen Facility Managements in der Weiterbildung abgedeckt sind und dienen als Grundlage für die detaillierten Unterrichtspläne der Bildungsträger.

Didaktische Leitlinien

Didaktisch ist die Weiterbildung darauf ausgerichtet, erwachsenengerecht und praxisnah Wissen zu vermitteln.

Wichtige Leitlinien dabei sind:

  • Praxisorientierung: Theorie wird stets mit Beispielen aus der Praxis untermauert, sodass ein hoher Realitätsbezug entsteht. Viele Dozenten kommen selbst aus der FM-Praxis und lassen ihre Erfahrung einfließen.

  • Fallstudien und Übungen: Durch Fallbeispiele, Workshops und Gruppenübungen werden die Teilnehmer angeregt, das Gelernte anzuwenden. Typische FM-Problemsituationen (z.B. Störfallmanagement, Budgetüberschreitungen, Dienstleistersteuerung) werden simuliert und gemeinsam gelöst.

  • Transfer in den Alltag: Es wird großer Wert darauf gelegt, dass die erworbenen Kenntnisse und Werkzeuge nach dem Kurs im eigenen beruflichen Umfeld eingesetzt werden können. Die Teilnehmer erarbeiten z.B. in Projektarbeiten Lösungen, die direkt auf ihr Unternehmen oder ein fiktives Beispielunternehmen übertragbar sind. Dieser stetige Praxis-Transfer fördert das Verständnis und die Behaltensleistung nachhaltig.

Grundlagen des Facility Managements

In diesem ersten Modul werden die Grundlagen des Facility Managements gelegt. Die Teilnehmer beschäftigen sich mit dem Begriffsverständnis und der Systematik des FM: Was genau umfasst Facility Management, welche Ziele verfolgt es und wie grenzt es sich etwa vom klassischen Gebäudemanagement ab? Ein zentrales Konzept ist die lebenszyklusorientierte Betrachtung von Immobilien und Anlagen – von der Planung über die Nutzung bis zur Verwertung. Die angehenden Fachwirte lernen, Immobilien und gebäudebezogene Dienstleistungen ganzheitlich über den gesamten Lebenszyklus zu denken, um langfristig optimale Wirtschaftlichkeit und Funktionalität zu gewährleisten. Darüber hinaus wird die Rolle des Facility Managements innerhalb eines Unternehmens beleuchtet: FM als unterstützende Funktion für die Kernprozesse, die dafür sorgt, dass Arbeitsumgebungen, technische Infrastruktur und Serviceleistungen die Wertschöpfung des Kerngeschäfts bestmöglich ermöglichen.

Technische Inhalte

Das Modul Technisches FM vermittelt Wissen rund um Gebäude, Technik und Infrastruktur. Zum einen erhalten die Teilnehmer grundlegende Kenntnisse der Baukonstruktion und der Technischen Gebäudeausrüstung (Heizung, Lüftung, Klima, Elektro, Sicherheitstechnik etc.), um die Funktionsweise und Anforderungen gebäudetechnischer Systeme zu verstehen. Zum anderen stehen Themen der Betriebssicherheit und Instandhaltung im Fokus: Welche Instandhaltungsstrategien gibt es (präventiv, korrektiv, zustandsorientiert), wie plant man Wartungen und Prüfungen gesetzeskonform, und wie stellt man den sicheren Betrieb von Anlagen sicher? Auch die Schnittstellen zwischen Planung, Bau und Betrieb werden diskutiert – z.B. wie das FM bereits in der Bauphase eingebunden werden sollte, um eine reibungslose Bewirtschaftung zu gewährleisten. Insgesamt sollen die Teilnehmer befähigt werden, technische Betriebsprozesse zu organisieren und mit Fachfirmen, Technikern und Ingenieuren sachkundig zusammenzuarbeiten.

Kaufmännische Inhalte

Im kaufmännischen Teil der Weiterbildung dreht sich alles um die wirtschaftliche Seite des Facility Managements. Die Teilnehmer lernen die Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung kennen und wie man diese im FM-Kontext anwendet. Dazu gehört das Aufstellen von FM-Budgets, die Überwachung von Kostenstellen und das Ermitteln von Kennzahlen, um die Wirtschaftlichkeit von Gebäudebetrieb und Dienstleistungen zu beurteilen. Ein wichtiger Aspekt ist die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung bei Investitionsentscheidungen: Beispielsweise, ob der Austausch einer Anlage langfristig Kostenvorteile bringt oder Outsourcing gegenüber Eigenleistung finanzielle Vorteile bietet. Außerdem werden das Vertrags- und Vergabemanagement behandelt: Die angehenden Fachwirte lernen, wie Ausschreibungen für FM-Dienstleistungen vorbereitet und durchgeführt werden, welche Vertragsarten (z.B. Dienstvertrag, Werkvertrag) im FM üblich sind und worauf bei der Gestaltung von Leistungsbeschreibungen, SLA (Service Level Agreements) und Abrechnungsmodalitäten zu achten ist.

Rechtliche und organisatorische Inhalte

Dieses Modul deckt die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen des Facility Managements ab. Ein Schwerpunkt liegt auf der Betreiberverantwortung und den damit einhergehenden Verkehrssicherungspflichten. Das bedeutet, die Teilnehmer befassen sich mit der Frage, welche Pflichten ein Eigentümer oder Betreiber einer Immobilie hat, um die Sicherheit von Personen und Sachwerten zu gewährleisten (z.B. regelmäßige Prüfungen von Aufzügen, Brandschutzmaßnahmen, Haustechnik-Prüfintervalle) und welche Haftungsrisiken bei Vernachlässigung bestehen. Ebenfalls zentral ist der Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz: Hier lernen die Fachwirt-Anwärter die wesentlichen gesetzlichen Vorgaben kennen, die im Gebäudebetrieb für Mitarbeiter und Dienstleister gelten (etwa Arbeitsschutzgesetz, Betriebssicherheitsverordnung, Vorschriften zur Gebäudesicherheit), und wie man als FM-Verantwortlicher deren Einhaltung organisiert und überwacht. Im organisatorischen Teil geht es um den Aufbau von FM-Strukturen und Prozessen im Unternehmen. Dabei wird vermittelt, wie man eine FM-Organisation gestaltet – etwa die Entscheidung zwischen interner Leistungserbringung oder Fremdvergabe, die Definition von Schnittstellen zwischen verschiedenen Abteilungen (z.B. FM und Produktion oder Verwaltung) und die Implementierung von Prozessen für Wartung, Reinigung, Flächenmanagement etc. Ziel ist es, dass die Teilnehmer danach wissen, wie man ein FM-Konzept im Unternehmen implementiert und welche organisatorischen Voraussetzungen dafür notwendig sind.

Führung, Kommunikation und Qualität

Der letzte inhaltliche Bereich widmet sich den Führungs- und Sozialkompetenzen sowie dem Qualitätsmanagement. Hier werden die Teilnehmer darauf vorbereitet, als Führungskraft im FM zu agieren. Themen wie Mitarbeiterführung und Teamorganisation stehen im Vordergrund – zum Beispiel, wie man Hausmeister- und Service-Teams effizient einteilt, motiviert und anleitet, oder wie man Konflikte im Team löst. Ebenso wird die Kommunikation mit internen und externen Stakeholdern trainiert: Ein Fachwirt FM muss mit unterschiedlichen Ansprechpartnern umgehen können – von der Unternehmensleitung über die Nutzer/Mieter eines Gebäudes bis hin zu externen Dienstleistern. Entsprechend gehören Präsentationstechniken, Verhandlungsführung (z.B. bei Vertragsverhandlungen mit Dienstleistern) und Kundenorientierung zum Schulungsinhalt. Ergänzend lernen die Teilnehmer Methoden des Qualitätsmanagements kennen. Sie erfahren, wie man Qualität von FM-Leistungen misst (z.B. mittels KPI und Benchmarks), wie man ein Qualitätsmanagementsystem implementiert und kontinuierliche Verbesserungsprozesse (KVP) anstößt. Damit wird sichergestellt, dass ein Fachwirt FM nicht nur operativ verwalten kann, sondern auch die stetige Optimierung und Sicherstellung von Servicequalität im Blick behält.

Die Abschlussprüfung zum Fachwirt Facility Management (GEFMA) besteht aus mehreren Komponenten, um den verschiedenen Kompetenzbereichen gerecht zu werden:

  • Schriftliche Prüfungen: Es werden typischerweise vier schriftliche Klausuren abgelegt, die die Inhalte der verschiedenen Lernfelder abdecken. Diese schriftlichen Prüfungen prüfen das erworbene Wissen z.B. in den Bereichen Kern-FM, technische Prozesse, infrastrukturelle Prozesse und kaufmännische Prozesse. Die Klausuren sind praxisnah gestaltet, sodass die Teilnehmer in offenen Fragen oder Fallbearbeitungen ihr Verständnis und ihre Problemlösungsfähigkeit demonstrieren müssen.

  • Projektarbeit: Ein zentraler praktischer Leistungsnachweis ist die Erstellung einer Projektarbeit. Bereits während des Lehrgangs erarbeiten die Teilnehmer ein praxisbezogenes Projekt (oft im eigenen Arbeitsumfeld oder anhand eines realistischen Szenarios), in dem sie ein FM-Problem analysieren und ein Lösungskonzept entwickeln. Diese Projektarbeit dient dazu, die Fähigkeit zur Anwendung des Gelernten auf komplexe Aufgabenstellungen zu beweisen.

  • Mündliche Prüfung (Projektpräsentation und Fachgespräch): Als abschließender Prüfungsteil präsentieren die Kandidaten ihre Projektarbeit vor einer Prüfungskommission. Die Präsentation (ca. 30–45 Minuten) wird durch ein Fachgespräch ergänzt, in dem vertiefende Fragen gestellt werden. Hierbei bewertet die Kommission neben der fachlichen Richtigkeit der vorgeschlagenen Lösungen auch die Kommunikationsfähigkeit, Überzeugungskraft und die Fähigkeit, spontan auf Fragen einzugehen. Die mündliche Prüfung dient somit als praxisorientierter Kompetenznachweis und rundet das Prüfungsbild ab.

Bewertungssystematik

Die Leistungsbewertung im Rahmen der Fachwirt-FM-Prüfung ist kompetenzorientiert ausgerichtet. Das bedeutet, es zählt nicht nur auswendig gelerntes Wissen, sondern vor allem die Fähigkeit, dieses Wissen anzuwenden und lösungsorientiert einzusetzen. Die schriftlichen und mündlichen Prüfungsteile fließen gemeinsam in die Gesamtbewertung ein. In der Regel haben sowohl die theoretischen Leistungen (Klausuren) als auch die praktischen Anteile (Projekt und Präsentation) ein hohes Gewicht, um ein ausgewogenes Bild der Kompetenz zu erhalten.

Um die Prüfung erfolgreich zu bestehen, müssen alle Teile mit mindestens ausreichender Leistung absolviert werden. Die genaue Gewichtung und Notenschlüssel sind in der Prüfungsordnung festgelegt – typischerweise muss in jedem schriftlichen Fach eine Mindestpunktzahl erreicht werden, und auch die mündliche Präsentation darf nicht durchfallen. Sollte ein Prüfling in einem der Bereiche die Anforderungen nicht erfüllen, gibt es gemäß der Ordnung die Möglichkeit einer Wiederholungsprüfung in dem jeweiligen Teil. Insgesamt stellt die Bewertungssystematik sicher, dass der Titel "Geprüfter Fachwirt FM (GEFMA)" nur an diejenigen vergeben wird, die sowohl theoretisch fundiertes Wissen als auch praktische Handlungskompetenz nachgewiesen haben.

Fachliche und didaktische Qualifikation der Dozenten

Die Qualität der Weiterbildung steht und fällt mit der Kompetenz der Lehrkräfte. GEFMA stellt daher hohe Anforderungen an die Dozenten, die in zertifizierten Lehrgängen unterrichten. Erstens wird umfassende Berufserfahrung im Facility Management erwartet: Die Dozenten sollten idealerweise selbst langjährig in verantwortlichen FM-Positionen tätig gewesen sein oder noch sein, um aus der Praxis berichten zu können. Zweitens ist didaktische Kompetenz erforderlich – das heißt die Fähigkeit, erwachsenen Lerngruppen komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln und ein lebendiges, praxisnahes Lernen zu ermöglichen. Oft verfügen die Lehrkräfte daher über Zusatzqualifikationen in der Erwachsenenbildung oder Schulungserfahrung. Drittens legen GEFMA und die Bildungsträger Wert auf die Aktualität des Fachwissens: Die FM-Branche entwickelt sich stetig weiter (z.B. Digitalisierung, neue Gesetze, Nachhaltigkeitstrends) – Dozenten müssen daher ihr Wissen kontinuierlich auf dem Laufenden halten, um den Teilnehmern stets aktuelles und relevantes Know-how zu vermitteln.

Qualitätssicherung der Lehrgänge

Um bundesweit vergleichbare Standards zu garantieren, unterliegen die GEFMA-zertifizierten Weiterbildungskurse einer strikten Qualitätssicherung. Alle Bildungsträger sind verpflichtet, den Rahmenlehrplan der GEFMA 620 einheitlich umzusetzen – es gibt also einen definierten Pflichtstoff, der überall gelehrt werden muss. Abweichungen oder zusätzliche Inhalte können zwar angeboten werden, dürfen aber den Kernlehrplan nicht verwässern. Zudem müssen die Bildungsträger eine Dokumentation und Evaluation ihrer Lehrgänge vornehmen: Lehrmaterialien, Stundenpläne und Dozentenprofile werden erfasst; Teilnehmerfeedback und Prüfungsergebnisse werden ausgewertet, um die Lehrgangsqualität zu überprüfen. Die GEFMA-Prüfungskommission bzw. der Arbeitskreis Bildung und Wissen der GEFMA führt in regelmäßigen Abständen (z.B. alle drei Jahre) Audits oder Rezertifizierungen der Anbieter durch. Dabei wird geprüft, ob die personellen und sachlichen Voraussetzungen, die Lehrinhalte und die Prüfungsvorbereitung den geforderten Standards entsprechen. Durch diese Maßnahmen wird sichergestellt, dass die Weiterbildung zum Fachwirt FM bundesweit vergleichbar und verlässlich bleibt – ein Abschluss an Akademie A soll denselben Wert und dieselbe Kompetenz wie an Schule B repräsentieren. Gleichzeitig ermöglicht der Zertifizierungsverbund einen Erfahrungsaustausch zwischen den Bildungsträgern, um die Lehrgänge kontinuierlich weiterzuentwickeln (etwa durch Einbindung neuer Themen wie CAFM, ESG etc. im Curriculum).

Für Unternehmen, die Immobilien betreiben oder FM-Dienstleistungen nutzen, bringt die GEFMA-620-Qualifikation ihrer Mitarbeiter einen klaren Mehrwert:

  • Ganzheitlich qualifizierte Fachkräfte: Ein Fachwirt FM verfügt über ein breites Wissen von Technik über Betriebswirtschaft bis Recht. Dadurch kann er komplexe Zusammenhänge im Gebäudemanagement verstehen und Entscheidungen treffen, die alle relevanten Aspekte berücksichtigen. Unternehmen profitieren von dieser Vielseitigkeit, da solche Mitarbeiter flexibel einsetzbar sind und verschiedene Aufgabenstellungen im FM kompetent bearbeiten können.

  • Effizientere Prozesse und Kostenkontrolle: Durch die im Lehrgang erworbenen Methoden in Analyse, Controlling und Prozessmanagement können Fachwirte FM Betriebsabläufe optimieren und Kosten einsparen. Sie erkennen Einsparpotenziale, können Wartungs- und Serviceprozesse schlanker gestalten und leisten einen Beitrag zur verbesserten Steuerung von FM-Prozessen und Budgets. Dies führt langfristig zu höherer Wirtschaftlichkeit der Immobilienbewirtschaftung.

  • Erhöhte Rechtssicherheit und Betriebszuverlässigkeit: Qualifizierte Fachwirte kennen ihre Betreiberpflichten genau und stellen sicher, dass gesetzliche Vorgaben und Sicherheitsstandards eingehalten werden. Damit sinkt für den Arbeitgeber das Risiko von Haftungsfällen, Unfällen oder Ausfällen im Gebäudebetrieb. Die Organisation gewinnt an Betriebs- und Ausfallsicherheit, da ein geschulter FM-Verantwortlicher proaktiv für Wartung, Arbeitsschutz und Qualität sorgt.

Beitrag zur Professionalisierung des Facility Managements

Die Einführung und Etablierung der GEFMA-620-Weiterbildung hat insgesamt die Professionalisierung der FM-Branche vorangebracht. Zum einen sorgt sie für eine standardisierte Weiterbildung auf anerkanntem Niveau: Jeder Absolvent dieser Fortbildung hat einen vergleichbaren Kanon an Wissen und Fähigkeiten durchlaufen, was den Abschluss branchenweit zu einem Gütesiegel macht. Die Qualifikationsprofile von Fachwirten FM sind damit transparent und für Arbeitgeber einschätzbar – ein wichtiger Faktor, um Berufsbild und Stellenwert des FM klar zu definieren. Zum anderen schafft die Richtlinie eine Grundlage für langfristige Karriereentwicklung im FM. Viele Absolventen übernehmen nach erfolgreichem Abschluss verantwortungsvollere Positionen, was zeigt, dass die Weiterbildung als Sprungbrett in Führungsrollen dient. Zudem arbeitet GEFMA kontinuierlich daran, die Inhalte der Weiterbildung an aktuelle und zukünftige Anforderungen anzupassen (etwa durch Integration von Nachhaltigkeitsthemen oder Digitalisierungs-Know-how). Damit stellt GEFMA 620 sicher, dass das FM-Berufsbild mit der Zeit geht und sich als eigenständige, anspruchsvolle Profession in der Immobilien- und Dienstleistungswirtschaft behauptet und weiterentwickelt.

Abgrenzung zu anderen FM-Qualifikationen

Im deutschen Weiterbildungs- und Qualifizierungssystem nimmt der Fachwirt Facility Management eine besondere Stellung ein. Gegenüber rein technischen oder rein kaufmännischen Abschlüssen zeichnet er sich dadurch aus, dass er beide Welten zusammenführt: Wo ein Techniker oder Meister vor allem technisches Fachwissen hat und ein Immobilienfachwirt (IHK) primär betriebswirtschaftliche Kenntnisse, vereint der Fachwirt FM technisch-infrastrukturelles Know-how mit wirtschaftlichen und organisatorischen Fähigkeiten. Dadurch ist sein Kompetenzprofil deutlich breiter angelegt als das traditioneller Abschlüsse im Immobilienwesen oder Handwerk.

Gleichzeitig ist der Fachwirt FM in der Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) hoch eingestuft – vergleichbar etwa mit einem Bachelorabschluss (Niveau 6). Das bedeutet, dass er sich klar von Basisqualifikationen wie z.B. der „Servicekraft FM“ (einer kürzeren, mehr operativ ausgerichteten Fortbildung, entsprechend GEFMA 630) abhebt. Die Anschlussfähigkeit an weiterführende Qualifikationen ist gegeben: Ein erfolgreicher Fachwirt FM kann beispielsweise ein weiterführendes Studium (Bachelor/Master) im Facility Management oder einem verwandten Fach aufnehmen, wobei ihm sein erworbenes Wissen dabei zugutekommt. Auch innerhalb der beruflichen Fortbildung eröffnen sich Wege – etwa die Weiterbildung zum Geprüften Betriebswirt (IHK) oder Spezialqualifikationen (z.B. im Energiemanagement oder Immobilienökonomie). Insgesamt positioniert sich der Fachwirt FM als höherer beruflicher Fortbildungsabschluss, der zwischen der Erstausbildung und akademischen Abschlüssen angesiedelt ist und eine Brücke zwischen Praxis und Theorie schlägt.

Rolle der GEFMA und der IHK

Die Umsetzung der GEFMA-620-Qualifikation ist ein Beispiel für erfolgreiche Kooperation zwischen einem Fachverband und den Industrie- und Handelskammern. GEFMA als Branchenverband brachte die inhaltliche Expertise ein, um ein passgenaues Kompetenzprofil für FM-Fachwirte zu definieren. Die IHK wiederum sorgt dafür, dass diese Qualifikation in die bestehende Weiterbildungslandschaft eingeordnet und anerkannt wird. Durch die Verwendung des Titels "(IHK/GEFMA)" wird signalisiert, dass es sich um einen bundesweit geprüften und von der Wirtschaft anerkannten Abschluss handelt, ähnlich anderen IHK-Fortbildungsabschlüssen. Die IHK-Strukturen stellen sicher, dass formale Aspekte wie Prüfungsordnung, Zertifikatserstellung und rechtliche Anerkennung professionell gehandhabt werden, während GEFMA die inhaltliche Aktualität und Praxisnähe garantiert. Diese Zusammenarbeit fördert die Marktakzeptanz der Qualifikation enorm: Arbeitgeber verbinden mit dem Abschluss sowohl die Reputation der IHK (Verlässlichkeit, Standardisierung) als auch die Spezialisierung durch GEFMA (Branchen-Know-how). Für die Teilnehmer bedeutet dies, dass ihr Abschluss eine hohe Wertigkeit besitzt und in Stellenausschreibungen und Karrierewegen klar verortet ist.

Zusammenfassung und Ausblick

Die Richtlinie GEFMA 620 hat sich als tragende Säule der FM-Weiterbildung in Deutschland etabliert. Sie steht für Qualität, Transparenz und Vergleichbarkeit in der Qualifikation von Facility Management Fachkräften. Zusammenfassend gewährleistet sie, dass angehende Fachwirte FM ein standardisiertes und umfassendes Rüstzeug erhalten, um die vielfältigen Aufgaben im modernen Gebäudemanagement erfolgreich zu meistern.

Für Unternehmen bedeutet dies verlässliche Kompetenz bei ihren FM-Mitarbeitern und für die Branche insgesamt eine klare Definition des Berufsbilds "Facility Manager" auf gehobenem Niveau. Die Zahl der erfolgreich ausgebildeten Fachwirte und Servicekräfte seit Einführung der Richtlinie belegt den Bedarf und den Erfolg dieses Weiterbildungspfades.

Mit Blick auf die Zukunft bleibt die GEFMA 620 nicht stehen

Neue Entwicklungen im Facility Management – seien es technologische Innovationen (wie Smart Buildings, CAFM-Systeme), veränderte gesetzliche Anforderungen oder Megatrends wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz – finden Eingang in die Weiterbildungskonzepte. GEFMA arbeitet kontinuierlich daran, die Richtlinie und den Rahmenlehrplan an die zukünftigen FM-Anforderungen anzupassen. Ebenso wird branchenweit über neue Ausbildungswege nachgedacht, beispielsweise über einen anerkannten Ausbildungsberuf im FM, der die berufliche Basis legt. Was jedoch konstant bleibt, ist die Bedeutung eines strukturierten, qualitativ hochwertigen Weiterbildungsstandards. GEFMA 620 wird auch künftig ein Garant dafür sein, dass die Profession Facility Management mit kompetenten Fachkräften versorgt wird, die den Herausforderungen von morgen gewachsen sind.