GEFMA 616: FM-Zertifikatsstudiengänge
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GEFMA 616 – FM-Zertifikatsstudiengänge
Die GEFMA 616 – FM-Zertifikatsstudiengänge (2021-11) dient als systematisches Ordnungs- und Vergleichsinstrument für berufsbegleitende FM-Weiterbildungsangebote mit Hochschulzertifikat. Sie definiert Inhalte und Mindestanforderungen solcher Studiengänge und zielt darauf ab, Transparenz, Vergleichbarkeit und Qualitätssicherung dieser Formate zu gewährleisten. Die Richtlinie richtet sich an alle Akteure im FM-Bildungskontext – Bildungsanbieter und Hochschulen, Unternehmen, Auftraggeber sowie Personalverantwortliche und FM-Fach- und Führungskräfte – und ist in das Gesamtregelwerk der GEFMA zur Professionalisierung des Facility Managements eingebettet.
GEFMA 616 – FM-Zertifikatsstudiengänge im Überblick
- Normativer Kontext und Abgrenzung
- Zielsetzung und Anwendungsbereiche
- Begriffsdefinitionen und Grundverständnis
- Strukturelle Anforderungen an FM-Zertifikatsstudiengänge
- Inhaltliche Kompetenzfelder im Facility Management
- Vergleichskriterien für FM-Zertifikatsstudiengänge
- Nutzen und Mehrwert für die Praxis
- Anwendung der GEFMA 616 im Entscheidungsprozess
- Abgrenzung, Grenzen und Weiterentwicklung
Einordnung innerhalb des GEFMA-Regelwerks
Die GEFMA 616 gehört zur Gruppe „Berufsbild, Aus- und Weiterbildung im FM“ und steht damit in enger Verbindung zu weiteren GEFMA-Richtlinien für Qualifikation und Kompetenzentwicklung im FM. Insbesondere ergänzt sie die GEFMA 610 (duales FM-Studium) und die Weiterbildungsvorgaben für den Fachwirt Facility Management (GEFMA 620) und die Servicekraft FM (GEFMA 630). Zusammen mit der Richtlinie GEFMA 600 (Berufsbild FM) und GEFMA 604 (Zertifizierung von Bildungsträgern) schafft GEFMA 616 ein abgestimmtes Gesamtbild der Aus- und Weiterbildung im Facility Management. Das gemeinsame Ziel ist die Entwicklung einheitlicher Standards in der FM-Ausbildung: GEFMA-zertifizierte Programme vermitteln eine standardisierte Qualität, so dass Auftraggeber und Auftragnehmer im FM von den gleichen Voraussetzungen ausgehen.
Abgrenzung zu anderen Weiterbildungsformaten
FM-Zertifikatsstudiengänge mit Hochschulzertifikat sind akademisch verankerte Weiterbildungsangebote und unterscheiden sich deutlich von anderen Formaten. Akademische Studiengänge (Bachelor/Master) führen zu formalen Abschlüssen mit akademischem Grad, während nicht-akademische Lehrgänge und Seminare berufsspezifische Zertifikate oder Teilnahmebescheinigungen ausstellen. Hochschulzertifikatsstudiengänge sind meist modular und verkürzt, schließen mit einem Zertifikat ab, das durch die Hochschule verliehen wird. Im Gegensatz dazu bieten (z.B. IHK- oder GEFMA-geprüfte) Fachwirt-Lehrgänge oder Inhouse-Trainings praktische Qualifizierungen, die keine akademische Hochschuleinbindung und keine ECTS-Punkte aufweisen. Interne Unternehmensqualifizierungen enden häufig mit betrieblichen Zertifikaten ohne wissenschaftlichen Anspruch.
Zielgruppen der Richtlinie
Die GEFMA 616 spricht primär FM-Fach- und -Führungskräfte an, die ihre Qualifikation systematisch erweitern und dokumentieren wollen. Sie ist vor allem auf Führungskräfte im mittleren Management ausgerichtet, etwa Objekt- oder Bereichsmanager, die FM-Aufgaben professionell übernehmen. Aber auch technische FM-Fachkräfte profitieren von klar definierten Lernpfaden (siehe FM-Pyramide: Objektmanagement auf operativer Ebene). Zugleich dient die Richtlinie Arbeitgebern und Auftraggebern als Orientierungsrahmen: Einheitliche FM-Standards erleichtern die strukturierte Personalentwicklung und die Stellenplanung. Für Bildungsanbieter und Hochschulen gibt sie Vorgaben zur Curriculumsgestaltung und Qualitätssicherung, damit angebotene Zertifikatsstudiengänge GEFMA-Kriterien entsprechen. Schließlich hilft sie Personalentwicklung und HR-Abteilungen, Weiterbildungsmaßnahmen strategisch zu planen und passende Kurse auszuwählen.
Anwendungsfälle im Facility Management
In der Praxis wird GEFMA 616 vielseitig eingesetzt. Als Entscheidungsgrundlage für Weiterbildungsinvestitionen schafft sie verlässliche Kriterien: Bildungsmanager können Angebote nach quantitativen (Workload, Präsenzanteil) und qualitativen Parametern (Inhaltstiefe, Akkreditierung der Hochschule) beurteilen. Dadurch dient sie als Vergleichs- und Bewertungsrahmen für unterschiedliche FM-Studienangebote. Auch Teilnehmer nutzen die Richtlinie als Orientierungstool für ihre Karriere- und Kompetenzentwicklung – sie sehen, welche Themen und Abschlüsse für einen FM-Manager nötige Voraussetzung sind. Für Unternehmen ist GEFMA 616 ein Qualitätssicherungsmaßstab: GEFMA-zertifizierte Programme gewährleisten einen definierten Mindeststandard. So fördert die Richtlinie eine strukturierte Personalentwicklung und die Sicherstellung qualifizierter FM-Kompetenzen. FM-Connect betont, dass Aus- und Weiterbildung integraler Bestandteil der Personalstrategie sein sollten und sich an GEFMA-Richtlinien orientieren.
Definition „FM-Zertifikatsstudiengang“
Ein FM-Zertifikatsstudiengang im Sinne der GEFMA 616 ist eine berufsbegleitende Weiterbildung auf Hochschulniveau, die mit einem Hochschulzertifikat abschließt. Er muss an einer wissenschaftlichen Einrichtung (Universität/Fachhochschule) angesiedelt sein und thematisch ganzheitlich auf FM-Kernprozesse ausgerichtet sein. Typischerweise vermittelt ein solcher Studiengang wichtige Fach- und Methodenkompetenzen im FM, ohne dass ein formaler akademischer Grad wie Bachelor oder Master verliehen wird. So erhält man nach Abschluss ein „Hochschul-Gesamtzertifikat“. Zulassungsvoraussetzungen sind in der Regel ein erster Studienabschluss oder eine einschlägige Ausbildung mit Berufserfahrung. Studienaufbau und -dauer (häufig 2–4 Semester) sind auf Berufstätige abgestimmt.
Abgrenzung akademischer Zertifikate
Hochschulzertifikate gelten im deutschen Bildungssystem als anerkannte Nachweise für akademische Weiterbildungsleistungen, ohne einen Hochschulgrad zu verleihen. Sie durchlaufen reguläre Prüfungsverfahren und richten sich nach den Hochschulrahmenordnungen, sind jedoch kürzer angelegt. Oft sind diese Angebote modular konzipiert und mit ECTS-Punkten versehen, was die Anrechnung auf weiterführende Studien erleichtert. Auch akademische Microcredentials verfolgen einen ähnlichen Ansatz: Sie vermitteln gezielt Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen auf Hochschulniveau und können mit ECTS bewertet sein. Gemeinsam ist allen zertifikatsbasierten Programmen, dass sie höchste wissenschaftliche Qualitätssicherung gewährleisten, ohne einen formalen akademischen Titel zu vergeben.
Formale Rahmenbedingungen
GEFMA 616 legt Mindestkriterien für die Struktur von FM-Zertifikatsstudiengängen fest. Üblicherweise erstreckt sich ein solcher Studiengang über zwei bis vier Semester in Teilzeit. Präsenzveranstaltungen werden oft gebündelt angeboten (z.B. Blockwochenenden) und können durch Online- und Selbstlernphasen ergänzt werden. Die Veranstaltungsformate reichen von klassischen Vorlesungen über Seminarblöcke bis zu Blended-Learning-Konzepten. Zugangsvoraussetzungen sind klar definiert: Beispielsweise nennt ein GEFMA-konformer FM-Zertifikatsstudiengang als Anforderungen eine technische Meisterprüfung oder einen ersten Hochschulabschluss plus einschlägige Berufserfahrung. Hinsichtlich Prüfungen und Leistungsnachweisen wird akademischen Standards gefolgt – Leistungspunkte (ECTS), Modulprüfungen oder Abschlussarbeiten entsprechen den üblichen Kriterien der Hochschule.
Qualitätssicherung und Trägerschaft
Die Trägerschaft liegt bei einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule oder vergleichbaren wissenschaftlichen Einrichtung. Diese verantwortet die inhaltliche und organisatorische Qualität des Angebots. Die Lehr- und Prüfungsverantwortung obliegt qualifizierten Professoren und Dozenten mit einschlägiger FM-Praxis. Die curriculare Struktur und die Module orientieren sich an den GEFMA-Vorgaben und behalten zugleich didaktische Vielfalt bei (Praxisprojekte, Fallstudien, Lernplattformen). Auf institutioneller Ebene sichert die Hochschule die Qualität durch Akkreditierung oder Systemakkreditierung des Studiengangs sowie durch kontinuierliches Qualitätsmanagement in Lehre und Verwaltung. GEFMA 616 fordert, dass solche Studiengänge nach den bewährten Verfahren der Hochschulbildung zertifiziert sind, um einen hohen wissenschaftlichen Anspruch und Praxisbezug zu garantieren.
Inhaltliche Kompetenzfelder im Facility Management
Fachlich decken FM-Zertifikatsstudiengänge alle wesentlichen Handlungsfelder des Facility Managements ab. Sie vermitteln – neben einer fundierten Basis – Kenntnisse der relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen, des Umwelt- und Energiemanagements, der Informationslogistik sowie einer verursachergerechten Kostenrechnung.
In der Regel gliedern sich die Inhalte in folgende Kernbereiche:
Technisches Facility Management: Hier stehen technische Infrastruktur und Gebäudetechnik im Mittelpunkt. Vermittelt werden Themen wie Gebäudetechnik (Heizung, Lüftung, Klima, Elektro), Instandhaltungsstrategien, Energiesysteme und innovative Technologien zur Gebäudeautomation. Ziel ist, dass die Absolventen technische Anlagen steuern, überwachen und optimieren können und dabei Nachhaltigkeitsaspekte berücksichtigen.
Kaufmännisches Facility Management: Dieser Bereich umfasst betriebswirtschaftliche Steuerung und Organisation. Dazu gehören Controlling, Budgetierung, Vertrags- und Rechnungsmanagement sowie die Wirtschaftlichkeit von FM-Dienstleistungen. Die Studierenden lernen Kosten-/Nutzen-Analysen durchzuführen, Betreiberabrechnungen zu prüfen und Investitionsentscheidungen vorzubereiten.
Infrastrukturelles Facility Management: Dieser Teil befasst sich mit immobilienbezogenen Dienstleistungen und Prozessen. Typische Themen sind Flächen- und Raummanagement, Reinigungs- und Sicherheitsdienste, Logistik und Lagerhaltung, Catering und sonstige Nutzungsinfrastruktur. Die Inhalte zielen darauf ab, den Betrieb von Gebäuden ganzheitlich zu organisieren – von der Flächenplanung über die Vergabe von Serviceverträgen bis zur Überwachung externer Dienstleister.
Recht, Organisation und Prozesse: Ergänzend werden juristische und organisatorische Grundlagen behandelt. Dazu zählen Baurecht, Arbeits- und Umweltrecht sowie Regelwerke wie die Betriebssicherheitsverordnung. Ebenso gehören Prozessmanagement und Qualitätsmanagement dazu. Studiengänge vermitteln den Teilnehmern ein Verständnis für gesetzliche Pflichten (z.B. Betreiberverantwortung) und etablierte FM-Standards, um Dienstleistungen rechtssicher und effizient zu erbringen.
Neben den fachlichen Kernbereichen integrieren GEFMA-616-konforme Studiengänge weitere übergreifende Kompetenzfelder, die moderne FM-Profis benötigen:
Management- und Führungskompetenzen: Vermittelt werden Strategien für Organisationsentwicklung, Personalführung und Projektmanagement. Die Teilnehmer lernen, Teams zu leiten, Change-Prozesse zu steuern und betriebliche Entscheidungen auf Grundlage fundierter Daten zu treffen.
Nachhaltigkeit, ESG und Energie: Ein zentrales Lernfeld ist der ressourcenschonende Umgang mit Gebäuden und Anlagen. Die Ausbildung umfasst Energieeffizienz, Umweltmanagement-Systeme und Aspekte der sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeit (ESG). So werden Methoden des Energiemanagements und Konzepte für klimaoptimiertes Bauen gelehrt. Ein GEFMA-zertifiziertes Programm deckt Umweltschutz- und Energiemanagementverfahren ab, die für moderne FM-Projekte unverzichtbar sind.
Digitalisierung, CAFM und BIM: Digitale Technologien spielen eine immer größere Rolle im FM. Inhalte wie Computer-Aided Facility Management (CAFM), Building Information Modeling (BIM) und IoT-Anwendungen werden vermittelt. Beispielsweise nutzen Weiterbildungsangebote mittlerweile digitale Lernmodule und Simulationen, um reale FM-Prozesse zu üben. Absolventen sollen in der Lage sein, Daten aus CAFM-Systemen zu analysieren, BIM-Daten in Planungsprozesse einzubinden und digitale Werkzeuge für FM-Projekte zu nutzen.
Betreiberverantwortung und Compliance: Schließlich werden rechtliche Verantwortlichkeiten sowie Compliance-Themen behandelt. Dies umfasst die Betreiberpflichten nach Arbeitsschutz- und Umweltschutzgesetzen, Qualitäts- und Sicherheitsmanagement sowie Zertifizierungen. GEFMA-Studiengänge vermitteln dabei die nötige Sensibilität für regulatorische Vorgaben und Standards, etwa indem sie relevante Gesetze und Normen in das Curriculum aufnehmen.
Systematik der Vergleichbarkeit
Die GEFMA 616 legt eine logische Systematik zugrunde, um verschiedene FM-Zertifikatsstudiengänge vergleichbar zu machen. Sie definiert standardisierte Vergleichsdimensionen, die es erlauben, Angebote systematisch gegenüberzustellen – etwa anhand des Instituts (öffentlich/privat, Akkreditierungsstatus), des Zertifikatstyps, des Workloads, der inhaltlichen Schwerpunkte oder des Praxistransfers. Diese Vergleichsparameter unterstützen Bildungsträger und Unternehmen darin, Kurse nach objektiven Kriterien zu bewerten und das passende Format für die jeweilige Zielgruppe zu wählen.
Vergleichsparameter (Übersichtstabelle)
| Vergleichsdimension | Inhaltliche Beschreibung |
|---|---|
| Träger / Hochschule | Art und Anerkennung der Institution (öffentliche Hochschule, private Bildungseinrichtung, Akkreditierung) |
| Abschluss | Art des verliehenen Hochschulzertifikats (Gesamtzertifikat, Zusatzqualifikation etc.) |
| Umfang | Gesamtworkload in ECTS, Anzahl und Verteilung von Präsenz- und Selbstlernzeiten |
| Inhalte | Abdeckung der FM-Kompetenzfelder (technisch, kaufmännisch, infrastrukturell, rechtlich) |
| Zielgruppe | Angestrebte Zielebene (fachlich-technisches Personal oder FM-Führungskräfte) |
| Praxisbezug | Stärke des Praxisbezugs (Anwendungsorientierung, Projektarbeiten, Fallstudien) |
Nutzen für Teilnehmende
Für die Teilnehmenden bieten GEFMA-zertifizierte FM-Zertifikatsstudiengänge beträchtlichen Mehrwert. Sie erhalten eine vertiefte fachliche Qualifizierung im FM-Bereich und erwerben ein anerkanntes Hochschulzertifikat, das ihre Kompetenz nachweist. Eine solche Weiterbildung beschleunigt die Karriereentwicklung: Absolventen sind in der Regel befähigt, in mittleren Managementpositionen im FM zu arbeiten. Gleichzeitig fördert das strukturierte Studium die Professionalisierung: Die Teilnehmer erlernen ganzheitliche Betrachtungsweisen, Projektmanagement-Fähigkeiten und ein einheitliches Vokabular für FM-Leistungen, was ihren Arbeitsalltag praxisnah unterstützt.
Nutzen für Unternehmen und Auftraggeber
Auch für Unternehmen und Auftraggeber hat GEFMA 616 großen Nutzen. Sie erhalten ein Instrument, das die Personalentwicklung systematischer gestaltet: Qualifizierungsmaßnahmen können entlang der festgelegten FM-Kompetenzdimensionen geplant werden. Durch die einheitlichen Qualitätsstandards der Richtlinie wird sichergestellt, dass Fachkräfte über die erforderlichen Kenntnisse verfügen. Auch im Vergleich externer Angebote ist dies vorteilhaft: GEFMA-konforme Studiengänge sind untereinander vergleichbar und in ihrer Qualität gesichert. Wie FM-Connect beschreibt, schafft gezielte Weiterbildung Transparenz über vorhandene Kompetenzen und Qualifikationslücken, was die strategische Personalplanung deutlich erleichtert.
Auswahl geeigneter Studienangebote
Im Entscheidungsprozess für eine Weiterbildung dient GEFMA 616 als Bewertungshilfe: Unternehmen und Einzelpersonen nutzen die in der Richtlinie definierten Kriterien, um potenzielle Studiengänge systematisch zu prüfen. Dabei kann beispielsweise ein Scoring-Modell angelegt werden, das die Dimensionen Trägerschaft, Inhalte, Abschluss und Praxisbezug gewichtet. So lässt sich objektiv ermitteln, welches Angebot den Anforderungen an Unternehmensziele und persönliche Karriereplanung am besten entspricht. Die Richtlinie fungiert hier als verlässlicher Maßstab für die Vergleichbarkeit und Auswahl von FM-Zertifikatskursen.
Integration in FM-Strategien und HR-Konzepte
Die GEFMA 616 sollte in FM-Strategien und Personalentwicklungspläne eingebunden werden. Organisationen können damit Weiterbildung zielgerichtet in ihre Kompetenz- und Nachfolgeplanung integrieren. Beispielsweise können Qualifikationsprofile auf den GEFMA-Kompetenzfeldern basieren und sukzessiv über Zertifikatsstudiengänge aufgebaut werden. FM-Weiterbildung wird so Teil der übergeordneten Organisations- und HR-Strategie. GEFMA-Connect empfiehlt, Aus- und Weiterbildung als integralen Bestandteil der Personalstrategie zu betrachten, was eine nachhaltige Entwicklung der Mitarbeiterkompetenzen sicherstellt. Zudem dient die Orientierung an GEFMA 616 der kontinuierlichen Verbesserung von Qualität und Performance im Facility Management, da Weiterbildungsmaßnahmen nachvollziehbar evaluiert und gesteuert werden können.
Grenzen der Richtlinie
GEFMA 616 definiert bewusst nur Rahmenbedingungen und Mindeststandards. Spezifische Hochschulprofile, detaillierte Curricula oder individuelle Schwerpunkte bleiben außen vor. Die Richtlinie legt nicht fest, wie ein Studiengang genau didaktisch umgesetzt wird oder welche Inhalte ergänzend angeboten werden. Sie ist als Orientierungshilfe zu verstehen, nicht als bindende Vorschrift. Zudem kann sie mit der raschen Entwicklung im FM-Bereich nur schrittweise angepasst werden; spezialisierte Nischeninhalte müssen von den Anbietern individuell integriert werden.
Perspektiven der Weiterentwicklung
In Zukunft wird GEFMA 616 weiter an Bedeutung gewinnen. Der Trend zur Akademisierung im Facility Management verstärkt den Bedarf an qualitativ hochwertigen Hochschul-Weiterbildungen. Zudem steigen die Anforderungen an Nachhaltigkeit und Digitalisierung in der Immobilienwirtschaft: Diese Themen werden künftig noch stärker in FM-Zertifikatsprogrammen berücksichtigt werden. Lebenslanges Lernen wird zum Standard, sodass regelmäßige Aktualisierungen der Richtlinie nötig sind, um neue Technologien und gesellschaftliche Entwicklungen (z.B. Klimaschutz, Smart Buildings) abzubilden.
