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DIN EN 17007 Instandhaltungsprozess und verbundene Leistungskennzahlen

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Strategische Darstellung der DIN EN 17007 zum Instandhaltungsprozess und den zugehörigen Leistungskennzahlen (KPIs)

DIN EN 17007: Instandhaltungsprozess und verbundene Leistungskennzahlen als Prozesslandkarte für governance-fähige Instandhaltung

Die Norm DIN EN 17007 beschreibt den Instandhaltungsprozess allgemein und organisationsneutral und gliedert ihn in klar abgegrenzte Teilprozesse. Sie legt dar, wie diese Prozesse zusammenwirken und welche Eingaben sowie Ausgaben sie verbinden. Im Facility Management dient sie als Referenzmodell, um Instandhaltungsverantwortlichkeiten zu strukturieren, CAFM- bzw. CMMS-Workflows auszurichten und prozessspezifische Leistungskennzahlen (Scorecards) festzulegen. Dadurch unterstützt die Norm eine transparente Steuerung, Vergleichbarkeit (Benchmarking) und kontinuierliche Verbesserung, ohne eine bestimmte Organisationsform vorzuschreiben.

Leistungskennzahlen zur Instandhaltung im FM

Anwendungsbereich

DIN EN 17007 hat zum Ziel, eine generische Beschreibung des Instandhaltungsprozesses bereitzustellen. Sie definiert die Merkmale aller Teilprozesse und erstellt ein Instandhaltungsmodell, das Richtlinien zur Festlegung geeigneter Kennzahlen enthält. Die Norm ist auf alle Organisationen (Unternehmen, Institutionen, Behörden usw.) anwendbar, die physische Anlagen instand halten. Sie ist nicht organisationsspezifisch und soll keine bestimmte Organisationsform vorschreiben. Das Prozessmodell kann an Unternehmensgröße, Anlagenkomplexität und Umfang externer Dienstleistungen angepasst werden.

Normative Verweisungen

Wesentliche Referenz ist die Terminologienorm DIN EN 13306:2017 „Instandhaltung – Begriffe“, die eine einheitliche Definition zentraler Begriffe liefert. Weitere genannte Referenzen sichern die Konsistenz mit verwandten Standards und Regelwerken im Instandhaltungs- und FM-Bereich.

Begriffe und Definitionen

Die Norm verwendet Begriffe gemäß DIN EN 13306 (Instandhaltungsbegriffe) und ergänzt diese bei Bedarf um spezifische Definitionen. Wichtige Begriffe sind zum Beispiel Aktivität (Reihe von Aufgaben innerhalb eines Prozesses) oder Klassifizierung von Ereignissen. Durch die einheitliche Begriffsverwendung wird sichergestellt, dass alle Prozessbeteiligten eine gemeinsame Basis haben.

Abkürzungen und Notationen

DIN EN 17007 gibt vor, welche Prozesskürzel und Notationsregeln verwendet werden. Zum Beispiel steht MAN für den Management-Prozess, PRV für Vermeidung unerwünschter Ereignisse, COR für Wiederherstellung, ACT für Ausführung usw. Zudem werden standardisierte Symbole (z. B. BPMN-Notationen) eingesetzt, um die Darstellung der Prozesslandschaft, Dokumentation und Kennzahlendefinitionen durchgehend einheitlich zu halten.

Die Aufteilung des Instandhaltungsprozesses basiert auf folgenden Prinzipien:

  • Prozessfamilien: Die Prozesse werden in drei Hauptkategorien eingeteilt – Management, Realisierung und Unterstützung. Managementprozesse legen Ziele, Politik und Ressourcen fest und steuern die Instandhaltung (z. B. MAN). Realisierungsprozesse sind unmittelbar auf das Ergebnis der Instandhaltung ausgerichtet (z. B. PRV, COR, ACT). Unterstützungsprozesse stellen die notwendigen Mittel bereit (Personal, Finanzen, Infrastruktur, Information).

  • Aufteilung in Ebenen: Das Modell umfasst mehrere Hierarchieebenen. Ebene 1 zeigt den Gesamtprozess in einer End-to-End-Karte. Jeder Ebene-1-Prozess wird auf Ebene 2 in Teilprozesse heruntergebrochen, wobei Eingaben, Ausgaben und Schnittstellen zu anderen Prozessen erfasst werden. Für jeden Level-2-Prozess wird ein Profil erstellt, das Zweck, Aktivitäten, Ein-/Ausgänge, Schnittstellen, Restriktionen und Kennzahlen-Elemente beschreibt.

  • Verwendung der Aufteilung: Dieses generische Referenzmodell ermöglicht den Abgleich mit der eigenen Organisation. Dabei wird überprüft, ob alle erforderlichen Prozesse vorhanden und eindeutig definiert sind und wie ihre Schnittstellen gestaltet sind. Für jeden Prozess werden Verantwortliche benannt und Kennzahlen definiert. So können fehlende Prozessschritte, unklare Zuständigkeiten oder unzureichende Schnittstellen erkannt und behoben werden.

Wie DIN EN 17007 die Instandhaltung strukturiert (FM-Anwendung)

Prinzipelement

Was festgelegt wird

FM-Einsatz im formalen Prozessrahmen

Prozessfamilien

Gruppierung der Instandhaltungsaktivitäten in Hauptprozessgruppen

Strukturierung der Instandhaltungsprozesslandschaft und Definition von Kennzahlensets

Aufteilung in Ebenen

Mehrstufige Zerlegung vom Grobprozess bis zu Detailprozessen

Verbindung von Führungsebene (Ebene 1) zu operativer Ebene (Ebene 2) im CAFM/CMMS

Verwendung der Aufteilung

Abgleich der Organisation mit dem Referenzmodell und KPI-Definition

Erkennung fehlender Prozesse/Rollen, Klärung von Schnittstellen, Zuordnung von KPI-Verantwortlichkeiten

Aufteilung des Instandhaltungsprozesses und Prozessprofile

Der Kernabschnitt stellt das detaillierte Instandhaltungsprozessmodell und die Prozessprofile vor. Anschließend werden die Teilprozesse in logischer Reihenfolge aufgelistet, jeweils mit eigenem Profil. Jedes Profil umfasst Zweck, Aktivitäten, erforderliche Eingaben, erzeugte Ausgaben, Schnittstellen, Einschränkungen sowie Elemente zur Kennzahlenbildung. Dieses Rahmenwerk bildet die Basis für die Zuordnung der Prozessverantwortung, die Anpassung von CAFM-Workflows und die Definition prozessspezifischer Kennzahlen (Scorecards).

Prozesslandschaft in DIN EN 17007 (Level 2 Prozesskatalog für FM-Zuordnung)

Prozesskürzel

Prozessname (Standard)

FM-Prozessabsicht (allgemein)

Typische Kennzahlen-Fokussierung

MAN

Management der Instandhaltung

Steuerung, Zielsetzung und Kontrolle im Instandhaltungsprozess

Einhaltung von Führungszyklen, Überprüfungsrhythmen, Wirksamkeit der Steuerung

PRV

Vermeidung unerwünschter Ereignisse

Präventive Planung und Risikoprävention

Umfang präventiver Maßnahmen, Qualität und Vollständigkeit der Planung, Präventions-Effektivität

COR

Wiederherstellung der Objekte in den geforderten Zustand

Korrektive Störungsbehebung und Wiederherstellung

Reaktionszeit, Wiederherstellungsdauer, Wiederholungsrate, Qualität der Wiederherstellung

ACT

Ausführung von Instandhaltungsmaßnahmen

Arbeitsvorbereitung, Terminierung, Durchführung und Abschluss

Planerfüllungsgrad, Termintreue, Arbeitseffizienz, Vollständigkeit der Auftragsabwicklung

IMP

Verbesserung der Objekte

Systematische Optimierung und Lernen

Anzahl umgesetzter Verbesserungsprojekte, erzielter Nutzen, Reduktion wiederkehrender Fehler

HSE

Sicherstellung von Arbeitsschutz und Umweltschutz bei Instandhaltung

Sichere und normgerechte Ausführung von Wartungsarbeiten

Erfüllungsgrad von Sicherheitsauflagen, Anzahl Unfälle/Beinaheunfälle, Disziplin bei Genehmigungen

BUD

Budgetierung der Instandhaltung

Finanzmittelbereitstellung und Kostensteuerung

Budgettreue, Abweichungen Plan/Ist, Kostentransparenz

DOC

Bereitstellung der betrieblichen Dokumentation

Vollständige und aktuelle Instandhaltungsdokumentation

Dokumentenverfügbarkeit, Aktualität (Revisionszyklen), Zugriffsquote

DTA

Datenmanagement

Daten-Governance und -qualität im Instandhaltungsmanagement

Datenvollständigkeit, Datenkonsistenz, Zuverlässigkeit der Berichte

IST

Bereitstellung benötigter Infrastrukturen

Bereitstellung der infrastrukturellen Voraussetzungen für Wartung

Verfügbarkeit kritischer Infrastruktur, Ausfallzeiten

MRG

Einbindung von Instandhaltungsanforderungen in Planung/Änderung

Integration von Wartungsanforderungen in Entwurf und Änderung

Anteil der Projekte mit integrierten Wartungsanforderungen, Abschlussquote geplanter Anforderungen

OPT

Optimierung der Instandhaltungsergebnisse

Analyse und Steuerung zur Leistungsverbesserung

Entwicklung von Kennzahlen-Trends, Wirksamkeit eingeleiteter Verbesserungen

RES

Bereitstellung interner Arbeitskräfte

Personalkapazitäts- und Kompetenzmanagement

Personaldeckung (Soll/Ist), Qualifikationsabdeckung, Kapazitätsauslastung

SER

Bereitstellung externer Instandhaltungsdienstleistungen

Beschaffung und Steuerung von Fremdleistungen

SLA-Einhaltung, Qualität externer Leistungen, Effizienz der Dienstleister-Koordination

SPP

Bereitstellung von Ersatzteilen

Ersatzteilversorgung und -logistik

Verfügbarkeit kritischer Ersatzteile, Beschaffungszeiten, Bestandsgenauigkeit

TOL

Lieferung von Werkzeugen, Ausrüstung und Informationssystem

Bereitstellung technischer Hilfsmittel und IT-Unterstützung

Verfügbarkeit und Zustand von Werkzeugen, Kalibrierstatus, Betriebszeiten des CAFM/CMMS

Instandhaltungsprozess

Die Ebene-1-Karte zeigt den Gesamtprozess Instandhaltung als durchgehenden End-to-End-Workflow. Er beginnt beim Management (Governance, Zielsetzung, Budgetierung) und beinhaltet Pfade zur Vermeidung unerwünschter Ereignisse (PRV) sowie zur Wiederherstellung bei Störungen (COR). Der operative Kern läuft im ACT-Prozess ab (Priorisierung, Planung, Ausführung, Abschluss). Begleitend sind Prozesse für Verbesserung (IMP), Arbeitsschutz und Umwelt (HSE), Dokumentation (DOC) und Datenmanagement (DTA) enthalten, ebenso wie Budgetierung (BUD) und Ressourcenprozesse (RES, SER, SPP, TOL). Die Darstellung zeigt alle internen und externen Schnittstellen (z. B. zu Betrieb, Planung, Dienstleistern) und dient als ganzheitliches Referenzbild der Instandhaltung.

Management der Instandhaltung (MAN)

Der MAN-Prozess steuert das gesamte Instandhaltungsgeschehen. Er umfasst die Festlegung von Instandhaltungsstrategie und -zielen, die Organisation von Zuständigkeiten (z. B. Prozessverantwortliche, Fachabteilungen) sowie die Einrichtung von Steuerungs- und Berichtskreisen. Hier werden Budgets verabschiedet und Kennzahlen definiert, um die Leistungskontrolle zu ermöglichen. Ein konsequenter Führungszyklus (Plan–Do–Check–Act) wird etabliert, damit die Instandhaltung kontinuierlich überwacht und bei Abweichungen angepasst werden kann.

Vermeidung unerwünschter Ereignisse (PRV)

Der PRV-Prozess dient der Vorbeugung gegen Ausfälle und Fehler. In PRV.1 werden potenzielle unerwünschte Ereignisse (z. B. Ausfälle, Qualitätsmängel) analysiert und charakterisiert (etwa mittels Risikoanalysen oder Fehlerstatistiken). PRV.2 nutzt diese Informationen, um Wartungs- und Inspektionspläne zu erstellen und fortlaufend zu aktualisieren. Ziel ist, dass präventive Maßnahmen systematisch und vollständig abgedeckt sind. Typische Kennzahlen erfassen den Umfang geplanter präventiver Arbeiten, die Qualität und Vollständigkeit der Instandhaltungsplanung sowie die Effektivität der Prävention.

Wiederherstellung der Objekte in den geforderten Zustand (COR)

Der COR-Prozess setzt ein, wenn Anlagen vom Sollzustand abweichen. In COR.1 werden eingetretene Störungen und Ausfälle eingeordnet (z. B. nach Schweregrad oder Dringlichkeit). COR.2 widmet sich der Diagnose der Fehlerursache, um geeignete Reparaturmaßnahmen einzuleiten. Ziel ist die schnelle Wiederherstellung der Betriebsbereitschaft. Kennzahlen sind beispielsweise Reaktionszeit bei Störungen, Wiederherstellungsdauer, Rückfallquote (Anteil wiederholter Störungen) und Qualität der Instandsetzungsmaßnahme.

Ausführung von Instandhaltungsmaßnahmen (ACT)

Im ACT-Prozess erfolgt die operative Abarbeitung aller Wartungsaufträge. ACT.1 priorisiert Störungsmeldungen und Arbeitspakete. ACT.2 bereitet die Aufträge vor (Arbeitsanweisungen, Materialbedarfsermittlung). ACT.3 steuert die Beschaffung von Ersatzteilen und Materialien. ACT.4 plant die Termine (Zeit- und Ressourceneinsatz). ACT.5 startet die geplanten Arbeiten. ACT.6 führt die Instandhaltungsaufgaben durch. Schließlich schließt ACT.7 den Auftrag ab (Dokumentation der Ergebnisse, Freigabe des instandgesetzten Objekts).

Verbesserung der Objekte (IMP)

Der IMP-Prozess fokussiert systematische Optimierung jenseits der Routine. Er umfasst etwa Ursachenanalysen bei wiederkehrenden Störungen, Wissensmanagement und die Umsetzung technischer Verbesserungen (z. B. Umbauten oder Modifikationen). Durch kontinuierliche Lern- und Verbesserungszyklen werden Zuverlässigkeit und Effizienz erhöht. Kennzahlen sind die Anzahl umgesetzter Verbesserungsprojekte, der messbare Nutzen (z. B. Ausfallreduzierung) und die Reduktion gleicher Fehler.

Sicherstellung von Arbeitsschutz und Umweltschutz (HSE)

Der HSE-Prozess gewährleistet die sichere Durchführung von Instandhaltungsarbeiten und den Schutz von Mensch und Umwelt. Er beinhaltet Gefährdungsbeurteilungen, Genehmigungsverfahren (z. B. Arbeitsfreigaben, PAP) sowie Schulungen und Kontrollen. Ziel ist, Unfälle und Umweltschäden zu vermeiden. Kennzahlen können sein: Anteil abgeschlossener Sicherheitsfreigaben, Anzahl von Unfällen/Beinaheunfällen und Einhaltung vorgeschriebener Schutzmaßnahmen (z. B. PSA-Regelungen).

Budgetierung der Instandhaltung (BUD)

Im BUD-Prozess erfolgt die finanzielle Planung und Kontrolle der Instandhaltung. Er umfasst die Erstellung von Instandhaltungsbudgets, Kostenkalkulationen und Ausgabenüberwachung. Durch Soll-Ist-Vergleiche werden Abweichungen sichtbar. Typische Kennzahlen sind Budgettreue (Soll/Ist-Abgleich), Prognosegenauigkeit und generelle Kostentransparenz. Dieser Prozess stellt sicher, dass ausreichende Mittel für geplante und ungeplante Wartungsarbeiten bereitgestellt werden und wirtschaftlich eingesetzt sind.

Bereitstellung der betrieblichen Dokumentation (DOC)

Der DOC-Prozess gewährleistet die vollständige und aktuelle Versorgung mit wartungsrelevanten Dokumenten. Dazu gehören technische Handbücher, Wartungsanweisungen, Schaltpläne und Prüfanleitungen. Diese Dokumente werden erstellt, gepflegt und systematisch bereitgestellt (z. B. in DMS/CAFM-Systemen). Kennzahlen können die Verfügbarkeit erforderlicher Unterlagen, die Aktualität (Revisionszyklen) und die Nutzungsrate des Dokumentenmanagementsystems sein.

Datenmanagement (DTA)

Der DTA-Prozess stellt eine belastbare Datenbasis für Steuerung und Reporting sicher. Er umfasst Erfassung, Strukturierung und Qualitätssicherung von Daten (z. B. Anlagenstammdaten, Ersatzteilkataloge, Fehlhistorien). Ziel ist eine konsistente und zuverlässige Datengrundlage. Kennzahlen betreffen etwa Datenvollständigkeit (Prozentsatz digital erfasster Anlagen), Datenkonsistenz (Einhaltung von Struktur-/Kodierungsregeln) und Verlässlichkeit der abgeleiteten Berichte.

Bereitstellung benötigter Infrastrukturen (IST)

Im IST-Prozess werden alle infrastrukturellen Voraussetzungen für die Instandhaltung geschaffen. Dazu zählen Versorgungsinfrastruktur (Strom, Wasser), Werkstatt- und Lagerflächen, Hebezeuge sowie IT-Systeme (Netzwerk, Server). Kennzahlen messen die Verfügbarkeit dieser Infrastruktur (z. B. Betriebszeit von Anlagen), Störungszahlen und die termingerechte Bereitstellung von Einsatzmitteln.

Einbindung von Instandhaltungsanforderungen in Planung und Änderung (MRG)

Der MRG-Prozess verankert Wartungsaspekte frühzeitig im Planungs- und Änderungsprozess. Bereits in der Projekt- oder Änderungsplanung werden Anforderungen an Wartungsfreundlichkeit definiert (z. B. Zugänglichkeit für Inspektion, Wartungsöffnungen). Dadurch werden spätere Aufwände reduziert. Mögliche Kennzahlen sind der Anteil von Projekten mit integrierten Wartungsanforderungen, die Abschlussquote geplanter Instandhaltungswünsche und Bewertungen der Wartungsfreundlichkeit nach Projektabschluss.

Optimierung der Instandhaltungsergebnisse (OPT)

Der OPT-Prozess nutzt laufende Analyse und Steuerung, um die Instandhaltungsergebnisse zu verbessern. Leistungsdaten und Kennzahlen werden ausgewertet, um Schwachstellen zu identifizieren. Daraus abgeleitete Maßnahmen (z. B. Prozessanpassungen, Ressourcensteuerung, Investitionen) werden umgesetzt. Typische Kennzahlen sind Verbesserungen in Leistungstrends (z. B. gestiegene Anlagenverfügbarkeit) und die Wirksamkeit der ergriffenen Optimierungsmaßnahmen (z. B. Prozentsatz erfolgreich realisierter Verbesserungen).

Bereitstellung interner Arbeitskräfte (RES)

Der RES-Prozess sorgt für die personelle Ausstattung der Instandhaltung. Er umfasst Personalplanung, Rekrutierung und Qualifizierung interner Fachkräfte sowie Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung. Ziel ist, jederzeit über die benötigten Kapazitäten und Qualifikationen zu verfügen. Wichtige Kennzahlen sind Personaldeckung (Soll vs. Ist), Kompetenzausprägung (Erfüllung benötigter Qualifikationsprofile) und Auslastung der Mitarbeiter (Kapazitätsauslastung).

Bereitstellung externer Instandhaltungsdienstleistungen (SER)

Der SER-Prozess steuert externe Dienstleister. Er umfasst Ausschreibungen, Vertragsmanagement sowie Koordination und Überwachung von Fremdleistungen. Service-Level-Agreements (SLAs) werden vereinbart und deren Einhaltung geprüft. Kennzahlen erfassen z. B. SLA-Einhaltung (z. B. Reaktionszeiten der Dienstleister), Qualität der erbrachten Leistungen und Effizienz der Zusammenarbeit (z. B. Anzahl erforderlicher Koordinationsmaßnahmen).

Bereitstellung von Ersatzteilen (SPP)

Der SPP-Prozess organisiert die Ersatzteillogistik für die Instandhaltung. Er beinhaltet Bedarfsermittlung, Beschaffung, Lagerhaltung und Ausgabe von Ersatzteilen. Ziel ist, kritische Ersatzteile in ausreichender Menge verfügbar zu halten und dadurch Ausfallzeiten zu minimieren. Kennzahlen sind die Verfügbarkeit wichtiger Ersatzteile, die Beschaffungszeiten und die Genauigkeit der Lagerbestände.

Bereitstellung von Werkzeugen, Ausrüstung und Informationssystemen (TOL)

Der TOL-Prozess stellt Werkzeuge, technische Hilfsmittel und IT-Systeme für die Instandhaltung bereit. Dazu gehören Handwerkzeuge, Prüf- und Kalibriergeräte, Hebezeuge sowie das CAFM-/CMMS-System. Wartung und Kalibrierung der Ausrüstung werden organisiert. Kennzahlen können sein: Verfügbarkeit betriebswichtiger Werkzeuge und Geräte, Einhaltung von Kalibrierzyklen und Betriebszeiten bzw. Verfügbarkeit des CAFM/CMMS.

Zur DIN EN 17007 dienen als ergänzende Referenzen unter anderem:

  • DIN EN 13306 „Instandhaltung – Begriffe“

  • DIN EN 15341 „Instandhaltung – Leistungskennzahlen für die Instandhaltung“

  • DIN EN 31051 „Grundlagen der Instandhaltung“

  • DIN 18960 „Nutzungskosten im Hochbau“

  • DIN EN ISO 41001 „Facility Management – Managementsysteme – Anforderungen“

  • VDI-Richtlinien (z. B. zu FM-Prozessen, Instandhaltungs-KPIs, Datenmanagement)

  • GEFMA-Richtlinien (z. B. zu CAFM-Prozessen und Daten)