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DIN 32736:2000-08 Gebäudemanagement - Begriffe und Leistungen

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DIN 32736 Gebäudemanagement Begriffe und Leistungen Struktur im Facility Management Überblick

DIN 32736:2000-08 – Gebäudemanagement: Begriffe und Leistungen

Einführung: Die DIN 32736 legt für das Gebäudemanagement einen einheitlichen Sprachgebrauch und eine strukturierte Gliederung von Leistungen fest. Sie definiert wesentliche Begriffe und beschreibt den Leistungsumfang zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden (einschließlich der baulichen und technischen Anlagen). Ziel ist es, Planung, Steuerung und Reporting zu vereinheitlichen und transparente Leistungsverzeichnisse zu schaffen. Der wesentliche Nutzen für das Facility Management liegt darin, durch eine einheitliche, vergleichbare Klassifikation gebäudebezogener Dienstleistungen konsistente Leistungskataloge, Kostenstrukturen, Vertragsgrundlagen und Benchmarks zu ermöglichen. Die Norm selbst schreibt dabei keine konkreten technischen Systeme vor und legt auch nicht fest, wer die Leistungen zu erbringen hat.

Prüf- und Wartungsgrundlagen für Elektroinstallationen

Anwendungsbereich

DIN 32736 gilt für den Bereich des Gebäudebetriebs und -managements in der Nutzungs- bzw. Betriebsphase. Sie definiert die Leistungen, die beim Betreiben und Bewirtschaften vorhandener Gebäude und ihrer technischen Ausrüstung benötigt werden. Die Norm dient dem einheitlichen Sprachgebrauch und einer strukturierten Klassifikation der Dienstleistungen, um Planung, Ausschreibung, Steuerung und Berichtswesen im Gebäudemanagement zu unterstützen. Wichtig ist, dass die Norm selbst keine speziellen technischen Systeme beschreibt und auch nicht festlegt, wer die Leistungen erbringt. Typische Anwendungen im FM sind die Erstellung einheitlicher Leistungskataloge, die Strukturierung von Verträgen, die Erfassung und Berichterstattung von Leistungskennzahlen sowie Leistungsvergleiche zwischen verschiedenen Gebäuden oder Standorten.

Begriffe

Der Begriffsteil der Norm stellt sicher, dass alle Beteiligten dieselben Definitionen verwenden. Gebäudemanagement (GM) wird normativ definiert als „Gesamtheit aller Leistungen zum Betreiben und Bewirtschaften von Gebäuden einschließlich der baulichen und technischen Anlagen auf der Grundlage ganzheitlicher Strategien“. Dieser umfassende Begriff dient als übergeordnete Kategorie für sämtliche FM-Leistungen und schafft eine einheitliche Basis für Aufgabenabgrenzung und Reporting.

Nach der Norm gliedert sich das Gebäudemanagement in vier zentrale Leistungsbereiche, die im deutschen Facility Management gängig sind:

  • Technisches Gebäudemanagement (TGM): Beinhaltet alle Dienstleistungen zum Betrieb und zur Funktionserhaltung der technischen und baulichen Anlagen eines Gebäudes (z. B. Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektro, Aufzüge usw.).

  • Infrastrukturelles Gebäudemanagement (IGM): Umfasst alle unterstützenden Dienste, die das Gebäudeumfeld und die Nutzer betreffen, wie z. B. Reinigung, Sicherheit, Empfang, Verpflegung, Post- und IT-Dienste.

  • Kaufmännisches Gebäudemanagement (KGM): Einschließlich aller verwaltungstechnischen und wirtschaftlichen Leistungen für den Gebäudebetrieb, darunter Beschaffung, Buchhaltung, Controlling, Vertrags- und Mietmanagement – stets unter Berücksichtigung immobilienwirtschaftlicher Gesichtspunkte.

  • Flächenmanagement (FLM): Fokussiert auf die effiziente Nutzung und Werterhaltung der verfügbaren Flächen, wobei sowohl nutzerorientierte Aspekte (z. B. Arbeitsplatzplanung) als auch technikorientierte Anforderungen (z. B. spezielle technische Flächenbedürfnisse) betrachtet werden.

Jeder dieser Begriffe ist klar definiert, um in Planung, Betrieb und Vergabe eine gemeinsame Grundlage zu schaffen.

Nutzen standardisierter Begriffe im FM

Durch die einheitliche Begriffsbildung verhindert die Norm Missverständnisse zwischen Auftraggebern, Betreibern und Dienstleistern. Eine klare Struktur (GM, TGM, IGM, KGM, FLM) ermöglicht strukturierte Leistungsverzeichnisse, Kostenstellenpläne und Kennzahlensysteme. In der Norm wird jeweils nur der Leistungsinhalt (das „Was?“), nicht aber die Ausführung oder Zuständigkeit (das „Wie?/Wer?“) beschrieben. Dies schafft eine vertragsneutrale Klassifikation, die unabhängig von Organisations- oder Bezugsmodellen genutzt werden kann.

Normierter Begriff

Standardisierte Bedeutung

Nutzen im FM

Gebäudemanagement (GM)

Einheitliche Gesamtdefinition aller FM-Leistungen

Vermeidet Unklarheiten zwischen Auftraggeber, Betreiber und Dienstleistern

TGM / IGM / KGM / FLM

Konsistente Unterteilung in definierte Leistungsbereiche

Ermöglicht strukturierte Leistungskataloge, Kostenstrukturen und Kennzahlensysteme

Leistungsbeschreibungen

Festlegung des Leistungsumfangs (Was), nicht des Ausführungsprozesses

Dient als vertragssichere Klassifikation (unabhängig vom Dienstleistungsmodell)

Leistungen

Die Norm gliedert die Managementleistungen in vier Hauptdomänen (TGM, IGM, KGM, FLM) und beschreibt deren Umfang systematisch. Diese Struktur ermöglicht Vergleichbarkeit und klare Abgrenzungen der Aufgabenbereiche.

Bereich

Zweck/Ziel (grundlegend)

Typische FM-Dokumente und Ergebnisartefakte

Technisches Gebäudemanagement (TGM)

Erhalt der technischen Betriebs- und Funktionsfähigkeit von Anlagen

Betriebsanweisungen, Instandhaltungspläne, technische Berichte

Infrastrukturelles GM (IGM)

Bereitstellung nutzungs- und standortbezogener Unterstützungsdienste

Leistungsverzeichnisse für Supportdienste, Qualitätskontrollen, SLA-Berichte

Kaufmännisches GM (KGM)

Wirtschaftliche Steuerung des Gebäudebetriebs

Budget- und Kostenpläne, Vergaberegeln, Vertrags- und Kostenberichte

Flächenmanagement (FLM)

Optimale Nutzung und Werterhaltung der Gebäudeflächen

Flächenerfassungsdaten, Zuteilungsrichtlinien, Auslastungsberichte

Technisches Gebäudemanagement (TGM)

Das TGM umfasst alle Leistungen, die für den wirtschaftlichen und sicheren Betrieb der technischen und baulichen Anlagen erforderlich sind. Ziel ist die dauerhafte Funktionsfähigkeit und Effizienz der Anlagen (z. B. HLKS-Anlagen, Aufzüge).

Es gliedert sich in drei Leistungsblöcke:

  • Betreiben: Routineaufgaben für den Anlagenbetrieb, etwa Übernahme, Inbetriebnahme, Bedienung, Überwachung und Steuerung/Regelung. Diese Maßnahmen gewährleisten eine wirtschaftliche Nutzung der Anlagen. FM-relevant sind hier die klare Festlegung der Betreiberverantwortung, das Führen von Betriebsbüchern oder Logbüchern sowie definierte Überwachungs- und Reaktionsroutinen (z. B. bei Störungen).

  • Instandhalten: Geplante und ungeplante Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten, um den Sollzustand der Anlagen zu erhalten bzw. bei Bedarf wiederherzustellen. Dies umfasst Inspektionen, Routinewartungen und Reparaturen. FM-seitig werden Instandhaltungspläne festgelegt, durchgeführte Arbeiten dokumentiert und durch Abnahmeprotokolle geprüft, um die Verfügbarkeit sicherzustellen.

  • Technische Optimierung: Strukturiertes Einbringen technischer Verbesserungsmaßnahmen zur Effizienz- und Leistungssteigerung, ohne Vorgabe eines bestimmten Verfahrens. Dazu zählen z. B. Verbesserungsvorschläge, Auswertung von Leistungskennzahlen (z. B. Energieverbrauch) und Dokumentation der Änderungen. Im FM werden solche Optimierungen in Änderungsdokumenten erfasst, begründet und in der technischen Dokumentation vermerkt, um langfristig Kosten zu senken und den Betrieb zu stabilisieren.

TGM-Leistungsblock

Gesteuerte Inhalte (grundlegend)

Erforderliches FM-Dokument

Betreiben

Routinebetrieb, Überwachung und Steuerung der Technik

Betriebsanleitung, Logbuchstruktur

Instandhalten

Geplante und ungeplante Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten

Instandhaltungsplan und Arbeitsnachweise

Technische Optimierung

Systematische Verbesserungs- und Anpassungsmaßnahmen

Änderungsdokumentation mit Leistungsbegründung

Das IGM umfasst alle unterstützenden Dienste, die das Gebäude, seine Nutzer und den Standort betreffen. Ziel ist ein reibungsloser Betrieb durch nicht-technische Services.

  • Verpflegungsdienste: Leistungen für Gemeinschafts- oder Sozialverpflegung. Dies umfasst beispielsweise das Beschaffen und Zubereiten von Speisen für Haupt- und Zwischenmahlzeiten sowie die Organisation der Essensversorgung. FM-seitig werden hier Leistungsumfang und Qualitätskriterien festgelegt, Hygiene- und Prüfverfahren definiert sowie die Koordination mit Dienstleistern sichergestellt.

  • DV-/IT-Dienste: Leistungen zur Unterstützung der elektronischen Datenverarbeitung und -bereitstellung für die Geschäftsprozesse im Gebäude. Beispiele sind Netzwerk- und Serverbetrieb, Arbeitsplatz-IT-Support oder Infrastrukturmanagement. Wichtig im FM sind hier klare Abgrenzung des Leistungsumfangs, Vereinbarung von Verfügbarkeitszielen (z. B. Service-Level) und abgestimmte Schnittstellen zu anderen Gebäudediensten.

  • Weitere IGM-Dienste: Standardisierte Einordnung aller weiteren gebäudenahen Dienste wie Reinigung, Empfang, Sicherheit, Grünpflege oder Transportdienste. Durch einheitliche Klassifikation dieser Leistungen in Verträgen und Berichten wird sichergestellt, dass sie konsistent gesteuert und verglichen werden können.

IGM-Kategorie

Standardziel

FM-Kontrollfokus

Nutzerbezogene Services (z. B. Verpflegung)

Erbringung unterstützender Dienstleistungen für Nutzer

Definition des Leistungsumfangs, Qualitätsanforderungen, Schnittstellenkoordination

Betriebsnahe Services (z. B. IT-/Datendienste)

Unterstützung operativer Prozesse rund ums Gebäude

Festlegung von Servicegrenzen, Servicelevels, Koordination

Kaufmännisches Gebäudemanagement (KGM)

Das KGM umfasst alle kaufmännischen und administrativen Leistungen, die einen wirtschaftlichen Gebäudebetrieb sicherstellen. Es bildet die wirtschaftliche Steuerungsebene des Gebäudemanagements.

  • Beschaffungsmanagement: Termingerechte und kosteneffiziente Beschaffung von Lieferungen und Leistungen im Rahmen des Gebäudebetriebs. Hierzu gehören im FM die genaue Bedarfsdefinition, die Erstellung von Ausschreibungsunterlagen (Leistungsverzeichnissen) sowie die Einhaltung von Vergabe- und Einkaufsrichtlinien.

  • Vertrags- und Kostensteuerung: Verwaltung und Kontrolle von Verträgen, Budgets und Kosten im Gebäudemanagement. Dies umfasst z. B. Budgetplanung, Kostenverfolgung, Rechnungsprüfung sowie regelmäßiges Reporting. Ziel ist, Transparenz über Kosten und Leistungen zu schaffen und Vergleiche zu ermöglichen.

     
     
     

Flächenmanagement (FLM)

Das FLM umfasst das Management der verfügbaren Flächen im Hinblick auf Nutzung und Verwertung. Es verfolgt einerseits nutzerorientierte Ziele, andererseits berücksichtigt es technische und wirtschaftliche Anforderungen.

  • Nutzerorientiertes FLM: Planung und Organisation von Räumen entsprechend den Arbeitsprozessen und Nutzerbedürfnissen. Im FM werden dafür Flächenstandards, Zuteilungsrichtlinien und Belegungsberichte erstellt, um die Flächennutzung effizient zu gestalten.

  • Anlagenorientiertes FLM: Ableitung des Flächenbedarfs aus technischen Anlagen und betrieblichen Vorgaben. Beispiele sind speziell zugeordnete Technikräume, Logistikbereiche oder Sicherheitszonen. FM-relevante Ergebnisse sind technische Flächenkataloge, definierte Schutz- und Sperrzonen sowie Dokumentationen zu flächenbezogenen Restriktionen.

FLM-Perspektive

Primärer Zweck

Typische FM-Dokumente

Nutzerorientiertes FLM

Sicherstellung der Flächennutzung gemäß Nutzeranforderungen

Flächenstandards, Raumzuteilungsrichtlinien, Auslastungsberichte

Technisches/Anlagenorientiertes FLM

Berücksichtigung technischer/betrieblicher Erfordernisse

Technische Flächenkataloge, Einschränkungs- und Schutzdokumentation